Mazda Carsharing am Ende: Kapitulation wegen flegelhaftem Verhalten

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Vorbei! Bei Mazda gehen die Lichter aus. Bis Ende 2019 zieht sich der Konzern vom Carsharing-Markt in Deutschland zurück. Und das nicht grundlos. Die Menschen gingen mit den Fahrzeugen einfach nicht pfleglich um. Die Folge: Die Kosten lagen deutlich über dem kalkulierten Niveau.
Mazda Carsharing
Bildquelle: Mazda

Während DriveNow und car2Go aus Kostengründen in Zukunft als ShareNow gemeinsame Sache machen wollen, während Sixt Share und WeShare von Volkswagen im Begriff sind, den Carsharing-Markt von hinten aufzurollen, macht ein weiterer Anbieter jetzt Schluss. Mazda kapituliert vor zu hohen Kosten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Mazda beendet Carsharing-Angebot bis Ende 2019

Im Jahr 2018 gestartet, ist bald schon wieder Schluss. Das stationsgebundene Carsharing-Angebot mit namhaften Partnern wird nicht fortgeführt. Bis Ende 2019 werde die Flotte sukzessive aufgelöst, teilte Mazda mit. Der japanische Hersteller hatte seinen Mobilitätsdienst in Kooperation mit der Deutschen Bahn, Lidl und dem Dienstleister Choice betrieben. Kunden standen die Autos unter anderem über die Flinkster-App von der Deutschen Bahn zur Verfügung. Lidl stellte die Parkplätze vor seinen Filialen zur Verfügung.

Deutschlandweit standen 850 Fahrzeuge verschiedener Modelle von Mazda zur Verfügung. Jetzt ist aber Schluss. Man habe „wertvolle Erkenntnisse aus dem Projekt gewonnen“, sagte Stefan Kampa aus dem Mazda-Management laut Mitteilung. Ein weiterer Satz lässt jedoch aufhorchen: „Langfristig ist jedoch leider der Betrieb der Flotte für uns wirtschaftlich nicht darstellbar.“ Mit anderen Worten: Das Carsharing-Angebot ist für Mazda zu teuer. Und das hat Gründe.

Ein namentlich nicht näher genannter Flottenmanager sagte der FAZ: „Carsharing funktioniert einfach nicht. Die Autos werden rücksichtslos behandelt, verdreckt, beschädigt, irgendwo abgestellt. Viele Menschen kümmern sich eben nicht um Sachen, die nicht ihre eigenen sind. Unser Aufwand ist viel zu hoch.“ Harte Worte, die aufhorchen lassen.

Ersatz für Mazda-Angebot in Prüfung

Möglicherweise gibt es aber schon bald Ersatz. Choice teilte mit, gemeinsam mit der Deutschen Bahn und Lidl die Weiterführung eines optimierten Angebots zu prüfen. Denn das bisherige Angebot habe bei allem Ärger über die Kundschaft auch klare Vorteile. Zum Beispiel die Verfügbarkeit von Carsharing-Fahrzeugen in der Fläche. Es hätten auch Haushalte profitiert, die nicht im Ballungsraum von Großstädten liegen.

Kunden des Mazda-Carsharing-Angebots können unterdessen übrigens bald zwar nicht mehr das ursprünglich angedachte Angebot nutzen, aber dafür direkt die Flinkster-Autos der Deutschen Bahn. Immerhin eine Alternative.

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