T-Design und 10 Zoll Display: Dieses Smartphone bricht alle Regeln

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Das LG Wing ist ein ganz besonderes, experimentelles Smartphone. Es verfügt über gleich zwei Displays, welche in geöffnetem Zustand eine T-Form einnehmen. Damit soll das Handy insbesondere im Multitasking-Bereich glänzen. Doch wie funktioniert das genau?
Smartphone: LG Wing
LG Wing vorgestelltBildquelle: LG

Obwohl Smartphones stetig weiterentwickelt werden, bemängeln viele die geringen Unterschiede zwischen den Versionen. Dieser Meinung könnte man die kürzlich erschienenen, faltbaren Smartphones entgegensetzen. Genauso wie auch das nagelneue LG Wing, das der südkoreanische Hersteller heute präsentiert hat. Der Clou: Es lässt sich ein zweites Display herausschieben, sodass das Smartphone im Endeffekt über eine T-Form verfügt.

LG Wing in der Übersicht

LG Wing ist das erste Produkt einer ganzen Serie an speziellen, experimentellen Geräten, die LG auf den Markt bringen möchte. Im zugeklappten Zustand entspricht es sowohl was die Optik als auch was die Funktionalität angeht, einem handelsüblichen Smartphone. Doch das 6,8 Zoll große Hauptdisplay (Full-HD) lässt sich aufklappen beziehungsweise aufschieben, und es offenbart sich ein zweites, 3,9 Zoll großes Panel. Dieses stellt auch das Besondere an dem LG Wing dar. Denn dank des zweiten Bildschirms soll das Handy besonders gut für Multitasking-Aufgaben geeignet sein. Grundsätzlich lassen sich die Highlight-Funktionen in zwei Kategorien aufteilen:

Multitasking mit zwei geöffneten Apps

Es können zwei Anwendungen gleichzeitig genutzt werden. Beispielsweise die Navigations-App und der Musik-Player oder ein Video-Fenster und der Browser. Zusammen verwendete Apps lassen sich auch miteinander verknüpfen, sodass diese jeweils gleichzeitig starten. Zudem kann das untere Display auf Wunsch komplett gesperrt werden. Dann fungiert es lediglich als Haltegriff für das Smartphone.

Ausgelagerte App-Steuerung

Das zweite große Anwendungsfeld stellt die Auslagerung der App-Steuerung dar. Beispielsweise können Nutzer YouTube-Videos auf dem kompletten Display ansehen, während im unteren Bereich die Kommentare angezeigt werden. Oder du nutzt den Hauptbildschirm als Kamera, während die Steuerung auf dem sekundären Panel abgewickelt wird. Das funktioniert allerdings natürlich nicht mit allen Anwendungen, denn diese müssen besagte Funktion zunächst einmal unterstützen.

Abschließend stellt sich noch die Frage, wie belastbar der Mechanismus ist. Schließlich wäre es nicht gerade gut, wenn das LG Wing nach nur wenigen Monaten auseinanderbricht. Laut dem Hersteller besteht diese Gefahr allerdings nicht, denn das Handy soll mindestens 200.000 mal aufgeschoben werden können. Das mag ja zunächst nicht sonderlich vielversprechend wirken, sollte jedoch bei normaler Nutzung für viele Jahre reichen.

LG Wing: Die Hardware

Abseits der Highlight-Funktion bietet das LG Wing die Hardware-Eigenschaften eines Smartphones der oberen Mittelklasse – zumindest, wenn es nach dem Prozessor geht. So verbaute der Hersteller den Mittelklasse-Chip Snapdragon 765 aus dem Hause Qualcomm, welcher jedoch den neuen Übertragungsstandard 5G unterstützt. In puncto Speicher kommen derweil 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Hauptspeicher zum Einsatz.

Betrieben wird das Smartphone von einem 4.000-mAh-Akku, der angesichts des potentiell hohen „Stromverbrauchs“ gerne etwas größer sein dürfte. Dafür befindet sich im Hauptdisplay ein Fingerabdrucksensor, mit dessen Hilfe das Gerät schnell entsperrt werden kann.

Kamera als Highlight des LG Wing

Abschließend sollten noch zwei weitere Highlights des südkoreanischen Smartphones genannt wären: Zunächst verfügt dieses über eine herausfahrbare Frontkamera, welche Bilder mit einer Auflösung von 32 Megapixeln aufnimmt. Im Zuge seines Vorstellungs-Events betonte LG, dass die Kamera sich automatisch wieder in das Gehäuse zurückzieht, sollte das Handy seinem Besitzer mal aus der Hand gleiten.

Die Hauptkamera wirkt mit ihrem Triple-Setup mit 64 Megapixeln (Hauptsensor), 13 Megapixeln (Ultra-Weitwinkel-Sensor) und 12 (ebenfalls ein Ultra-Weitwinkel-Sensor) auf den ersten Blick nicht gerade spannend. Allerdings soll das LG Wing viele Gimbal-Eigenschaften sowie -Funktionen unterstützen. Dazu zählen eine besonders gute Stabilisierung bei Video-Aufnahmen, aber auch zahlreiche Gimbal-Features wie beispielsweise ein virtueller Joystick. Das klingt zwar ziemlich interessant, allerdings sollte man sich mit Lobeshymnen zunächst noch zurückhalten. Denn wenn es um die Kamera geht, ist ein praktischer Test zur Einschätzung ihrer Qualität unabdingbar.

Kamera des LG Wing
LG Wing: Gimbal

LG Wing: Eine Innovation, die niemand braucht?

Unterm Strich lässt sich zusammenfassen, dass das LG Wing tatsächlich mit einigen innovativen Ideen auf den Markt kommt, welche durchaus interessant wirken. Doch gleichzeitig ist noch nicht ganz klar, wie alltagstauglich beziehungsweise praktisch das Handy im realen Einsatz ist. Ob die positiven Aspekte überwiegen, muss zwangsläufig ein Test zeigen. Doch allein die Tatsache, dass LG als eines der etablierten Unternehmen den Mut aufbringt, um neue Wege einzuschlagen, ist bereits erwähnenswert.

Ab November kann das LG Wing in Deutschland in den Farben Grau und Hellblau erworben werden. Kostenpunkt: 1.099 Euro (UVP).

Quellen:

Bildquellen

  • LG Wing: Gimbal: LG
  • LG Wing vorgestellt: LG
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