Mobilfunk: Telekom plant Karte mit unverschuldeten Funklöchern

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Die Telekom hätte im vergangenen Jahr gerne deutlich mehr LTE-Sendemasten in Deutschland in Betrieb genommen. Warum das nicht klappte und was die Kunden schon in Kürze erwarten können, sagte Telekom-Vorstand Tim Höttges jetzt auf der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens.
Ein sehr ländlicher Mobilfunk-Sendemast auf der Insel Poel
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki

Das Telekom-Netz habe Ende 2018 eine LTE-Abdeckung von rund 98 Prozent in der Bevölkerung gehabt, heißt es von der Telekom. Im gesamten Jahr habe die Telekom insgesamt 1.300 Sendestationen in Betrieb genommen. „Ich sage Ihnen, wir hätten gerne deutlich mehr Sendemasten in Betrieb genommen“, sagte Konzern-Chef Höttges an die anwesenden Journalisten gerichtet.

„Warten auf hunderte von Genehmigungen“

Doch das habe nicht geklappt. Einer der Gründe dafür sei das langwierige Antrags- und Genehmigungsverfahren. „Wir warten derzeit bei hunderten von Sendemasten auf Genehmigungen“, sagte Höttges. Dabei geht es entweder um Baugenehmigungen der Kommunen, wenn ein neuer Mast errichtet werden muss. Aber auch die Bundesnetzagentur muss jeden einzelnen Sendemast, der eine gewisse Sendeleistung überschreitet, genehmigen. Lediglich Small Cells, die nur einen Radius von wenigen Metern abdecken, brauchen unter bestimmten Umständen keine Genehmigungen.

Ein weiteres Problem seien Bürgerinitiativen, die versuchen, Sendemasten zu verhindern. Hintergrund der Bürgerinitiativen ist oftmals vermutlich die Angst vor den Mobilfunkstrahlen. Allerdings müssen die Mobiltelefone der Bürger deutlich weiter und stärker senden, wenn kein Mast in der Nähe ist.

2.000 neue Sendemasten pro Jahr geplant

Um jenen Kunden, die sich über Funklöcher beschweren, zu zeigen, wo die Telekom auf Genehmigungen wartet, plant sie eine Transparenz-Offensive. Noch in diesem Quartal will die Telekom auf einer Webseite öffentlich zeigen, wo man gerade auf Genehmigungen wartet und deswegen keine Funklöcher schließen kann.

Weder den Genehmigungsbehörden noch den Bürgerinitiativen gegen Sendemasten dürfte in den kommen Jahren langweilig werden. „Im laufenden Jahr wollen wir beim Ausbau unseres LTE-Netzes noch stärker zulegen als 2018“, kündigte Höttges an. „Wir planen für die Zeit bis 2021 im Durchschnitt jährlich mehr als 2.000 neue Mobilfunkstandorte.“ Das seien annähernd 10.000 neue Standorte. Zum Vergleich: Heute betreibe die Telekom 27.000 Standorte.

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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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