Mercedes-App offenbart Daten und Bewegungsprofile anderer Nutzer

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Die Realität hat Georges Orwells Roman „1984“ in puncto Überwachung bereits längst überholt. Unser Smartphone, unsere digitalen Lautsprecher, ja, selbst unsere Autos sind bereits mit dem digitalen Raum verbunden. Daraus ziehen wir zahlreiche Vorteile, laufen allerdings auch Gefahr, unser Privatleben zu entblößen. Und dafür bedarf es nicht einmal unbedingt eines Hackers, wie ein neuer Vorfall mit der Mercedes-me-App zeigt.
Mercedes-me-AppBildquelle: Mercedes / Techcrunch

Über die Mercedes-me-App können Nutzer zahlreiche Informationen wie den Standort des eigenen Fahrzeugs abrufen und dieses sperren oder entsperren. Blöd nur, wenn man nicht der einzige ist, der Zugriff auf diese Daten hat. Genau das geschah am Freitag in den USA. Zwei Nutzer erzählten dem Portal Techcrunch, dass sie vorübergehend zahlreiche Daten anderer Nutzer einsehen konnten. Dazu zählten unter anderem der Name, die Telefonnummer und kürzliche Aktivitäten beziehungsweise Standorte. Das bestätigte auch die Daimler-Sprecherin Donna Boland. Demnach handelte es sich bei den offen verfügbaren Daten um gecachte Inhalte. Echtzeit-Zugriffe zu den Accounts, finanzielle Informationen und live-Standort-Verfolgungen seien hingegen nicht möglich gewesen. Nachdem das Problem erkannt wurde, soll das System offline genommen worden sein, bis der Fehler korrigiert wurde.

Laut Techcrunch soll sich einer der Betroffenen Nutzer mit der Person in Verbindung gesetzt haben, deren Konto ihm angezeigt wurde. Diese bestätigte daraufhin, dass die angezeigte Standort-Historie tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Deutsche Nutzer waren nicht betroffen

Wie ein Daimler-Sprecher gegenüber Heise Online bestätigte, seien deutsche Nutzer zu keiner Zeit betroffen gewesen, da die europäische Anwendung auf anderen Servern läuft. Grundsätzlich zeigt das aktuelle Ereignis jedoch wieder einmal, dass das Wort „sicher“ in der digitalen Welt höchstens von Nachrichtendiensten genutzt werden kann. Der Vorfall stellt lediglich ein weiteres Glied in einer langen Kette von Sicherheitslücken dar. Zu den Protagonisten gehören dabei unter anderem Mikroblogging- und Messaging-Dienste wie Twitter und WhatsApp, bekannte Hersteller wie Apple sowie öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser.

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