O2 nimmt offenbar erste Sender mit LTE 700 in Betrieb

3 Minuten
Schneller als erwartet hat O2 nun offenbar erste Sender mit der neuen LTE-Frequenz um 700 MHz in Betrieb genommen. Auf diesem Weg kann O2 mehr Kapazität im ländlichen Raum schaffen. Allerdings müssen die Handys die neue Frequenz unterstützen.
Ein Sendemast in einem Waldgebiet
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Erst Anfang März gab O2 gegenüber inside handy bekannt, dass man die bereits vor einigen Jahren ersteigerten ehemaligen TV-Frequenzen künftig für LTE einsetzen wird. Damals hieß es von einem Sprecher, dass die Frequenzen voraussichtlich Mitte 2019 vollständig zur Verfügung stehen. Wie teltarif.de jetzt berichtet, wurden aber die ersten Sender im Netz der Telefónica Deutschland mit den neuen Frequenzen gesichtet.

Dabei bezieht sich das Magazin auf die Nutzer-generierte Senderdatenbank Cellmapper. Hier haben Nutzer in Schleswig-Holstein vier Standorte ausgemacht, die neben dem bisherigen Flächen-Frequenzband LTE 800 (Band 20) jetzt auch das fragliche Band 28 um 700 MHz aussenden. Die vier Sender befinden sich in Husum sowie nördlich und westlich der Stadt.

Neue Frequenzen, mehr Kapazität

Telefónica Deutschland hat genau so wie Vodafone und die Deutsche Telekom in diesem Frequenzbereich ein Spektrum von 2 x 10 MHz ersteigert. Setzen die Netzbetreiber dieses vollständig für LTE ein, könnten damit um die 75 Mbit/s pro Antennensektor in die Luft gebracht werden. Da es sich bei Mobilfunk-Netzen um ein Shared Medium handelt, ist die Datenrate pro Nutzer in der Praxis deutlich geringer.

O2 hat die Existenz der Sender bislang nicht bestätigt. Auch die Anfrage von inside handy, ob es sich um einen Test handelt oder es bereits weitere Sender gibt, ist bislang nicht beantwortet.

Frequenzen auch für 5G-Netz geeignet

Neben O2 hatte auch die Deutsche Telekom angekündigt, die 700-MHz-Frequenzen fortan für LTE nutzen zu wollen. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere die Telekom die Frequenzen aber auch nutzen wird, um 5G in die Fläche zu bringen. Dahinter sind dann zwar keine hohen Datenraten möglich, doch insbesondere jene 5G-Network-Slices, die sich an Sensoren richten oder eine niedrige Latenz erfordern, lassen sich mit diesen Frequenzen schnell bundesweit ausrollen.

Derzeit lassen sich die Frequenzen um 700 MHz noch nicht bundesweit nutzen. Vereinzelt senden für einige Tage immer noch TV-Sender auf diesen Frequenzen. Auch an den Grenzen zu den Nachbarländern kann es zu Problemen kommen. Hier nutzen die Netzbetreiber die Frequenzen teilweise noch für andere Zwecke.

LTE-Handys sollten Band 28 unterstützen

Mobilfunknutzer im ländlichen Bereich können das neue Frequenzband automatisch nutzen. Voraussetzung ist aber, dass ihr Handy diese neuen Frequenzen unterstützt. Das Band 28 wird von den meisten modernen LTE-Smartphones unterstützt. Es sollte allerdings in den vergangenen zwei bis drei Jahren auf den Markt gekommen sein. Wer sicher gehen will, sollte in der Anleitung seines Handys nach Band 28 oder B28 Ausschau halten. Auch in der Handydatenbank von inside handy sind die Frequenzbänder zu allen Smartphones in aller Regel erfasst.

 

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL