MWC: Unterwegs im 5G Connected Car von Telefónica und SEAT

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Telefónica und SEAT demonstrieren in Barcelona abseits des MWC-Messegeländes wie die mobile Kommunikation der Zukunft mit Blick auf den Straßenverkehr funktionieren kann. Erste Einblicke in das Prinzip des 5G Connected Car.
5G Connected Car MWC 2019
Bildquelle: Hayo Lücke / inside handy

Wenn es um das Themenfeld 5G geht, dann denken die meisten Menschen sofort an entsprechend ausgerüstete Smartphones. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona sind entsprechende Geräte zwar nicht allgegenwärtig, aber erste Modelle für das Mobilfunknetz der Zukunft haben zumindest die offizielle Ankündigung hinter sich. Zum Beispiel das Samsung Galaxy S10 5G. Oder auch das Xiaomi Mi Mix 3 5G, das der chinesische Hersteller zu einem echten Kampfpreis auf den Markt wirft. Richtig spannend ist es aber auch, 5G aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Zum Beispiel wenn es um das vernetzte Fahren geht.

5G-Vorteile im Straßenverkehr soll Leben retten

Und so überrascht es nicht, dass abseits des Messegeländes in Barcelona der Mobilfunker Telefónica und der Automobilhersteller SEAT demonstrieren, wie sie sich aufeinander abgestimmt die 5G-Zukunft vorstellen. Mit mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Anhand verschiedener Fallbeispiele wird bei mit 5G-Technik ausgestatteten Fußgängern, Fahrrädern, Ampeln und Autos greifbar, wie 5G das Leben aller Menschen im öffentlichen Raum verbessern kann. Und wer im 5G-SEAT Platz nehmen darf und selbst erfährt, was schon heute möglich ist, stellt schnell fest, dass es nicht einmal das komplett autonome Fahren sein muss, das mit Blick auf 5G zu gefallen weiß.

5G Connected CarQuelle: Hayo Lücke / inside handy

Logisch, damit 5G-Szenarien im Livebetrieb zu erleben sind, muss ein entsprechendes Netz vorhanden sein. Rund um den MWC ist das in Barcelona punktuell in einzelnen Straßenzügen der Fall. Mit Blick auf die von SEAT eingesetzte Technik wird in diesem Zusammenhang auf die neue Technologie C-V2X (Celular Vehicle 2 Everything) gesetzt. Im Telefónica-Netz werden damit Autos in die Lage versetzt, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Und dann kommt der neue Mobilfunk-Standard 5G ins Spiel. Mit schneller Datenübertragung, niedriger Latenzzeit und hoher Kapazität. Und: Multi-access Edge Computing (MEC), eine Entwicklung aus dem Hause Ericsson, sorgt für die schnelle Verarbeitung von großen Datenmengen und die sofortige Reaktion des Fahrzeuges auf Gefahrenmeldungen diverser 5G-Sensoren.

Und so funktioniert’s…

5G am FahrradQuelle: Hayo Lücke / inside handy

Klingt technisch und kompliziert? Anhand einzelner Szenarien wird deutlicher, wie es funktioniert: Ist alles optimal miteinander vernetzt, ist ein 5G-fähiges Connected Car beispielsweise in der Lage, eine Gefahrensituation in Sekundenbruchteilen zu erkennen. Möchte der Fahrer eines Autos zum Beispiel abbiegen und es quert parallel ein Fahrrad mit 5G-GPS-Modul oder ein Fußgänger an einem Zebrastreifen hinter der Kurve die Straße, sendet das Auto noch vor dem Einbiegen ein akustisches Warnsignal an den Fahrer. In Barcelona ertönte dieses Signal unmittelbar nach Betätigung des Blinkers. 5G-Technik in Ampeln und an Fahrrädern im Zusammenspiel mit Wärmebildkameras macht es möglich. Ähnlich reagierte das Fahrzeug von SEAT auf ein Pannenfahrzeug, das mit eingeschalteter Warnblinkanlage hinter einer Kurve stand. Bei den schnellen Warnungen wird der Vorteil der kurzen Latenzzeiten in einem 5G-Netz deutlich.

Wichtig zu wissen ist, dass all diese Beispiele zwar jetzt schon funktionieren können, in der Praxis aber natürlich noch Zukunftsmusik sind. Denn weder gibt es gegenwärtig flächendeckend 5G-Netze, noch sind Autos mit C-V2X-Technologie ausgestattet, noch Ampeln mit 5G-Sensorik versehen, noch sind Smartphones am Markt erhältlich, die eine entsprechende Kommunikation mit Ampeln oder Autos ermöglichen. Aber: Am Rande des MWC wird erstmals so richtig erlebbar, was 5G kann. Und das – so viel darf man sagen, ohne zu übertreiben – macht Lust auf mehr.

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