Neues Gesetz! Das ändert sich für alle beim Online-Shopping

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Ein neues Gesetz sorgt für tiefgreifende Änderungen beim Online-Shopping. Online-Shops werden mit neuen Regelungen konfrontiert, die sowohl Vor- als auch Nachteile für Verbraucher bringen. Was ändert sich?
Änderungen beim Online-Shopping
Änderungen beim Online-ShoppingBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern


Es gibt Neuerungen, die still und leise kommen – und dann gibt es Änderungen, die die Art, wie wir online shoppen, auf den Kopf stellen. Genau so eine Reform rollt gerade auf alle Bürger zu. Sie betrifft jeden beim Online-Shopping – und sie wird dafür sorgen, dass ein bisher nerviger Teil des Einkaufserlebnisses so einfach wird wie nie zuvor.

Ein Button, der alles verändert

Die EU, beziehungsweise die Bundesregierung, plant einen echten Game Changer für das Onlineshoppen: Bald genügt nur ein Knopfdruck, um einen Vertrag zu widerrufen. „So einfach wie das Bestellen im Internet geht, so einfach soll auch das Widerrufen sein“, sagte Justizministerin Stefanie Hubig.

Bislang war der Widerruf-Prozess nervenaufreibend und mit Hürden verbunden: Widerrufsformulare suchen, E-Mails schreiben, Papierkram. Deshalb wird eine neue Regelung eingeführt: Ab dem 19. Juni 2026 wird es gesetzlich verpflichtend sein, in Online-Shops einen elektronischen Widerrufs-Button anzubieten.

Durch die Einführung eines solchen Buttons sollen Käufer sofort und ohne Umwege vom Vertrag zurücktreten können. Das neue Gesetz leitet sich direkt aus der EU-Richtlinie (EU) 2023/2673 ab und setzt damit verbindliche Vorgaben für ganz Europa. Somit gilt die Regelung nicht nur für große Plattformen, sondern auch für kleine Händler.

So funktioniert der Widerrufs-Button

Künftig läuft der Widerruf per Knopfdruck in zwei Schritten ab: Zuerst klickt man den Button, dann landet man auf einer Bestätigungsseite, wo man den Widerruf offiziell erklärt. Im Anschluss ist der Vorgang abgeschlossen. Durch diese zweistufige Lösung wird verhindert, dass Kunden versehentlich widerrufen. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass der Widerruf rechtlich sauber dokumentiert wird. Abschließend erhält der Verbraucher mit dem Klick eine Bestätigung per dauerhaftem Datenträger – etwa eine E-Mail mit Datum und Uhrzeit.

Ein Hauptkriterium ist die Sichtbarkeit. Der Widerrufs-Button muss während der gesamten Widerrufsfrist in der Nutzeroberfläche verfügbar sein und darf nicht irgendwo versteckt sein. Außerdem darf er nicht mit einem Kündigungsbutton verwechselt werden.

Vorteile, aber auch Einschränkungen – besonders bei Finanzverträgen

Auch wenn der Knopfdruck-Widerruf Verbraucher stärkt, bringt er auch Einschränkungen. Besonders bei Finanzdienstleistungen sollen die bisher unendlich langen Widerrufszeiten gekürzt werden. Zukünftig kann der Kunde nur noch bis zu 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss widerrufen, sollte ein Anbieter die Informationspflicht verletzt haben. Bei Lebensversicherungen sind es maximal 24 Monate und 30 Tage.

Hinzu kommt, dass Anbieter von Finanzprodukten zukünftig verständlicher erklären müssen, wie ihre Angebote funktionieren. Die bisherige Pflicht, Vertragsunterlagen in Papierform auszuhändigen, fällt weg: Elektronische Dokumente reichen somit künftig aus. Händler haben bis zum 19. Juni 2026 Zeit, sämtliche notwendigen Änderungen in Online-Shops vorzunehmen. Wer das verpasst oder halbherzig umsetzt, riskiert Abmahnungen.

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