Magenta Sport Störung: Das große Telekom-Fiasko

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Eine große Störung hat der Deutschen Telekom am Dienstagabend den Auftakt einer umfangreichen Gratis-Aktion versaut. Das lag aber anders als vielerorts vermutet, nicht an einer zu großen Nachfrage, wie sich heute, einen Tag später, herausstellt.
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Ein großer Ausfall bei Magenta Sport überschattete am Dienstag den Auftakt einer Gratis-Aktion.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Die Ankündigungen waren groß: Magenta Sport, die Sport-TV-Marke der Deutschen Telekom, wollte am Dienstag zum Auftakt einer großen Gratis-Aktion das Traditionsduell in der 3. Liga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und 1860 München für alle interessierten Zuschauer kostenlos zeigen. Dieses Vorhaben ging aber gründlich in die Hose. Denn die gesamte Plattform von Magenta Sport ging kurz vor Anpfiff in die Knie. Weder im Web noch über die App war es möglich, die Livestreams des Spieltags abzurufen. Auch nicht für die zahlende Kundschaft. Wie konnte das passieren? Ein Problem mit zu vielen Zugriffen? „Nein, wir hatten kein Last-Problem“, sagte ein Telekom-Sprecher am Mittwoch gegenüber inside digital und ging noch etwas tiefer ins Detail.

Magenta Sport Störung: Das war die Ursache

In einem Rechenzentrum sei eine nicht näher definierte Komponente ausgefallen, die eigentlich nicht hätte ausfallen dürfen. Bei der Telekom geht man sogar so weit, zu behaupten, dass ein Ausfall der Komponente aus rein technischer Sich eigentlich nicht hätte passieren können. Passiert ist es trotzdem. Wie das nun einmal bei Technik so ist: zuweilen unberechenbar. Und nun läuft bei der Telekom nach eigenen Angaben eine tiefergehende Analyse, wie genau es zu der schwerwiegenden Panne kommen konnte.

„Wir können unsere Kunden und alle interessierten Fans nur vielmals um Entschuldigung bitten“, führte der Telekom-Sprecher gegenüber unserer Redaktion weiter aus. Eine Störung sei nie ganz auszuschließen, aber man werde in jedem Fall zusätzliche Redundanzen in die Systeme von Magenta Sport integrieren, um das Risiko eines ähnlichen Ausfalls so gering wie möglich zu halten.

Viel Wert legt man bei der Telekom aber darauf, zu betonen, dass die Problematik am Dienstagabend nicht entstanden sei, weil zu viele Menschen gleichzeitig auf die Livestreams der 3. Liga zugreifen wollten. „Eine hohe Nachfrage hatten wir in der Vergangenheit auch schon bei anderen Spielen der 3. Liga. Das können unsere Systeme absolut verkraften“, so der Telekom-Sprecher weiter. Wichtig auch: Die allgemeine IPTV-Plattform Magenta TV war von der Störung nicht betroffen.

Telekom: Keine Entschädigung geplant

Eine Entschädigung für zahlende Magenta-Sport-Kunden soll es übrigens nicht geben. Und das, obwohl die Einzelspiele am Dienstagabend lange weder über die App noch über die Web-Plattform zu sehen waren. Maximal ärgerlich für alle Fans, deren Vereine am Dienstagabend in der 3. Liga am Ball waren. Loben muss man die Telekom allerdings für ihre Kommunikation über die Social-Media-Kanäle. Zum Beispiel bei Facebook und bei Youtube wurden kurzerhand Ersatz-Livestreams zum Topspiel zwischen Kaiserslautern und 1860 München und zur Konferenzschaltung der Drittligaspiele aktiviert.

Eine neue Chance, noch nicht zahlenden Interessierten zu beweisen, dass Magenta Sport eine zuverlässige Livesport-Plattform ist, hat die Telekom schon am Donnerstag. Dann kannst du kostenlos und hoffentlich ohne Ausfälle das DEL-Topspiel zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG sehen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Telekom durch die Panne am Dienstagabend bei vielen Fußballfans einen massiven Imageschaden erlitten hat. Der eine oder andere Kunde dürfte nun dreimal überlegen, ob er sich tatsächlich ein Abonnement zulegen sollte.

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