Funklöcher im Mobilfunk: Ab 2024 sind sie endgültig Geschichte

3 Minuten
Auch heutzutage kann es in vielen Gegenden noch vorkommen, dass Telefonie und mobiles Internet mit dem Handy nicht funktioniert. O2-Chef Markus Haas zeigt sich jetzt aber optimistisch, dass sich das bis spätestens 2024 ändern soll.
Markus Haas auf einer Panel-Diskussion
Markus Haas, Chef der O2-Mutter Telefónica Deutschland, stellt bis 2024 ein Ende der Funklöcher in Deutschland in Aussicht.Bildquelle: Telefónica Deutschland

Seit heute, 1. Juli 2021, sind in Deutschland die ersten UMTS-Netze komplett abgeschaltet. Telefónica-Chef Markus Haas verzichtet noch auf diesen Schritt – und hat zusätzlich eine vollmundige Ankündigung im Gepäck. Gegenüber „Focus Online“ kündigte der Manager jetzt an, dass es bis 2024 in Deutschland kein einziges Funkloch mehr geben soll. „Wir werden im Rahmen eines sogenannten White-Spot-Sharings in den nächsten drei Jahren bis zu 6.000 Sendeanlagen bauen, um die weißen Flecken zu schließen“, sagt Haas. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine enge Kooperation mit der Deutschen Telekom und Vodafone. „Der Bund baut dann nochmal für extrem abgelegene Gebiete 5.000 Standorte aus.“

Funklöcher vs. Genehmigungsverfahren – ein Teufelskreis

Schon heute erreiche man in Deutschland 99,5 Prozent der Bevölkerung mit Mobilfunk. In der Fläche seien auch alle Netzbetreiber im 90-Prozent-Bereich. Deutschland sei aber groß „und einige Gebiete sind eine echte Herausforderung“, erklärt Haas. Deswegen sei auch heute noch in einigen Gebieten keine Telefonie und kein mobiles Internet möglich. Hinzu komme, dass an einzelnen Standorten das Genehmigungsverfahren ziemlich lange dauere. Beispiel Bahntunnel: „Da brauchen wir inklusive Vorgesprächen, Genehmigung und Planung noch immer etwa zwei Jahre für die lückenlose Erschließung“, sagt der Chef der O2-Muttergesellschaft. Es sei nicht immer nur die große Fläche zu berücksichtigen, sondern man müsse auch an viele kleine Dinge denken.

Kritik übt Haas gegenüber „Focus Online“ zudem an den deutschen Frequenzversteigerungen für Mobilfunkstandards wie UMTS, LTE oder 5G. „Sie haben der Industrie mehr als 66 Milliarden Euro entzogen.“ Andere europäische Länder, die statt auf Frequenzversteigerungen auf härtere Ausbauverpflichtungen gesetzt hätten, seien heute besser in der Flächenversorgung als Deutschland. Gleichzeitig ist der Telefónica-Manager überzeugt, dass das neue Telekommunikationsgesetz Möglichkeiten schaffe, Lizenzen für Bestandsfrequenzen zu verlängern, statt sie nochmals für viel Geld zu versteigern. „Das wird zwar auch nicht umsonst sein, aber das unkalkulierbare Versteigerungsrisiko entfällt.“ Für Unternehmen wie Telefónica bedeutet das mehr Planungssicherheit.

Wertschätzung für Mobilfunk-Infrastruktur in Deutschland gering

Enttäuscht zeigt sich Haas darüber, dass deutsche Mobilfunkkunden im Schnitt nur bereit seien, 10 Euro pro Monat für ihre Handynutzung auszugeben. „Das sind pro Tag nicht mal 30 Cent Investment für Mobilfunkleistungen.“ Vergleiche man das mit einem Preis von mindestens 3 Euro für eine Tasse Cappuccino, fehle ihm eine angemessene Wertschätzung für die Mobilfunk-Infrastruktur in Deutschland. In anderen Ländern sei die Zahlungsbereitschaft höher. Und deswegen sei dort oft auch mehr Datenvolumen in den Tarifen enthalten.

Bildquellen

  • Markus Haas verspricht Ende der Funklöcher in Deutschland bis 2024.: Telefónica Deutschland
SIM-Karten von O2
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Neue Zahlen von Telefónica Deutschland. Und zwar richtig gute. Denn die Kundenzahl im Mobilfunk hat vor allem wegen beliebter O2-Free-Tarife kräftig zugelegt. Bitterer Beigeschmack ist lediglich ein wieder angestiegener Verlust.

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5 KOMMENTARE

  1. Avatar Ralf Reske

    Wenn ich das mit den 99,5 % lese, Dan muss ich in meinem FUNKLOCH laut lachen.

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  2. Avatar Thomas Bachmann

    Erschwerend für den Netzausbau kommt in Deutschland aber auch die hohe Anzahl der Bürgerinitiativen gegen den Mobilfunk Ausbau hinzu. Selbsternannte „Experten“ suggerieren den unbedarften Einwohnern wie grässlich die „5G Todesstrahlen“ im Dorf ihre Opfer fordern werden, sie drohen mit Tod und Verderben und die Gazette mit dem „B“ im Namen erledigt den Rest! Die Netzbetreiber werden in endlose Gerichtsprozesse verwickelt und wenn dann irgendwann weit außerhalb der Ortschaft der Mobilfunkmast steht, kann es schon passieren dass Sabotageakte auf die Sendeanlage verübt werden. Diesen Aspekt sollte man bei aller Kritik an den Netzbetreibern nicht außer acht lassen!

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  3. Avatar Karl

    Marketinggeschwätz mit irrführender Überschrift. Tolle Kombination. Echter Netzausbau da wo er fehlt und gebraucht wird, ohne auf den Profit zu achten, dass brauchen wir.

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  4. Avatar Uwe Pfeiffer

    Der labert nur Scheiße, Die Zocken doch nur ab.Das ist Fakt .

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  5. Avatar Thomas Hofmann

    Soll sich mal nicht so haben wegen den lächerlichen 66Mrd. Israhell bekommt von D jährlich rund 70Mrd , indirekt – also versteckt – und direkt als „Spende“ .
    Dann sind doch 66 Mrd Peanuts dagegen

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