Mehr LTE: Längstes Funkloch Deutschlands wird geschlossen

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Je näher ein Mobilfunkkunde der deutschen Grenze kommt, desto schlechter wird der LTE-Empfang. Doch das wird sich jetzt ändern. 780.000 Haushalte sollen schon binnen kürzester Zeit LTE-Netz bekommen.
Vodafone Basisstation
Bildquelle: Vodafone

Das Bundesverkehrsministerium spricht von einem engen Dialog mit der Bundesnetzagentur, der in den vergangenen Monaten stattgefunden haben muss. Dieser Dialog führt nun dazu, dass sich die deutschen Mobilfunknetze in Grenzregionen deutlich verbessern werden. Bisher hatten die Kunden oftmals auf deutschem Boden besseren ausländischen LTE-Empfang als Empfang des eigenen Netzes. Je nach Region und Nachbarland war schon mehrere Kilometer vor der Grenze nur noch das GSM-Netz, mit Glück noch UMTS aus Deutschland zu empfangen, während gleichzeitig die ausländischen Netze in guter Qualität zu empfangen waren.

„Jeder muss immer und überall telefonieren und surfen können“ Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Regelung betrifft 780.000 Haushalte

„Jeder muss immer und überall telefonieren und surfen können. Daran arbeiten wir mit aller Konsequenz“, lässt sich Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in einer Pressemitteilung zitieren. Für jene Menschen in grenznahen Regionen habe man nun eine Lösung gefunden. Bisher hatte es hier Schwierigkeiten gegeben. „Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern sorgen wir ab sofort für Empfang in über 780.000 Haushalten in Grenzregionen.“

Das Problem an den Grenzen: Die Sendesignale machen nicht vor einem virtuellen Schlagbaum halt. Das heißt, die Netze senden auch ins Ausland. Hier aber haben die deutschen Netzbetreiber kein Recht, die deutschen Frequenzen zu belegen. Die Folge laut Ministerium: Die Mobilfunkanbieter haben in den Grenzregionen zahlreiche LTE-Stationen aufgebaut, können das vorhandene Potential aber nicht vollständig nutzen. Der Grund dafür war die Auslegung der Vorschriften zur Auslandskoordination. Genau hier haben die Behörden nun aber etwas geändert. Ab sofort können die Mobilfunkbetreiber LTE-Stationen, die bislang nicht eingeschaltet waren, aktivieren und LTE-Stationen, die bislang leistungsreduziert betrieben wurden, voll aufdrehen.

Nach Angaben des Verkehrsministerium setzen die Mobilfunkanbieter nun jene Maßnahmen um, die aus einem Konzept zur Weiterentwicklung des Grenzkoordinierungsverfahrens entwickelt wurden. Das Ziel: Kurzfristig alle Funklöcher zu schließen, die es bislang durch diese Grenzprobleme gab. Verbesserungen in der Mobilfunkversorgung werden dadurch ab sofort erwartet, heißt es aus dem Ministerium. Vor kurzem erst hatte die Telekom angekündigt, die Gesprächsübergabe zwischen deutschen und ausländischen Netzen verbessern zu wollen.

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1 KOMMENTAR

  1. Geht die Angabe welche Grenzbereiche besser werden sollen, auch genauer. So stehen in dem Artikel nur Werbesprüche der Anbieter bzw. des Verkehrsministers.

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