Kündigung durch freenet Funk: Das steckt dahinter

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freenet Funk SIM Karte
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy
Für 99 Cent pro Tag einen Tag lang unlimitiert mobil surfen, telefonieren und SMS schreiben – das bietet freenet Funk. Klingt gut – möglicherweise zu gut, um wahr zu sein. Viele Kunden, die den Tarif intensiv genutzt haben, berichten nun über Kündigungen durch den Anbieter. Was steckt dahinter?

Der Handy-Tarif von freenet Funk startete Anfang Mai wie eine Rakete: Keine Verpflichtung, täglich kündbar, täglich abgerechnet und unlimitierte LTE Nutzung – alles für nur 99 Cent pro Tag. Das zumindest war der Tarif auf dem Papier. Nun aber ziehen dunkle Wolken auf. Zahlreiche Nutzer berichten übereinstimmend, dass sie von freenet Funk die Kündigung bekommen haben. Diese soll schon zum nächsten Werktag greifen und mit der Abschaltung der SIM-Karte samt Rufnummer einher gehen.

Eines haben die Berichte der Nutzer gemeinsam: Sie alle berichten, dass sie die unlimitierte Datenflatrate wörtlich genommen haben. Zwischen 500 GB pro Monat bis hin zu weit mehr als 1 TB Daten haben die Nutzer nach eigenen Angaben über das Mobilfunknetz von O2 übertragen.

Änderung der AGB durch freenet

Durch die täglich mögliche Kündigung hat freenet auch rechtliche die Möglichkeit, dem Kunden die Kündigung zum Ende des jeweiligen Werktages auszusprechen. Die Kündigung erfolgt ohne Angabe von Gründen – das ist auch nicht notwendig. Somit bezieht sich freenet Funk auch nicht auf den hohen Datentraffic der Nutzer. Denn dieser wäre im Unlimited-Tarif laut Definition unlimitiert und auch im Kleingedruckten nicht begrenzt.

Apropos Kleingedrucktes: Wie aufmerksame freenet-Funk-Nutzer berichten, hat freenet die AGB für den Tarif dahingehend geändert, dass die SIM-Karte nicht mehr in stationären LTE-Routern genutzt werden darf. Wörtlich ist die Rede davon, dass der mobile Internetzugang nur mit „Smartphones, Tablets oder sonstigen Geräten“ genutzt werden darf. Wichtig dabei sei, dass „eine mobile Nutzung unabhängig von einem permanenten kabelgebundenen Stromanschluss“ möglich ist. Ein sogenanntes MiFi, ein kleiner WLAN-LTE-Hotspot wäre demnach zulässig, die Nutzung im Vodafone Gigacube oder einem Router mit LTE von AVM aber nicht. Nach Angaben von freenet erfolgte diese AGB-Änderung bereits wenige Tage nach dem Produktstart.

freenet bestätigt Kündigungen bei freenet Funk – aus diesem Grund

In einer Stellungnahme gegenüber inside handy bestätigt freenet die Kündigungen. „Um den gewohnt hohen Service und die Leistungen des Produktes langfristig zu gewährleisten hat sich freenet Funk nach der Startphase auffälliges Nutzerverhalten angesehen und daraufhin einigen wenigen Kunden eine ordentliche Kündigung ausgesprochen, die ihren Mobilfunkvertrag augenscheinlich vorsätzlich missbräuchlich verwendet haben, indem Sie gegen Ziffer 5.8 der gültigen freenet Funk AGB verstoßen haben. […] Die AGB wurden nicht zum Zweck einer Kündigung geändert.“ Wie es in der Stellungnahme weiter heißt,  „war vertraglich von vornherein klar ersichtlich, dass es sich bei freenet Funk um ein Produkt für die mobile Nutzung handelt.“ Unmittelbar nach Livegang des Produktes sei eine Anpassung der AGB zur Konkretisierung missbräuchlicher Nutzung erfolgt

Was können Kunden nach der freenet-Funk-Kündigung tun?

Dass eine erneute Anmeldung für freenet Funk durch den selben Kunden akzeptiert wird, darf bezweifelt werden. Ärgerlich ist die Kündigung durch freenet Funk vor allem für jene Nutzer, die ihre Handynummer zu dem Provider portiert haben. Sie müssen nun einige Tage auf ihre Nummer verzichten. Wer sie retten will, kann die Nummer bei einem anderen Anbieter zur Portierung angeben. Sie wird dann dort geschaltet. Dafür haben die Kunden nach der Abschaltung 30 Tage Zeit.

Mann mit Smartphone
Kampfansage von freenetmobile: Alle Handytarife ohne Anschlusspreis
Beim Mobilfunk-Discounter Freenetmobile wird ein weiteres Mal das Angebot an Allnet-Flatrates angepasst. Allerdings nicht auf breiter Front, sondern nur punktuell. Und trotzdem ist es eine Kampfansage an die Konkurrenz. Denn noch bis zum 28. August entfällt in allen Tarifen der einmalige Anschlusspreis. Damit sparen Kunden je nach Tarif bis zu 29,99 Euro.
Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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1 KOMMENTAR

  1. Also ich finde ein Tarif der sich unlimited nennt, darf keine Begrenzung haben. Lösung: Benennt den Tarif klar anders mit einem Limit. Alles andere ist Täuschung und strafbar!

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