Mercedes-Benz: Diesem Modell droht das Aus

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Strafft Daimler-Chef Ola Källenius das Angebot an Fahrzeugen in der Modellpalette von Mercedes-Benz? Laut "Handelsblatt" wird genau das aktuell überlegt. Eine ganze Modellreihe könnte den Überlegungen zum Opfer fallen, um Mercedes in Zukunft profitabler wachsen zu lassen.
Mercedes B-Klasse vor dem Aus?
Die B-Klasse von Mercedes-Benz könnte es nicht mehr lange geben.Bildquelle: Mercedes-Benz

„Wir haben das Familienauto neu erfunden.“ Mit diesen Worten preist Mercedes-Benz den Kompaktvan B-Klasse auf seiner Internetseite an. Seit 2005 wird das Auto mit höher eingebauten Sitzen und mehr Schulterfreiheit gebaut. Aktuell verkauft der Stuttgarter Automobilkonzern die bereits dritte Generation des Fahrzeugs. Wird es eine vierte geben? Unwahrscheinlich. Denn Mercedes-Benz plant eine Straffung der eigenen Modellpalette, berichtet das „Handelsblatt“.

B-Klasse: Das Aus ist nah

Etwa 2.000 Fahrzeuge der B-Klasse wurden in Deutschland pro Monat vor der Corona-Krise neu zugelassen. Rund 2.500 waren es im Dezember 2019, 2.200 im darauf folgenden Januar und 1.900 im Februar. Während der Corona-Pandemie dann der große Einbruch. Für April weist das Kraftfahrtbundesamt nur noch knapp 400 B-Klasse-Zulassungen aus, für Mai immerhin wieder knapp 900. Trotzdem steht der Mini-Van, der unter anderem mit dem Ford C-Max, dem Kia Soul und dem Renault Scenic konkurriert, vor dem Aus.

Offiziell bestätigen will das bevorstehende Ende der B-Klasse bei Mercedes-Benz niemand. „Die Behauptung ist falsch“, zitiert die Wirtschaftszeitung einen Konzernsprecher. Gleichwohl berichtet sie – für gewöhnlich bestens vernetzt – unter Berufung auf Konzernkreise, dass Daimler die B-Klasse langsam ausrollen lassen wolle. Unter anderem wegen vergleichsweise schleppender Verkaufszahlen der dritten Modellgeneration. „Die Zahlen sind klar unter Plan“, zitiert die Zeitung einen namentlich nicht näher genannten Daimler-Veteran. Ein zweiter Manager wird mit den Worten zitiert, für das Modell sehe es aktuell „sehr schlecht aus“.

Wann genau das B-Klasse-Aus bevorstehen könnte, ist aktuell noch Spekulation. Möglich wäre aber, dass zwischen 2024 und 2026 die letzten Fahrzeuge im Werk in Rastatt vom Band laufen. Denn dann ende der Lebenszyklus der aktuellen Generation der Mercedes-Benz B-Klasse, berichtet das „Handelsblatt“ weiter. Aus Konzernkreisen sei zu vernehmen, dass es nach heutigem Stand keine vierte Generation geben werde. Und auch das Limousinen-Modell der A-Klasse stehe intern zumindest zur Diskussion.

Neuer Daimler-Chef trimmt den Konzern

Ein mögliches Produktionsende der B-Klasse würde ein Stück weit in die Strategie des neuen Daimler-Chefs Ola Källenius passen. Gegenüber seinem Vorgänger Dieter Zetsche steht für den Schweden eine bessere Rendite vor immer höheren Absatzzahlen. Profitables Wachstum lautet die Marschrichtung – was gerade in der Corona-Krise schwer sein dürfte.

Im Fokus der Wachstumsstrategie von Mercedes-Benz stehen neben SUVs und modernen Limousinen vor allem (wie bei jedem namhaften Hersteller) Elektroautos. Und auch hier hat Mercedes-Benz einige Hausaufgaben zu erledigen. Während BMW laut Kraftfahrtbundesamt zum Beispiel im Dezember 2019 immerhin 625 reine E-Autos und fast 7.000 Hybrid-Modelle absetzen konnte, waren es bei Mercedes-Benz nur 75 Elektroautos und 3.553 Hybrid-Fahrzeuge. Immerhin: Beim Absatz von Plug-in-Hybriden lagen BMW (1.461) und Mercedes (1.375) fast gleich auf.

Und nebenbei erwähnt: Die B-Klasse von Mercedes-Benz als Plug-in-Hybrid-Modell wurde erst Ende 2019 neu vorgestellt. In der Basisausstattung kostet das Fahrzeug rund 38.355 Euro – Umweltbonus noch nicht mit eingerechnet.

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6 KOMMENTARE

  1. Verunsicherungen aufgrund der Coronakrise sind kein guter Lehrmeister für eine Modell-
    politik, denn die Krise wird vorübergehen. Daimler ist mit seinen Baureihen gut unterwegs und muss nur aufpassen, dass der Anschluss an neue Entwicklungen (elektro-, wasserstoff-, hybrid) nicht verlohren geht.

  2. Verlohren ? Wir haben es hier nicht mit den Ohren, sondern mit Verlust zu tun. In Zeiten der Einsparungen können wir hier das „h“ weglassen, dann sind wir richtig unterwegs und haben sogar noch eingespart !

  3. Langsam schießt sich Mercedes vom Markt für normale Kunden. Gerade die B-Klasse ist für das ältere Publikum das Auto welches sie gut und bequem von A nach B und wieder zurückbringt. Nach dem Ende der GLK-Baureihe und bald des kleinen Roadsters will wohl Mercedes wieder in die Oberklasse zurück. Naja China will es so und dann tuen es wir natürlich auch. Mercedes ist, glaube ich, ein deutscher Hersteller der international Autos verkauft.? Wird das jetzt anders?

  4. Während Corona haben sowohl Familien als auch Ältere was besseres zu tun als ein Auto zu kaufen. Klar dass man das an den Zahlen sieht.

  5. Die autofeindliche Politik der Bundesregierung und das Baden-Württemberg grün regiert wird, führt dazu, dass die Absatzzahlen einbrechen. Die Standortbedingungen der Industrie haben sich verschlechtert, was dazu führt das Eberspächer seine Standheizungen nun in Polen herstellen lassen wird. Nach Auslaufen der Kurzarbeit werden Unternehmen radikal Mitarbeiter entlassen. Gerade bei den Automobilzulieferern ist die Produktion massiv eingebrochen. Lösungen und Strategien können die Grünen nicht anbieten. Es sind Kommunisten, die am Besten Geld anderer Leute ausgeben können.

  6. Ich habe mich für die B-Klasse interessiert.Doch jetzt,wo ich weiß,daß das Modell aus der Produktion genommen werden soll ,nehme ich lieber Abstand

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