LTE an der Grenze: So schnell bauen Telekom, Vodafone und O2 jetzt aus

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Wer in der Nähe der deutschen Grenze lebt, hatte bisher selten LTE-Empfang – zumindest nicht von einem deutschen Netz. Nach Änderungen in der Politik ändert sich das jetzt – und zwar für die meisten Kunden sehr schnell.
Funkmast mit Antennen
Bildquelle: Vodafone

Man schließe das größte LTE-Funkloch Deutschlands – und zwar per Knopfdruck. Das teilte Vodafone am Montag mit. 280.000 Kunden im Grenzgebiet zu Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Polen, Tschechien, Schweiz, Dänemark und Österreich hätten ab sofort LTE-Empfang im Vodafone-Netz. Insgesamt habe man damit eine Fläche von 350 Quadratkilometern neu versorgt. Weitere 1,5 Millionen Menschen bekommen jetzt schnelleres LTE.

Damit das passieren konnte, musste es einen Richtungswechsel in der Politik geben. Denn erst durch einen Beschluss des Bundesverkehrsministeriums vor wenigen Wochen war die Frequenzpolitik geändert worden. Bisher war die Maßgabe, dass die Netzbetreiber sich mit den Netzbetreibern im Ausland abstimmen mussten, wenn sie ihre eigenen Frequenzen in Grenzregionen nutzen wollten. Die deutschen sollten die Netze im Ausland nicht stören. Das Problem: Die Netzbetreiber im Ausland hatten an den Absprachen wenig Interesse.

Jetzt hat man den Spieß aber umgedreht. Auf deutschem Gebiet können die Netzbetreiber ihre Handyfrequenzen so einsetzen wie im Rest Deutschlands auch. Erst wenn es wirklich zu Problemen kommt, müssten die Netzbetreiber reagieren.

So viele Sender werden aktiviert

An vielen Sendern hatte Vodafone die Technik schon installiert. Und so konnten jetzt 50 Sendemasten ins Netz aufgenommen werden. Bis Ende des Jahres sollen noch 90 weitere LTE-Stationen folgen, die weitere 100.000 Kunden versorgen werden. Übrigens soll sich das auch bei Telefonaten während der Grenzüberfahrt auswirken. Die Gesprächsübergabe bei Fahrten in die Niederlande soll nun in den meisten Fällen funktionieren, weitere Länder sollen folgen.

Das passiert bei Telekom und O2

Die Telekom hatte dieses technisch als Handover bezeichnete Verfahren schon vor einigen Monaten auch bei Grenzübertritten zu anderen Ländern aktiviert. Auch hat die Telekom bereits erste Sendemasten in Grenzgebieten in Betrieb genommen. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, gibt es 500 Antennenstandorte der Telekom, die bislang nicht mit voller LTE-Leistung senden durften. An weiteren 260 Standorten soll in den kommen zwölf Monaten LTE technisch nachgerüstet werden.

Auch bei O2 arbeitet man laut „Welt am Sonntag“ daran, die Kunden in den Grenzregionen besser zu versorgen. Wie die Zeitung schreibt, steckt man aber noch in den Vorbereitungen. Ab Dezember sollen die einzelnen Standorte nach und nach umgestellt werden, so dass das LTE-Netz dann eine bessere Ausbreitung hat. Bis dahin können die Kunden aber auch das LTE-Netz der ausländischen Anbieter nutzen. Denn diese nutzen schon lange die volle Leistung. Dank EU-Roaming kostet die Nutzung nichts extra – außer an der Grenze zur Schweiz.

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