Lufthansa: Langsamer Weg zurück zur Normalität

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Bei Lufthansa geht es in diesen Tagen ordentlich zur Sache. Der Konzern bereitet unter anderem die Rückkehr zu immer mehr Normalität im Flugplan vor. Doch auch an anderer Stelle gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Unter anderem mit Blick auf das Tragen von Atemschutzmasken an Bord.
Airbus A350 von Lufthansa
Bildquelle: Lufthansa

Kaum eine Branche wurde von der Coronakrise so eiskalt erwischt wie jene, die mit Reisen und Urlaub ihr Geld verdient. Der Betrieb bei Lufthansa beispielsweise kam zwischenzeitlich fast komplett zum Erliegen. Nur ein äußerst schmales Notprogramm an Flügen blieb bestehen. Seit einigen Tagen arbeitet sich Lufthansa aber Schritt für Schritt aus dem tiefsten Morast heraus. Und jetzt steht fest: Das Flugprogramm der Lufthansa Group findet langsam zurück zu (fast) alter Stärke. Allerdings nur mit Blick auf die bedienten Strecken insgesamt. Die Anzahl der jeweiligen Verbindungen bleibt eingeschränkt.

Lufthansa fliegt wieder öfter

Bis September will die Lufthansa Gruppe, zu der unter anderem auch Eurowings, Swiss und Austrian Airlines gehören, wieder 90 Prozent der vor der Corona-Pandemie bedienten Kurz- und Mittelstrecken wieder im Angebot haben. Die Zahl der Langstrecken-Verbindungen soll dann bei circa 70 Prozent des Vor-Krisen-Niveaus liegen. Der grundsätzliche Fokus liege darauf, möglichst schnell wieder möglichst viele Ziele verfügbar zu machen – wenn auch nicht täglich, sondern im Zweifel nur einmal wöchentlich.

Allein die Kernmarke Lufthansa – am Donnerstag aufgrund des drastischen Kursrutsches der Konzernaktie aus dem deutschen Leitindex DAX gerutscht – will im Herbst über die Drehkreuze Frankfurt und München wöchentlich mehr als 100 Mal Ziele in Nordamerika anfliegen. Rund 90 Flüge sind wöchentlich nach Asien geplant. Über 20 in den Mittleren Osten und über 25 nach Afrika. Wieder angeflogen werden zum Beispiel in Afrika Windhoek und Nairobi. Im Mittleren Osten stehen Beirut und Riad wieder im Flugplan. Und in Nordamerika geht es wieder nach Houston, Boston und Vancouver. Flüge nach Asien heben unter anderem wieder nach Hongkong und Singapur ab.

Auch Eurowings, Austrian und Swiss bauen Flugprogramme aus

Bei Austrian Airlines sind ab Juli wieder die Fernziele Bangkok, Chicago, New York (Newark) und Washington im Angebot. Swiss plant im Herbst mit etwa einem Drittel der Kapazitäten rund 85 Prozent aller Destinationen wieder anzufliegen. Eurowings will im Laufe des Sommers wieder 80 Prozent ihrer Reiseziele anfliegen. Nach der Aufhebung der Reisewarnung steige insbesondere das Interesse an Ferienzielen wie Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien sprunghaft an. Deshalb will Eurowings im Juli bereits wieder 30 bis 40 Prozent ihrer Flugkapazitäten in die Luft bringen – mit den Schwerpunkten ab Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln/Bonn.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke bietet Lufthansa ab September insgesamt 1.800 wöchentliche Verbindungen an. Ab Frankfurt werden dann wieder 102 Ziele angeflogen, ab München 88. Zahlreiche Wiederaufnahmen stehen schon in den Buchungssystemen zur Verfügung.

Wieder mehr Service bei Lufthansa

Zum 1. Juni hat Lufthansa übrigens auch das angepasste Service-Konzept ausgeweitet, das noch bis zum 31. August gelten soll. Kunden erhalten vor jedem Flug ein Desinfektionstuch. Auf Kurz- und Mittelstrecken werden in der Business Class der Getränkeservice und das normale Essensangebot wieder reaktiviert. In der Economy-Class gelten die folgenden Regelungen: Bei Flügen unter 50 Minuten bietet Lufthansa keinen Getränkeservice. Ab 50 Minuten Flugzeug erhältst du eine Flasche Wasser, ab 150 Minuten steht neben einem Snack auch ein vollumfänglicher Getränkeservice zur Verfügung.

Auf der Langstrecke erhalten Gäste in allen Klassen wieder das übliche Getränkeangebot. In der First und Business Class haben Kunden auf Interkontinental-Verbindungen zudem wieder die Auswahl aus mehreren Speisen. Auch in der Economy Class steht den Passagieren zum Beispiel auf Flügen nach Asien, Afrika oder Nordamerika eine vegetarische Mahlzeit zur Verfügung. Die Vorbestellung von Sondermahlzeiten ist möglich. In der Premium Economy erhalten Passagiere auf der Langstrecke eine Menükarte mit der Auswahl aus zwei Gerichten.

Pflicht ab 8. Juni: Atemmaske tragen!

Und noch etwas ist neu: Aus einer Empfehlung, an Bord einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, wird in Kürze eine Pflicht. Ab dem 8. Juni ist das der Fall. Dafür ändert Lufthansa sogar die Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABB). In Artikel „11.7 Maskenpflicht“ ist dies wie folgt geregelt.

„Zum Schutz der Gesundheit sämtlicher Personen an Bord sind Sie dazu verpflichtet, während des Boardings, des Fluges und beim Verlassen des Flugzeuges einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Von der Verpflichtung ausgenommen sind Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren sowie Personen, denen das Tragen einer Maske gesundheitsbedingt oder aufgrund einer Behinderung nachweislich nicht möglich ist. Zum Verzehr von Getränken und Speisen an Bord, zur Kommunikation mit Gehörlosen, zu Identifikationszwecken sowie für sonstige notwendige, mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes unvereinbare Tätigkeiten, kann die Maske vorübergehend abgelegt werden. Zur Bedeckung von Mund und Nase können sowohl sog. Alltagsmasken aus Stoff als auch medizinische Schutzmasken verwendet werden.“ ABB Lufthansa

Diese Änderung gilt zunächst für Lufthansa, Eurowings und Lufthansa Cityline. Sämtliche weitere Airlines der Lufthansa Group prüfen aktuell, ebenfalls ihre ABB entsprechend anzupassen.

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