Netflix teilen: Jetzt geht es der Passwortweitergabe an den Kragen

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Einmal ein Netflix-Abo abschließen und dieses mit bis zu vier Personen teilen. Eigentlich ist das nicht erlaubt, gemacht wird es vielerorts trotzdem. Doch jetzt zieht der amerikanische Streamingdienst gegen das sogenannte Account-Sharing in den Kampf.
Netflix Logo in Schwarz-Weiß
Schwarzseher könnten bei Netflix in Zukunft vor Problemen stehen.Bildquelle: Netflix

Wenn du ein Abo von Netflix abschließen möchtest, kostet das Monat für Monat mindestens 7,99 Euro. Zwar gelten seit ein paar Wochen auch in Deutschland neue Preise, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass keine Unsummen fällig werden, um das beliebte Video-on-Demand-Angebot des US-Unternehmens zu nutzen. Trotzdem versuchen viele Nutzer, die anfallenden Kosten zwischen mehreren Haushalten aufzuteilen.

Denn die beliebten Standard- und Premium-Pakete von Netflix lassen eine parallele Nutzung auf zwei beziehungsweise vier Endgeräten zu. Auch wenn es verboten ist, können sich auf diese Weise theoretisch zum Beispiel vier Personen ein Premium Abo teilen. Und das für nicht einmal 5 Euro pro Person mit UHD-Inhalten, die im günstigsten Netflix-Abo nicht inklusive sind. Das ist aus Nutzerperspektive natürlich ungemein praktisch. Den Netflix-Machern aber ein Dorn im Auge. Und deswegen versuchen sie jetzt gegenzusteuern.

Netflix führt neuen Kontrollmechanismus ein

Wie CNBC berichtet, haben Marktforscher herausgefunden, dass jeder dritte Haushalt mit Netflix-Abo sein Passwort schon einmal mit einer weiteren, nicht zum Haushalt gehörenden Person geteilt hat. Für Netflix entsteht dadurch hoher finanzieller Schaden. Denn natürlich würde der Streaminganbieter gerne mehr Einzelabos an jene Haushalte verkaufen, die bisher noch keinen eigenen Zugang zu dem Film- und Serien-Fundus des Unternehmens besitzen. Weil Ermahnungen und AGB-Klauseln die Nutzer aber nicht davon abhalten, munter weiter ihrer Zugangsdaten zu teilen, ist jetzt ein Test angelaufen, der die Passwortweitergabe unterbinden oder zumindest erschweren soll.

Einige Netflix-Nutzer sehen seit einigen Tagen nach dem Login einen neuen Hinweis auf ihrem Endgerät. Darin verweist der Betreiber deutlich darauf, dass ein eigener Netflix-Account notwendig ist, wenn man nicht mit dem eigentlichen Inhaber des verwendeten Zugangs unter einem Dach lebt. Und eine zusätzliche Login-Hürde ist gleich mit dabei. Nur wenn man einen per E-Mail oder SMS verschickten Verifizierungscode eingeben kann, wird der Zugang zum Netflix-Portal tatsächlich freigeschaltet. Alternativ hat man die Möglichkeit, einen 30-tägigen Gratis-Test zu starten, an den sich dann ein eigenes, kostenpflichtiges Abo anschließen würde.

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Der Weisheit letzter Schluss ist allerdings auch das neue Verifizierungsprogramm nicht. Denn zumindest die Account-Überprüfung per E-Mail ließe sich mit ein wenig Kreativität ziemlich einfach aushebeln. Trotzdem wird deutlich, dass den Netflix-Managern das Teilen von Accounts ein ziemlicher Dorn im Auge ist.

Bisher nur ein Test

Gegenüber CNBC hat Netflix bereits bestätigt, dass es sich um einen Test mit einigen Hundert Nutzern handelt. Offiziell gestattet ist das Teilen eines Nutzeraccounts bei Netflix nur unter Familienmitgliedern, die in einem Haushalt wohnen. Ob die unter anderem bei Twitter veröffentlichten Warnmeldungen zeitnah auch nach Europa kommen, ist unklar. Ebenso ist es noch ein Geheimnis, wann die Warnungen überhaupt erscheinen. Möglicherweise immer dann, wenn die Netflix-Server einen zeitgleichen Login über zwei unterschiedliche IP-Adressen registrieren.

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