LTE in der Berliner U-Bahn: Auf diesen Linien hast du jetzt endlich Empfang

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Wer im Netz der Berliner U-Bahn mit einem Telekom- oder Vodafone-Handy unterwegs ist, war bisher vor allem eines: offline. Ab heute ändert sich das. Wir zeigen dir die Details.
U-Bahn am Berliner Alexanderplatz
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki

Passend zur Mobilfunk-Initiative der Bundesregierung hat auch der Mobilfunk-Ausbau in der Berliner U-Bahn begonnen. Dieser zeitliche Zusammenhang dürfte eher zufällig sein, zeigt aber dennoch, warum es wichtig ist, bei den Ausbauplanungen nicht nur auf die versorgten Haushalte zu schauen. Denn immerhin transportierte die BVG alleine 2017 mehr als eine Milliarde Fahrgäste. Haushalte hingegen gibt es in der U-Bahn nicht.

U-Bahn Berlin: Aus GSM wird LTE

Ein Blick zurück: 2014 begann E-Plus, das größte U-Bahn-Netz Deutschlands mit LTE zu versorgen. Alle anderen Netzbetreiber konnten ihren Kunden weiterhin nur GSM anbieten. Durch die Fusion von E-Plus und O2 können alle Kunden im Telefónica-Netz seit 2016 LTE nutzen. Vodafone-Kunden haben generell nur GSM, die Telekom hat nur einige wenige Kilometer testweise ausgebaut. So war ein Großteil der Handykunden auch 2019 im Berliner Untergrund noch offline.

Ab sofort ändert sich das – allerdings nur schrittweise. Telefónica hat seine Technik für die Telekom und Vodafone geöffnet. So werden die Antennen gemeinsam genutzt, die eigentliche Funktechnik baut aber jeder Anbieter selber auf. Dafür müssen die drei Netzbetreiber ihre Technik in den Betriebsräumen von Telefónica aufbauen. Im ersten Schritt ist das nun in Teilen des Netzes geschehen.

Auf diesen Berliner U-Bahn-Linien gibt es LTE

Ab sofort gibt es LTE auf den Linien U2, U5, U7 und U8. Allerdings sind alle Linien nur teilweise versorgt. So gibt es auf der U2 zwischen Pankow und Stadtmitte Netz und auf der U5 vom Alexanderplatz bis zum Tierpark, danach verläuft die Linie allerdings oberirdisch. Wer mit der U7 fährt, wird zwischen Gneisenaustraße und Rudow Netz haben und auf der U8 ist der Abschnitt von Hermannstraße bis Bernauer Straße versorgt.

Telekom und Vodafone sind dabei zum Start jeweils mit etwa 50 Mbit/s Kapazität pro Sektor am Start, mittelfristig sollen aber weitere Frequenzen und somit mehr Kapazität hinzukommen. Der gesamte Ausbau wird sich nach Einschätzung der Experten der Netzbetreiber noch zwei Jahre hinziehen, kommendes Jahr will man aber zumindest das Berliner Zentrum komplett ausgebaut haben. Die Arbeiten dauern so lange, weil es mit dem Aufbau der Technik in den Betriebsräumen nicht getan ist. Auch die Antennen müssen ausgetauscht werden. Damit sind Arbeiten im Tunnel erforderlich, was nur dann möglich ist, wenn die Züge nicht fahren.

Kein UMTS ausgebaut

Dass das UMTS-Netz nicht mehr lange bestehen wird, zeigt sich übrigens auch im Berliner Untergrund. Telekom und Vodafone haben das UMTS-Netz dort nicht mehr ausgebaut. Das heißt auch, dass Kunden, die keinen Tarif mit LTE-Freigabe haben, weiterhin nur mit EDGE surfen können.

Das WLAN in den Bahnhöfen der BVG will der Betreiber der U-Bahn übrigens nicht abschalten. „Unser WLAN-Netz in den Bahnhöfen ist kostenlos, bei LTE müssen Sie den Datenverkehr bezahlen“, sagte die scheidende BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Die BVG hatte in den vergangenen Jahren in jedem U-Bahnhof Berlins einen kostenlosen WLAN-Hotspot eingerichtet.

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