"LOL: Last One Laughing" bei Prime Video: Du wirst Tränen lachen

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Du hast es vielleicht schon mitbekommen: Amazon rührt in diesen Tagen kräftig die Werbetrommel für eine neue Eigenproduktion bei Prime Video: "LOL: Last One Laughing" dreht alles, was man bisher aus dem klassischen Comedy-Format kannte, kurzerhand auf links. Besser geht es nicht.
Michael
Hat im Kommandoraum von "LOL: Last One Laughing" gut Lachen: Michael "Bully" Herbig.Bildquelle: Amazon

Amüsant ist das Leben für uns alle in diesen Tagen nicht gerade. Cornavirus hier, damit verbundene Einschränkungen dort und über allem schwebt das Schwert des abermals drohenden Lockdowns in noch schärferer Form. Wie man das Blatt auch dreht und wendet, viel Freude dürfte für die meisten Menschen in diesen Tagen nicht im Mittelpunkt stehen. Doch es gibt einen Lichtblick. Einen sinnlichen Genuss, den du nicht verpassen darfst. Denn das, was Prime Video mit „LOL: Last One Laughing“ jetzt auf uns alle loslässt, gehört wohl zum Besten, was seit langer, langer Zeit die deutschen Comedy-Produktionsstätten verlassen hat.

LOL: Simples Konzept, irre gut umgesetzt

Die Idee hinter dem neuen Amazon Original ist ziemlich einfach. Und vielleicht auch gerade deswegen so gut. Man nehme zehn Prominente aus der deutschen Comedy-Szene, verfrachte sie in eine „Big Brother“-Wohnküche und stelle sie vor die alles entscheidende Aufgabe: nicht lachen! Das allein klingt erst einmal machbar. Wäre da nicht die absurde Hürde, dass die zehn Comedians auch ihrem eigentlichen Beruf nachgehen sollen: Gags produzieren am laufenden Band. Spätestens an dieser Stelle wird klar: Dieses Paradoxon kann nicht lange funktionieren. Schon nach wenigen Minuten fließen vor den heimischen Bildschirmen die Tränen. Bei „LOL: Last One Laughing“ sind Lach-Flashs unvermeidbar vorprogrammiert.

Dafür verantwortlich sind natürlich in erster Linie die Protagonisten. Und die hat Amazon überaus clever ausgewählt. Denn mit dabei sind nicht nur Comedy-Urgesteine wie Anke Engelke, Max Giermann, Kurt Krömer, Wigald Boning oder Mirco Nontschew, sondern beispielsweise auch Torsten Sträter und das ProSieben-Newcomer Teddy Teclebrhan. Abgerundet wird der Cast von Barbara Schöneberger, Carolin Kebekus und Rick Kavanian. Alle kennt man Grimassen schneidend und herzhaft lachend aus verschiedenen TV-Formaten. Wenn genau das aber nicht erlaubt ist, entsteht eine Situationskomik, die irrwitziger kaum sein könnte.

Und über alle(s) wacht mit Michael „Bully“ Herbig die nächste Top-Besetzung für das neue Comedy-Format von Prime Video. In einer Art Schaltzentrale hinter der Bühne spielt Bully den unerbittlichen Schiedsrichter, der sich vor Lachen in vielen Szenen selbst kaum noch beherrschen kann – und trotzdem jeden noch so kleinen Schmunzler enttarnt und gnadenlos wegbuzzert. Wer zweimal lacht, fliegt raus und hat keine Chance mehr auf die Gewinnsumme in Höhe von 50.000 Euro für einen wohltätigen Zweck.

Ein Königreich für deine Lachmuskeln

Was du bei „LOL: Last One Laughing“ nicht erwarten darfst? Anspruch! In dem neuen Format geht es einzig und allein darum, den Zuschauer zum Lachen zu bringen. Mit Blick auf die Gags der Comedy-Stars gelingt das wahrlich nicht immer. Zu flach, zu plump, so wie man es von vielen Bühnenprogrammen (leider schon zur Genüge) kennt. Besonders macht das neue Prime Original aber der Perspektivenwechsel. Comedians dabei zuzusehen, wie sie verzweifelt versuchen, keine Miene zu verziehen ist so zauberhaft wie genial. Für Carolin Kebekus ist das „die Hölle“ für Bully Herbig nichts anderes als „die Königsklasse“.

Und für den Zuschauer ist es einfach großartige TV-Unterhaltung. Eine Art Comedy-Weltmeisterschaft, die man in abgespeckter Form schon aus „Circus Halligalli“ mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf kennt. Auf dem heimischen Sofa bekommt man in dem verrückten Comedy-Spektakel auch eine Idee davon, wie grausam es für Comedians sein muss, wenn niemand im Publikum über ihre Witze lacht. Deutlich wird auch, wie häufig wir im Alltag tatsächlich lachen. Sei es aus Freundlichkeit oder auch aus Verlegenheit. Umso mehr Spaß macht es, die künstlich verkrampften Gesichter der zehn Teilnehmer zu sehen, weil der Ernst des Lebens genau dann im Mittelpunkt stehen muss, wenn es gerade so ziemlich alles gibt, aber ganz sicher keine ernste Gesinnung.

Spaß wird brutal unterbrochen

Kritische hinterfragen muss man lediglich, warum Amazon seine Prime-Video-Abonnenten noch mehr quält als eigentlich nötig. Denn die insgesamt sechs Episoden der ersten Staffel von „LOL: Last One Laughing“ werden über mehrere Wochen zeitversetzt zur Verfügung gestellt. Zum Start können Nutzer von Prime Video zwei Folgen sehen, immer donnerstags gibt es neuen Gute-Laune-Stoff auf Abruf. Sagen wir, wie es ist: Schwer zu ertragen!

Bitter ist außerdem die Erkenntnis, dass es von den insgesamt sechs Stunden, die die Comedy-Stars zusammengepfercht miteinander aushalten mussten, am Ende nur drei Stunden zu sehen gibt. Der Rest wurde rausgeschnitten. Wahrscheinlich ist es aber genau das, was die neue Prime-Video-Produktion so gut macht. Denn die eigentlichen Highlights gibt es auf diese Weise in komprimierter Form in einer Art Gag-Dauerfeuerwerk zu sehen. Wer da nicht lacht, geht zum Lachen vermutlich tatsächlich in den Keller.

Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass „LOL: Last One Laughing“ ein absoluter Pflichttermin für alle diejenigen ist, die einfach mal abschalten möchten. Schlechte Nachrichten hört man in diesen Tagen viel zu viele, da tut es einfach nur unfassbar gut, mal wieder beherzt lachen zu können. Wir wünschen uns schon jetzt mehr Folgen dieses genial witzigen Formats über das in Deutschland in den kommenden Wochen wohl noch viel gesprochen werden dürfte. Ein zweite Staffel muss einfach folgen.

Vorlage stammt aus Japan

Übrigens hat „LOL: Last One Laughing“ seinen Ursprung nicht in Deutschland. Erfunden wurde es (in abgewandelter Form) in Japan, wo es bei Prime Video den Namen „Hitoshi Matsumoto Presents Documental“ trägt. Auch in Mexiko und Australien ging „LOL“ ähnlich wie in Deutschland bereits auf Sendung, in Italien fand der Start parallel zur deutschen Premiere statt.

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