Chef der Monopolkommission will Amazon Prime beschneiden

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Keine guten Nachrichten für deutsche Kunden von Amazon Prime. Die Vorteile, die sie bisher aus ihrer Premium-Mitgliedschaft ziehen, könnten beschnitten werden. Denn Amazon Prime muss sich Ermittlungen der deutschen Monopolkommission stellen. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf den Vorsitzenden der Monopolkommission, Achim Wambach.
Achim Wambach
Bildquelle: Monopolkommission

Hintergrund ist dem Vernehmen nach, dass sich Amazon eine gewaltige Marktmacht im deutschen Online-Handel aufgebaut habe. Wambach sagte der Zeitung: „Man könnte bei Amazon in Richtung einer Entbündelung auf Produktebene denken.“ Denn Amazon Prime verknüpfe verschiedene Leistungen, so Wambach weiter. Prime-Kunden haben neben der Inanspruchnahme eines kostenlosen Premium-Versands unter anderem die Möglichkeit, ohne weiteren Aufpreis Musik zu hören und über Prime Video Filme und Serien zu sehen.

Vorbild: Strafe gegen Google

Der deutsche Chef der Monopolkommission glaubt, man könne bei Amazon ähnlich argumentieren, wie bei Google. Der Internetkonzern war vor wenigen Monaten von der EU-Kommission zu einer Strafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro verdonnert worden, weil er seine Marktmacht bei Android-Smartphones missbräuchlich ausgenutzt habe. Hersteller von Android-Geräten seien gezwungen worden, ein Paket an Google-Diensten auf ihren Produkten einzubinden, stellte die EU-Kommission damals fest. Google reagierte entsprechend.

Inwiefern Wambach dieses bereits gesprochene Urteil nun im Detail auf die Ermittlungen gegen Amazon anwenden möchte, bleibt zunächst unklar. Denn weder drängt Amazon seine Prime-Abos den eigenen Kunden auf, noch zwingt der Konzern Online-Shopper oder Wettbewerber zu etwas, was mit Prime in direkten Zusammenhang zu stellen ist.

Und auch die Marktmacht von Amazon selbst ist zwar zweifelsohne existent, aber basiert zu wesentlichen Teilen nicht auf dem eigenen Schaffen im Versandhandel. Denn ein Großteil der Käufe, die über die Plattform von Amazon stattfinden, laufen über den Amazon Marketplace. Und hier verkauft nicht Amazon selbst die Waren, sondern unzählige kleinere Händler, die Amazon lediglich als Anlaufstelle nutzen. 

Was ist die Monopolkommission überhaupt?

Die Monopolkommission mit Sitz in Bonn ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. Ihr Vorsitzender ist Achim Wambach, der auch Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ist.

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3 KOMMENTARE

  1. Amazon zwingt einen indirekt Prime auf, weil es bei Black Friday so ist, dass Prime Mitglieder eher Zugriff haben und auch sonst gibt es Prime-Exclusives. Heißt, auch Amazon missbraucht das natürlich so wie es jeder machen würde, der wachsen will

    • @Christian H: Das sehe ich nicht so eng! Eine Mitgliedschaft bietet vielfältige Vorteile. Wenn ich beispielsweise Mitglied in einen Fußballclub bin, habe ich das Privileg bei einem Top-Spiel die Eintrittskarte vorab aus einem Sonderkontingent zu bekommen. Amazon Prime ist auch eine Art Mitgliedschaft.

  2. Schwachsinn, niemand ist gezwungen online einzukaufen und schon gar nicht genötigt wird Videos zu glotzen! Geht den ganzen Tag arbeiten dann lernt ihr den Service zu schätzen wissen.

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