5 Kameras für ein Halleluja: Nokia 9 PureView ist offiziell

5 Minuten
Nokia 9 PureView
Bildquelle: HMD Global
Es gab fast kein Dach, von dem die Spatzen es nicht im Vorfeld schon pfiffen: Zum Mobile World Congress stellt HMD Global sein neues, lang erwartetes neues Flaggschiff vor. Jetzt ist es offiziell: Das Nokia 9 Pureview kommt mit fünf Kameras auf der Rückseite zum Nutzer.

Viele Informationen zum Nokia 9 PureView waren – nicht zuletzt durch einen Google-Leak – schon bekannt. Doch jetzt gibt es vom MWC in Barcelona die offiziellen Details. Die fünf Kameras mit Zeiss-Optik auf der Rückseite sind mit Sicherheit das Feature, über dass es sich bei diesem Handy am meisten lohnt zu reden. Denn die fünf Kamera sollen vor allem für eines sorgen: eine enorme Tiefenschärfe und Brillanz bei Bildern. Bei jedem Foto, das der Nutzer mit der Kamera aufnimmt, werden alle fünf Kameras aktiviert und genutzt. Jedes Bild wird in HDR aufgenommen.

Dabei nehmen zwei der 12-Megapixel-Kameras in Farbe auf, drei weitere arbeiten Monochrom. Sie sollen für die Schärfe und das Detailreichtum sorgen. Bei jedem Foto arbeiten alle fünf Kameras zusammen. Anders als im Vorfeld vermutet, haben die Kameras keine unterschiedlichen Brennweiten. Übersetzt in die klassische Analog-Fotografie betrage die Brennweite der Kameras jeweils 28 Millimeter. Der Zoom erfolgt digital.

Nach Angaben von HMD Global können die fünf Kameras im Nokia 9 PureView zehn Mal mehr Lichtinformationen aufnehmen als eine einzelne Farb-Kamera. Jede einzelne Kamera könne individuell angesteuert werden, um beispielsweise den Weißabgleich zu verbessern. Ein gesonderter Chipsatz in dem Handy sei nur für die Kamera zuständig und soll die beste Bildqualität ermöglichen. Er kümmert sich um die richtigen Einstellungen der Kamera und arbeitet mit dem eigentlichen Prozessor des Handys zusammen.

Bis zu 240 Megapixel pro Bild

In Summe sollen die Bildinformationen, die die Penta-Kamera aufnimmt, 60 bis 240 Megapixel betragen – wenngleich Aufnahmen mit mehr als 60 Megapixel durch mehrfache Aufnahmen der fünf Kameras und deren Zusammenfügen zustande kommt. Bildrauschen könne das Nokia 9 PureView drei Mal schneller aus den Aufnahmen herausrechnen, als andere Handy, heißt es vom Hersteller HMD Global.

Die Vorteile für den Nutzer: Die Bilder sollen sich durch eine enorm große Tiefenschärfe auszeichnen. So gebe es bei Bildern, deren Inhalt zwischen 7 Zentimetern und 40 Metern von der Kamera entfernt ist, insgesamt 1.200 verschiedenen Tiefenschärfeneinstellungen. Zum Vergleich: Eine typische Smartphone-Kamera habe lediglich zehn solcher Tiefen-Schichten-Informationen im Bild. Dadurch sei es auch noch besser möglich, auf dem Gerät nachträglich den Fokus des Bildes zu verlagern.

Nokia 9 PureView speichert RAW-Infos

Neben den üblichen JPG-Informationen ermöglicht das Nokia 9 PureView auch das Speichern von RAW-DNG-Bildinformationen. Mit diesen ist es möglich, am Macbook oder PC mit professionellen Bildbearbeitungsprogrammen die Bilder in allen erdenklichen Arten nachzubearbeiten. RAW-Bilder speichern alle Informationen, die die Kameras erfasst haben. Nutzer des Nokia 9 PureView können dazu auch Adobe Lightroom nutzen. Es gibt eine entsprechende Partnerschaft zwischen Adobe und HMD Global, um die RAW-Datei direkt auf dem Smartphone zu bearbeiten.

