Motorola Razr: Ein reines Debakel – ein Kommentar

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Es hätte so schön werden können: die Neuauflage einer Handy-Ikone. Das Motorola Razr, einst DAS Klapphandy. Wer es damals nicht hatte, war ein Außenseiter. Mehr als 15 Jahre ist es her. Vor Kurzem wurde das Motorola Razr neugeboren – als Smartphone mit faltbarem Display. Eine Totgeburt? Ein Kommentar.
Motorola Razr in der Hand
Motorola Razr in der HandBildquelle: Motorola

Als Klapphandys im Trend lagen, also vor etwa 20 Jahren, brachte Motorola das Razr auf den Markt. Zum richtigen Zeitpunkt. Denn wie sich bereits kurz darauf zeigte, wurde das Handy zum Verkaufsschlager. Bis heute gilt das Ur-Razr als Stilikone, als eines der schillerndsten Handys der Geschichte, als Synonym für das Klapphandy. Auch wenn es damals nicht mit der besten Technik ausgestattet war, die es zu dem Zeitpunkt gab.

Im vergangenen Jahr dann die Überraschung. Motorola legt das Razr neu auf. Mit riesigem und faltbarem Touchdisplay, als Smartphone. Schaut man sich das Gerät an, kommen unweigerlich Erinnerungen an den damaligen König der Handys hoch. Doch einen Unterschied zu damals gibt es: das neue Motorola Razr verkauft sich bei Weitem nicht so gut wie sein klappbarer Uropa.

Selbst für Nostalgiker zu teuer

Deutlich macht das eine Aktion, die Motorola gerade in den USA fährt. Kauft man dort ein Razr, bekommt man ein zweites geschenkt. Äh, was? Ja, das Smartphone verkauft sich offenbar nicht so gut wie erhofft. Und nein, in Deutschland gibt es diese Aktion nicht. Hierzulande ist der Falter noch nicht einmal über die eigene Seite des Unternehmens erhältlich. MediaMarkt, Saturn und O2 bieten das Gerät für rund 1.500 Euro an. Viel Geld für ein bisschen Nostalgie, nicht wahr?

Denn schaut man sich die faltbare Neuauflage des Razr genauer an, kommt darin nur Mittelklassetechnik zum Einsatz. Bis auf das innovative Display ist aber jedes aktuelle, 500 Euro günstigere Smartphone besser. Hinzu kommt: Die Neuauflage des Motorola Razr ist doppelt so teuer wie das Meisterstück, das 2004 in den Handel kam. Übrigens kostete der damalige Nachfolger des Verkaufsschlagers, das Razr V3i, nur noch 380 Euro.

Motorola Razr: Warum will es keiner haben?

Es mag also am Preis liegen, weshalb sich das neue Razr so schlecht verkauft. Vielleicht liegt es auch daran, dass Motorola einst die angesagte Marke war. Hinter Nokia (30 Prozent) lag Motorola mit einem Marktanteil von 15 Prozent auf Platz zwei. Heute sind es Samsung, Apple und Huawei, die den Markt dominieren. Motorola kommt aktuell in Deutschland noch nicht einmal auf 1 Prozent. Vielleicht liegt es aber auch an der Mittelklassetechnik, daran, dass das Display noch nicht einmal in Full-HD auflöst und das Razr nur eine Hauptkamera besitzt. Oder daran, das es nur eSIMs unterstützt. Oder weil das Gerät noch mit Android 9 läuft, während Android 11 bereits vor der Tür steht.

Die 2-für-1-Aktion von Motorola zeigt jedoch, dass der hohe Preis einen wesentlichen Teil dazu beiträgt. Mit 750 Euro pro Smartphone kommt man einerseits auf die Summe des Ur-Razrs. Andererseits macht das Angebot deutlich: Das Neugeborene ist zwar keine Totgeburt, jedoch ist es mittlerweile nur eines von vielen. Und Mittelmaß reicht heute wohl nicht mehr aus.

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