O2-Chef: Deutschland wird kein gutes 5G-Netz haben

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Die 5G-Auktion in Mainz nimmt kein Ende. O2-Chef Markus Haas sieht in der mittlerweile 6 Milliarden Euro kostenden Auktion ein großes Risiko. Deutschland werde kein gutes 5G-Netz bekommen.
O2-Chef Markus Haas posiert im Anzug für ein Foto
Bildquelle: Telefónica

Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen Auftritt des Telefónica-Managers im Club Wirtschaftspresse in München berichtet, sieht Markus Haas die Auktion als nicht gut für Deutschland an. Die mittlerweile 6 Milliarden Euro seien eine gewaltige Summe, die allen Anbietern künftig für Investitionen fehlen.

O2 hätte schon 60.000 Sendemasten für das 5G-Geld gebaut, sagte Haas weiter. Natürlich gibt der Konzern das Geld nicht alleine aus, sondern bietet gemeinsam mit der Deutschen Telekom, Vodafone und United Internet um die notwendigen Frequenzen. Alleine der Anteil von O2 lag jedoch zuletzt bei mehr als 1,13 Milliarden Euro. Auch für dieses Geld ließe sich von O2 schon eine hohe Anzahl neuer Sender errichten. Derzeit baut O2 vor allem sein LTE-Netz aus. Alleine im April seien 800 Sender dazu gekommen, teilte O2 mit.

Dass der Ausbau nach dem Ende der Auktion schnell laufen und Deutschland ein flächendeckendes 5G-Netz bekommt, bezweifelt Haas. „Deutschland wird sicherlich nicht das beste 5G-Netz haben“, sagte er und verweist darauf, dass „wir alle den Preis dafür zahlen“ müssen.

400 Runden und fast 6 Milliarden Euro

Der Streit der der Frequenzauktion dreht sich um einen von 41 Frequenzblöcken mit einem Spektrum von 10 MHz. Aus strategischen Gründen will keiner der Mobilfunkanbieter von seinem gewünschten Spektrum abrücken. Die Telekom will 90 Megahertz, O2 hat es auf 70 Megahertz, Drillisch auf 60 Megahertz abgesehen. Vodafone will ebenfalls 90 Megahertz nutzen, ist dabei sogar bereit den problembehafteten 20-Megahertz-Block 01K mit 20 Megahertz Spektrum zu ersteigern. Doch: In Summe sind das 310 Megahertz, 300 stehen nur zur Versteigerung.

Man wolle die Frequenzen ersteigern, die man benötigte, sagte auch O2-Chef Haas. Damit begab er sich nicht gerade in die Rolle des Anbieters, der im Sinne des Endes einer Auktion zu Zugeständnissen bereit ist.

Die Auktion ist indes bei Runde 402 angekommen. Der Gesamtbetrag steht bei 5,99 Milliarden Euro. Die Versteigerung läuft seit Mitte März. Die ist damit die längste Frequenzauktion in der Geschichte Deutschlands. Die teuerste allerdings ist sie noch nicht. Die Vergabe der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000 brachte es auf mehr als 50 Milliarden Euro.

 

Quellen:

Bildquellen:

  • Markus Haas: Telefónica
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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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