Qualcomm-Streit: Apples iPhones im Rennen um 5G außen vor

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Dadurch, dass Apple offenbar recht harsch mit Zulieferern umspringt, wird die nächste iPhone-Generation wohl ohne 5G auskommen müssen. Somit kommen durch den langwierigen Streit mit Qualcomm weitere Probleme ans Tageslicht. Jüngst gab es schon zwei Prozesse gegen den ehemaligen Partner.
5G-Schriftzug in Blau
5G bringt schnellere VerbindungenBildquelle: Adobe Stock

Der Streit zwischen Apple und Qualcomm nimmt kein Ende. Seit 2017 befinden sich beide Unternehmen vor Gericht – und das in diversen Ländern. Was sich zunächst auf den Rechtsstreit beschränkte, wirkt sich mittlerweile auch „physisch“ auf Apple aus: Qualcomm erwirkte sowohl ein Verkaufsverbot von iPhones in China als auch in Deutschland, sodass die Generationen des iPhone 8 bis iPhone X nicht mehr vertrieben werden dürfen.

Qualcomm hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gefragten Hersteller gemausert, sodass in beinahe jedem High-End-Smartphone der Top-Prozessor von Qualcomm zu finden ist. Als erster Chip-Hersteller brachte man ein Produkt auf den Markt, das 5G-fähig ist. Auch Apple ist auf solche Komponenten angewiesen, um seine nächste iPhone-Generation zeitnah für den neuen Mobilfunkstandard fit zu machen.

Qualcomm stellt sich quer

So hieß es im November des vergangenen Jahres noch, dass Qualcomm für iPhones passende 5G-Chips verkaufen wolle – aufgrund der Streitigkeiten seien sich beide Unternehmen jedoch nicht über den Preis für die Prozessoren einig. Mittlerweile stellt sich Qualcomm jedoch gänzlich quer und will Apple überhaupt nicht mehr beliefern. Wie Qualcomm-Chef Mollenkopf äußerte, weigere man sich, auf die Bedingungen des kalifornischen Herstellers einzugehen.

Aufgrund dessen wird die 2019-Generation von Apple iPhones voraussichtlich kein 5G bieten können. Obgleich Apple auch Intel-Chips in seinen Smartphones verbaut, so ist der Qualcomm-Konkurrent laut Beobachtern erst 2020 bereit, 5G-fähige Prozessoren zu fertigen.

Rückblick: So begann der Qualcomm-Apple-Zwist

Die weltweiten Verfahren, die Qualcomm gegen Apple in China, Deutschland und Co. anstrengt, sollen Marktbeobachtern zufolge lediglich zur Ablenkung dienen. Vielmehr wolle man die Hauptverfahren in den USA mit den Gerichtsverfahren im Ausland unterfüttern. In ihrer Heimat verklagte Qualcomm Apple aufgrund von vorgeblichen Patentverletzungen. Auf der anderen Seite der Medaille wirft das US-Kartellamt Qualcomm vor, seine Marktmacht innerhalb der USA zu missbrauchen und kleinere Unternehmen im Wettbewerbskampf auszustechen. In dieser Klage ist Apple federführend.

Qualcomm gab dies mittlerweile zu, da man alleiniger Chip-Lieferant für Apples iPhones werden wollte. Obgleich Rabatte in der Branche zwischen Hersteller und Zulieferer die Regel sind, war Apples Forderung von einer Milliarde Dollar Rabatt beispiellos. Trotz der Abmachung kaufte Apple erstmals 2017 Prozessoren von Intel. Durch Lizenzabkommen waren Qualcomm und Apple nachfolgend zwar noch aneinander gebunden; im Juli 2018 beendeten beide Unternehmen die Partnerschaft.

Nächste iPhone-Generation mit USB-Typ-C

Abseits des Zwists von Apple und Qualcomm will der japansiche Blog Mac Otakara in Erfahrung gebracht haben, dass die 2019er-iPhones nun tatsächlich keinen Lighting-Anschluss mehr besitzen. Laut Informationen eines Insiders soll Apple stattdessen USB-Typ-C integrieren. Gerüchte dazu gab es bereits mehrfach zu früheren iPhones. Bestätigt hat sich ein neuer Anschluss bis dato nicht.

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