Leica verärgert mit chinakritischem Werbevideo – wie reagiert Huawei?

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Der deutsche Kamerahersteller Leica steht aktuell in China in der Kritik. Dort sorgt ein Werbevideo für Aufregung, das unter anderem das sogenannte Tian’anmen-Massaker auf dem Platz des Himmlischen Frieden thematisiert. Neben einem Bann auf Produkten könnte auch die Geschäftsbeziehung mit Huawei für Leica bedroht sein.
Alle Farbversionen des Huawei P30 Pro in der Hand.
Bildquelle: Simone Warnke / inside handy

Das Tian’anmen-Massaker oder auch „Zwischenfall vom 4. Juni“ genannte Ereignis gehört zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten Vorfällen in der modernen chinesischen Geschichte. Besonders die Begebenheit des „Tank Mans“ gilt auch heute noch als eindrucksvolle Szene. Und genau dieses Bild eines Mannes, der sich vor einen Panzerkonvoi stellt, sorgt aktuell für Aufregung in China. Sie spielt in einem Werbevideo des Kameraherstellers Leica eine zentrale Rolle. Chinesen kennen das deutsche Unternehmen vor allem von Huawei, dem Telekommunikationsgiganten des Landes, und seinen Smartphones. Dort kommen seit einigen Jahren von Leica zertifizierte Kameras zum Einsatz.

Mit der aktuellen Kritik rund um den Hersteller könnten die Geschäftsbeziehungen jedoch bröckeln. Wie die „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) berichtet, löste das Video Empörung aus. In China wird der Vorfall vom 4. Juni tabuisiert und nur selten erwähnt. Dementsprechend kritisch wird die Verwendung des Ereignisses für den Werbeclip gesehen. Huawei und die chinesische Regierung äußerten sich bisher nicht zu dem Vorfall. Leica gab jedoch bekannt, das Video sei „nicht offiziell“ und wurde nicht vom Unternehmen genehmigt. Man entschuldige sich für die aufkommenden „Missverständnisse oder falschen Schlussfolgerungen“. Laut der FAZ soll es sich dabei aber durchaus um offizielles Videomaterial handeln.

„Patriotismus ist von großem Wert“

Eine große Verbreitung in China erfuhr das Werbevideo von Leica übrigens nicht: Die staatlichen Zensoren filterten das Video sowie alle damit verbundenen Berichte aus dem chinesischen Internet. „Trotzdem werde Huawei ‚definitiv‘ in Betracht ziehen, die Geschäftsbeziehungen mit dem deutschen Kamerazulieferer Leica zu beenden“, zitiert die FAZ einen Technologieanalyst aus Schanghai. „Patriotismus ist für das Smartphone-Geschäft von Huawei in China von großem Wert. Ob es sich von Leica abwendet oder nicht, wird davon abhängen, wie sich die Affäre weiter entwickelt.“ Zuletzt arbeiteten Huawei und Leica erfolgreich an der Kamera des Huawei P30 Pro zusammen.

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4 KOMMENTARE

  1. Ich gehe davon aus, dass Leica aus dem Vertrag mit Huawei aussteigen will und sich dachte, wenn wir da ein wenig wirbel machen, kommen wir raus …..

  2. Ich kaufe schon seit 2003 keine amerikanischen Produkte mehr. Der Terror dieser kriegsgeilen Militär – Faschisten darf nicht belohnt werden. China dagegen hat nicht die halbe Welt unterworfen. Daher kaufe ich meine Textilien und Multimedia ausschließlich aus China, Japan und Südkorea !!!!

  3. Denke für Leica ist es ein wichtiges Geschäft, auch wenn sie mehr oder weniger Huawei nur ihre Bildbearbeitungssoftware zur Verfügung stellen und die dann das Leica Logo für mehr Prestige auf ihr Handy klatschen. Das aber so ein Vorfall mal wieder von der chinesischen Regierung direkt als ein persönlicher Angriff gewertet wird und Huawei direkt ein Beenden der Zusammenarbeit in Erwägung zieht zeigt, dass Huawei einfach kein unabhängiges Unternehmen ist und wie so viele vom Staat gesteuert wird und den sollte man meiner Meinung nach sowieso so wenig wie möglich unterstützen.

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