Microsofts Copilot+: Windows künftig voller künstlicher Intelligenz

4 Minuten
Copilot+ soll mit Künstlicher Intelligenz an vielen Stellen im Windows-Betriebssystem helfend zur Seite stehen und unter anderem kreative Schaffensprozesse, Videokonferenzen und Spiele optimieren. Eine leistungsstarke NPU soll dafür sorgen, dass die KI auch effizient arbeitet.
microsoft copilot
microsoft copilotBildquelle: Microsoft

Microsoft wird seit Monaten nicht müde, die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) anzupreisen. Der Hersteller gehört zu den großen Förderern von OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, das in der Version GPT-4o auch die Basis des in Windows integrierten Copilot-Assistenten steht.

Nur NPU von Snapdragon-Chips aktuell mit genug Leistung

Am 18. Juni erfolgt der nächste Schritt. Dann wird CoPilot+ auch hierzulande zur Verfügung stehen, mit dem die KI noch tiefer in Windows 11 integriert wird – allerdings nur dann, wenn das Notebook einen der neuen Qualcomm Snapdragon Plus X oder Elite X Prozessoren besitzt. Denn voraussetzend ist neben einem mindestens 16 GB großen Arbeitsspeicher und einer SSD mit einer Kapazität von 256 GB eine NPU, die 40 TOPS leisten muss. Nur der Qualcomm-Chip verfügt aktuell über eine solche Einheit. Die Hexagon-NPU des Herstellers bietet 45 TOPS.

Der Hintergrund für diese Hardwareanforderung liegt in den Bestrebungen, die Effizienz zu verbessern. Eine kompakte und für KI-Anwendungen optimierte NPU benötigt weit weniger Strom bei dieser Art von Aufgaben als CPU und GPU. Und das schont nicht nur den Akku im Notebook. Insgeheim hofft Microsoft damit auch die Last auf seinen Rechenzentren zu reduzieren, mit denen die entsprechenden Dienste bereitgestellt werden, denn der damit verbundene Stromverbrauch ist hoch.

Microsoft Winows 11 Copilot
Copilot überall: Die Optionen für Videocalls lassen sich aus der Taskleiste aufrufen

Copilot omnipräsent in Windows 11

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, findet sich der KI-Assistent an fünf Stellen: Zum einen Windows 11 selbst. Das Symbol findet sich nicht nur auf der Tastatur, sondern ruft sich auch an vielen Einstellungsmenüs zurück ins Gedächtnis. So kann schon beim Aufrufen der Webcam zwischen drei Modi ausgewählt werden, um die Darstellung des eigenen Antlitzes sowie des Hintergrunds zu optimieren. Im Teleprompter-Modus präsentieren sich die eigenen Augen stets dem Gegenüber, auch wenn sie abwesend zur Tischplatte starren.

Daneben steckt der CoPilot in Bing, in Edge und in Microsoft 365. Außerdem gibt es einen CoPilot Pro. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen KI-Assistenten für professionelle Anwender, sondern auch dieser richtet sich an klassische Consumer, die den Copiloten noch intensiver nutzen wollen. Das Kürzel Pro deutet allerdings darauf hin, dass dieser Zusatz gebührenpflichtig ist.

Microsoft Winows 11 Copilot
Alles nur Spielerei? CoCreator zaubert aus wenigen Worten und etwas Gekrakel erstaunliche Ergebnisse

Künstliche Intelligenz hilft in allen Lebenslagen

Ganz praktisch zeigen sich die neuen Möglichkeiten auch in Paint. Du musst kein großes Talent mehr mitbringen, um künstlerisch beeindruckende Grafiken zu erstellen. Eine vage Skizze in Paint und ein Prompt im sogenannten CoCreator, der integriert ist und schon werden mehr als vorzeigbare Entwürfe errechnet.

Ein weiteres, heiß diskutiertes Highlight, die bereits viel diskutierte Recall-Funktion, bei der Inhalte an Hand von Screenshots, die konstant aufgezeichnet werden, gesucht werden können, wird zum Start von Copilot+ dagegen fehlen. Sie kann weiterhin nur im Rahmen des Windows Insider Program ausprobiert werden. Wann die Funktion nachgereicht wird, die eigentlich zum Start von Copilot+ fest eingeplant war, gibt Microsoft nicht bekannt. Als Grund gibt Microsoft Sicherheitsbedenken an. Insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes wurde das Recall-Feature bereits kritisiert.

Beeindrucken kann auch die Live-Caption-Funktion. Sie versteht sich auf 44 Sprachen und kann Texte, etwa in Chats, aber auch gesprochenes Wort in Echtzeit ins Englische übersetzen. Die Ausgabe erfolgt dann in Form von Untertiteln. Selbst an Gamer wurde gedacht. Mit ihrer integrierten GPU sind die Snapdragon-Prozessoren nicht fürs Gaming gedacht. Wer sich dennoch an anspruchsvolleren Titeln versucht, freut sich über automatisiertes Upscaling. Die Funktion wird von Microsoft als Auto Super Resuloution bzw. Auto SR bezeichnet Damit lassen sich vergleichsweise schlichte HD-Bilder auf ein gutes 2K-Niveau hochrechnen. Zumindest im Spiel Witcher 3 konnte diese Form des Upscaling überzeugen und mit einer ansprechenden Bildqualität ein Spielerlebnis mit etwa 40 Frames pro Sekunde bieten.

Künstliche Intelligenz als Alleinstellungsmerkmal für Windows

Die von Microsoft präsentierten Möglichkeiten, die der Copilot eröffnen kann, können durchaus beeindrucken. In Zukunft dürfte die Künstliche Intelligenz im Alltag weiter an Bedeutung gewinnen. Der Copilot ist ein erster Schritt, um den Weg dahingehend zu ebenen.

Man sollte allerdings nicht vergessen, dass Microsoft mit seinem Windows-Betriebssystem unter Druck steht, auch wenn der Marktanteil das auf den ersten Blick nicht vermuten lässt. Doch im Alltag vieler verliert der PC im Allgemeinen an Bedeutung, viele alltägliche Arbeiten werden einfach mit dem Smartphone erledigt. Bei hochwertigen Notebooks versucht Apple seine Verkäufe zu steigern. Und Google versucht mit Chrome OS und günstigen Notebooks im unteren Leistungsbereich zu reüssieren – auch wenn sich der Erfolg zumindest hierzulande nicht so recht einstellen mag. Selbst das Betriebssystem Linux fand sich zuletzt auf mehr Desktop-Systemen weltweit wieder.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein