LTE-Ausbau bei O2: Hier surfst du jetzt schneller

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Die Bundesnetzagentur hat es gefordert, O2 hat geliefert: In einem ersten Bundesland hat der Netzbetreiber seinen beschleunigten LTE-Ausbau nun auf das geforderte Niveau gebracht. Doch es ist noch immer viel zu tun. Das Coronavirus lässt den Zeitplan bröckeln.
Mobilfunkantenne
Der LTE-Ausbau bei O2 schreitet voran.Bildquelle: Telefónica Deutschland

O2 hat jetzt mehr LTE. Zumindest in Nordrhein-Westfalen. Denn für das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands hat der Netzbetreiber Telefónica Deutschland – Muttergesellschaft von O2 – jetzt einen neuen Zwischenstand zum LTE-Ausbau kommuniziert. Das wäre an sich in der Tat eine tolle Nachricht, doch überall in NRW ist LTE nach wie vor nicht verfügbar. Telefónica selbst spricht von „mindestens 97 Prozent der Bevölkerung“, die nun Zugriff auf das Mobilfunknetz der vierten Generation haben. Bis zum Jahresende sollen es 98 Prozent sein.

LTE-Druck der Bundesnetzagentur

Dass Telefónica diesen Ausbau-Schritt feiert, hat einen einfachen Grund. Der Ausbau geht auf eine Forderung der Bundesnetzagentur zurück. Die hatte im Zuge der Versteigerung von LTE-Frequenzen präzise Auflagen gemacht, wie viel LTE in einem Bundesland zur Verfügung stehen muss. Nachdem vor allem die O2-Mutter dieser LTE-Ausbauverpflichtung bis Ende 2019 nicht vollständig nachkommen konnte, ist nun in vielen Teilen Deutschlands dringende Nachbesserung vonnöten. Sonst drohen saftige Strafzahlungen. Und mit dem umfangreichen LTE-Ausbau in Nordrhein-Westfalen hat Telefónica nun einen kleinen Zwischenschritt erreicht.

Bundesweit will der Netzbetreiber aus München in diesem Jahr 7.600 LTE-Stationen neu in Betrieb nehmen. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden seit Jahresbeginn knapp 1.000 LTE-Sender errichtet. Davon hat Telefónica nach eigenen Angaben etwa 400 komplett neu gebaut. Die Folge: Viele Ortschaften erhalten erstmals überhaupt Zugang zum LTE-Netz. Etwa 600 weitere LTE-Sender dienen primär mindestens genauso wichtigen Kapazitätserweiterungen. Denn nicht überall, wo LTE zur Verfügung steht, lässt es sich auch mit Spitzengeschwindigkeiten nutzen.

Der LTE-Ausbau bei O2 geht weiter

Ziel ist, bis Ende 2020 die gesetzten Ausbauziele aus der Versorgungsauflage von 2015 nach NRW schrittweise auch in anderen Bundesländern zu erreichen. „In Nordrhein-Westfalen haben wir unsere Netz-Hausaufgaben gemacht“, sagte O2-Chef Markus Haas am Dienstag laut Unternehmensmitteilung und ergänzt: „Wir wollen jetzt so schnell wie möglich aufholen und die Auflagen der Bundesnetzagentur für ganz Deutschland erreichen.“

Damit das gelingt, sind Netztechniker kontinuierlich damit beschäftigt, neue Basisstationen zu errichten oder bestehende Funkmasten mit einem Upgrade zu versehen. Pro Wochen kommen aktuell mehr als 250 neue LTE-Stationen im O2-Netz dazu, heißt es dazu von Telefónica selbst. Bundesweit können nach Angaben des Netzbetreibers inzwischen 90 Prozent der Haushalte in Deutschland gemäß Berechnungen der Bundesnetzagentur im LTE-Netz surfen. Anfang des Jahres waren es nur 84 Prozent.

Telefónica: Netzausbau hinter dem eigenen Zeitplan

Trotzdem hinkt Telefónica dem eigenen Zeitplan wegen der Coronakrise und den damit verbundenen Problemen in der Logistik recht deutlich hinterher. Eigentlich sollten etwa 40 Prozent der 7.600 flächenwirksamen LTE-Stationen bis Ende Juni im eigenen Netz schon fertiggestellt sein. Statt der rund 3.000 fest eingeplanten LTE-Stationen stehen aktuell aber erst 2.300 neue LTE-Sender.

Aber: Rund 1.100 weitere Standorte sind nach Angaben des Netzbetreibers schon soweit auf einen LTE-Start vorbereitet, dass sie demnächst an das LTE-Netz von O2 angeschlossen werden können. Aktuell noch fehlende Bauteile, die zu großen Teilen aus dem Ausland kommen, sollen alsbald zur Verfügung stehen. Und dann macht das LTE-Netz von O2 abermals für viele Kunden einen Satz nach vorn.

Auch der 5G-Ausbau schreitet voran

Übrigens: Parallel zum LTE-Ausbau bereitet Telefónica auch den 5G-Start im eigenen Netz vor. Noch im Jahresverlauf soll 5G in den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt) für O2-Kunden zur Verfügung stehen.

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