Laut HMD Global eine Aufnahme mit dem Nokia 9 PureView
Laut HMD Global eine Aufnahme mit dem Nokia 9 PureViewQuelle: HMD Global

Mit dem Nokia 9 PureView führt Nokia auch eine neue UI für ihre Kamera ein. Mit ihr wird es auch möglich, Aufnahmen mit einer Belichtungszeit von bis zu 10 Sekunden zu machen.

Zu den restlichen Fakten des Nokia 9 PureView: Die fünf Kameras sind nahtlos in der Oberfläche der Rückseite aus Gorilla-Glas versenkt und stehen nicht hervor, heißt es von Nokia. Dabei ist das Gerät gerade einmal acht Millimeter dünn. Das 5,99-Zoll-pOLED-Display beherbergt den optischen Fingerabdruck-Sensor. Das Display unterstützt 18:9-QHD+-Auflösung. Ergänzend zum Fingerabdruck-Sensor ist auch ein 2D-Face-Unlock durch die Frontkamera möglich. Diese nutzt eine 20-Megapixel-Sensor, die Software fügt das Bild am Ende so zusammen, dass der Nutzer Foto mit einer 5-Megapixel-Auflösung erhält.  Drahtloses Laden unterstützt das Nokia 9 PureView genauso wie 4K-Video-Aufnahmen.

Die Specs des Nokia 9 PureView

Software Android 9.0 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Display 5,99 Zoll, 1.440 x 2.880 Pixel
Arbeitsspeicher 6 GB
interner Speicher 128 GB
Hauptkamera 4272x2848 (12,2 Megapixel)
Akku 3.320 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP67 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 172 g
Farbe Blau
Einführungspreis 649 €
Marktstart März 2019

An Bord des Handys sind 6 GB RAM und 128 GB Speicher. Beim Chipsatz setzt HMD Global auf den Snapdragon 845. Somit ist auch klar, dass 5G nicht an Bord sein wird. Der Akku kommt auf eine Kapazität von 3.320 mAh. Gemäß Datenblatt soll er für 28 Stunden Dauergespräch im LTE-Netz oder aber bis zu 16,5 Tage Standby ausreichen. Ausgeliefert wird das Nokia 9 PureView mit Android 9 Pie. Zu den Funkstandards: Unterstützt wird neben GSM und UMTS natürlich auch LTE. LTE Cat 16 mit 4×4 MiMo ist das Maximale, was sich aus dem Gerät auf der Mobilfunkseite herausholen lässt, sofern die Netze und der Tarif des Nutzers das unterstützten. WLAN wird mit den Standards 802.11 a/b/g/n/ac an Bord. Weiterhin dabei sind Standards wie GPS, Glonass, Kompass, Gyroskop oder Barometer. Es bringt 172 Gramm auf die Waage und ist 155 x 75 x 8 Millimeter groß.

Das Nokia 9 PureView ist nach IP67 zertifiziert und somit staub- und wassergeschützt. Es soll Ende März für 649 Euro in den Handel kommen – allerdings nur in einer Farbe: Midnight-Blue. Der Nutzer hat die Wahl, eine einfache SIM-Karte oder eine Dual-SIM-Variante zu kaufen. Zur Verfügbarkeit hieß es nur, das Gerät sei „bald“ verfügbar.

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3 KOMMENTARE

  1. Zeiss baut Handy-Kameras? Wer kommt denn auf diesen Quatsch? Zeiss ist im Consumer-Geschäft doch gar nicht tätig (am von dem Joint-Venture im Brillenglasgeschäft abgesehen)

  2. Zeiss baut nur die Linsen für die Kameras 😉
    Und sowas machen die schon seeehr lange, siehe damalige Partnerschaft mit Sony bei den CyberShot Kameras.

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