Telekom-LTE-Netz: So will die Telekom 50 Funklöcher schließen

3 Minuten
Die deutschen Mobilfunknetze stehen in der Kritik: Zu schlecht sei die LTE-Netzabdeckung, zu langsam die Netze. Jetzt geht die Telekom in die Offensive. Sie will Kommunen 50 Standorte in Funklöchern ermöglichen.
Zwei Sendemasten mit Antennen in einem Waldgebiet
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki

Die Aktion „Wir jagen Funklöcher“, kurz #wjf, kündigte Markus Jodl, Sprecher der Telekom, bereits vor einigen Tagen auf Twitter bekannt an. Sie wolle damit vor allem die Gemeinden aus einer „lean back“-Haltung holen. Jetzt hat das Unternehmen weitere Details zu der Aktion bekannt gegeben. Demnach will die Telekom in insgesamt 50 Gemeinden und Kommunen zusammen mit den Vertretern vor Ort Funklöcher schließen. Das Besondere dabei: Nicht die Telekom macht die Funklöcher aus und geht auf die Gemeinden zu. Vielmehr können sich die Kommunen bei der Telekom bewerben.

Kommunen sind laut Telekom oftmals eher Netzausbau-Bremse

Der Schritt, die Kommunen den ersten Schritt machen zu lassen, kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Wochen und Monaten machte Telekom-Sprecher Jodl, der für die Telekom Hintergrund-Videos zu den Netzen der Telekom produziert, immer wieder darauf aufmerksam, dass es oftmals die Kommunen und Bürger seien, die keine Sendemasten in ihrem Ort haben wollen, sondern höchstens am Ortsrand oder draußen auf der Grünen Wiese.

Sendemasten am Ortsrand seien aber nicht nur unwirtschaftlicher, sondern auch weniger sinnvoll als Sender mitten im Ort. Der Grund: In der Regel sendet mindestens einer der drei Sektoren eines Mastes in die freie Fläche. Die Kapazität steht den Bürgern des Ortes nicht zur Verfügung. Außerdem ist die Sendeleistung unter Umständen höher, wenn ein ganzes Dorf von einer Seite des Ortes abgedeckt werden muss, statt es von einer zentralen Stelle aus zu versorgen. Anders gesagt, muss die Telekom die Leistung hochdrehen, um das am weitesten entfernte Haus auch noch versorgen zu können.

Die Aktion „Wir jagen Funklöcher“ läuft in ihrer Bewerbungsphase bis November. Erst dann kann die Telekom mit der Planung und Umsetzung der Standorte beginnen. Somit werde es wohl bis Ende 2020 dauern, bis die 50 neuen Funkmasten errichtet und die Funklöcher geschlossen sind. Selbst dieser Zeitplan gilt in der Branche als ambitioniert. Die kompletten Teilnahmebedingungen für Kommunen hat die Telekom auf einer eigenen Webseite veröffentlicht. Übrigens: Die Telekom will bis Ende 2020 weitaus mehr als 50 neue Masten aufbauen. Über 4.000 Standorte seien für die Jahre 2019 und 2020 geplant.

Schon vor einigen Monaten hatte die Funkturm-Tochter der Telekom, die DFMG, eine Karte online gestellt, auf der sie Standorte aufzeigt, wo man vergeblich versucht, einen Mast zu bauen. Die Gründe, warum dieses scheitert, sind dabei vielfältig.

Quellen:

Yves Maitre
HTC lebt – Neuer Chef übernimmt das Ruder
Totgesagte leben länger. So oder so ähnlich darf man argumentieren, wenn man sich die Geschäftsentwicklung von HTC ansieht. Eingebrochene Umsätze, kaum noch neue Smartphones, Fokussierung auf (teure) VR-Brillen… es könnte sicherlich besser laufen. Jetzt übernimmt ein neuer Chef das Kommando. 
Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL