Konkurrenz für Telekom, Vodafone & O2: Neues Handynetz vor dem Start

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Seit Jahren plant 1&1 sein neues Mobilfunknetz. Ende des Jahres muss es senden. Schon jetzt funken aber die ersten Antennen. Wir zeigen dir, wo es das 1&1-Netz schon gibt, wann der offizielle Start erfolgt und was mit Bestandskunden passiert.
Frau mit Handy in der Hand Symbolbild
Frau mit Handy in der HandBildquelle: Pixabay

Die Reise zum eigenen Mobilfunknetz bei 1&1 ist lang. Sie begann streng genommen mit dem Kauf des Glasfaseranbieters Versatel und der MVNO-Vereinbarung mit O2 im Rahmen der Fusion von O2 und E-Plus. 2019 hat 1&1 dann erstmals eigene Frequenzen ersteigert, seitdem ist aber zumindest für dich als Endkunde nichts passiert.

Zweieinhalb Jahre lang hatte 1&1 Verhandlungen zu National Roaming geführt und ist sich letztlich mit Partner Telefónica einig geworden. Das National Roaming ist erforderlich, da das Netz nicht vom Start an flächendeckend zur Verfügung stehen kann. Nach und nach hat man dann Verträge mit Ausbaupartnern geschlossen.

Eigenes 1&1-Netz: Ende 2022 geht es los

Seit geraumer Zeit läuft nun schon der Netzaufbau, erste Antennen hängen und senden. Wie unsere Redaktion von 1&1 erfahren hat, gab es bereits erste mehrwöchige Friendly User Tests. In Mainz, Karlsruhe und Frankfurt können Nutzer im Live-Netz unter realen Bedingungen seit Juli das Netz testen. Dabei handelt es sich aber noch nicht um ein klassisches Handynetz, sondern um ein sogenanntes FWA-Netz. FWA steht für Fixed Wireless Access – einfach gesagt ist das ein Festnetzanschluss per Funk.

Dies wird das erste Produkt sein, mit dem 1&1 Ende des Jahres an den Start geht. Oder besser gesagt: an den Start gehen muss. Denn die Auflagen der Auktion von 2019 sehen vor, dass der neue Netzbetreiber bis Ende 2022 mindestens 1.000 Sendemasten und ein für Endkunden verfügbares Netz bereitstellen muss. Diese Auflage will der künftig vierte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber erfüllen.

In welchen Städten und welchem Umfang das Produkt zur Verfügung stehen wird, dazu hält man sich in der Konzernzentrale in Montabaur noch bedeckt. Man kann aber davon ausgehen, dass zumindest Bereiche von Mainz, Frankfurt und Karlsruhe dabei sein werden. Auch ein genaues Startdatum gibt es noch nicht.

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Was man aber gerne erzählt: Mit der Performance des Tests ist man sehr zufrieden. Man habe Performance-Werte mit Geschwindigkeiten von über 1 Gigabit pro Sekunde erreichen können. Die Latenzzeiten lägen bei nur 3 ms, wenn beispielsweise Gaming-Anwendungen in der EDGE-Cloud zum Einsatz kommen.

„Durch den Einsatz von Gigabitantennen, Glasfaseranbindungen und 5G-Frequenzen sind wir in der Lage, Geschwindigkeiten von über einem Gigabit pro Sekunde zu erreichen“, teilte uns 1&1 mit. Dadurch, dass 1&1 ein sehr engmaschiges Netz mit eigenen Rechenzentren aufbaue, könnten entsprechende Anwendungen sehr niedrige Latenzen erreichen.

Echte Handynutzung ab Sommer 2023 geplant

„Wir werden nun einige Monate benötigen, um alle Funktionen in Betrieb zu nehmen. Das betrifft insbesondere Telefoniefunktionen, wofür unser Netz mit anderen Netzen im In- und Ausland verbunden wird“, so 1&1 weiter. Deswegen startet der Anbieter auch mit einem Festnetz-Ersatzprodukt. Zunächst will man die sogenannte Interconnection zu den deutschen, dann auch zu ausländischen Netzen schaffen. Die Interconnection ist die Voraussetzung dafür, dass ein 1&1-Kunde auf seiner Handynummer aus anderen Netzen erreichbar ist und auch in andere Netze telefonieren kann.

Bei 1&1 geht man davon aus, dass im Sommer 2023 das parallel von Telefónica zu entwickelnde National Roaming hinzugeschaltet werden kann. Ab diesem Zeitpunkt sollen Neukunden in den zahlreichen Marken der 1&1 und Drillisch auf das neue 1&1-Netz geschaltet werden. Bestandskunden werde man dann nach und nach über einen Zeitraum von mehreren Jahren migrieren.

Bis 2030 soll das eigene Netz dann 390 Städte und 50 Prozent der deutschen Haushalte versorgen. 1&1 widersprach der Darstellung anderer Medien, dass man mit diesem Ausbauumfang starten werde.

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3 KOMMENTARE

  1. Frei

    Ein neues Netz besteht immer mehr aus Funklöcher als aus Versorgung! Daher ist national Roaming zwingend erforderlich. o2-Telefonica hatte am Anfang auch einen national-Roaming mit D1 Telekom.

    Eigentlich sollten die drei vorhandenen Netze (O2 +D1 +D2) voll ausreichen. Das vierte Netz hatte eher eine pro forma-Funktion, damit die Bundesnetzagentur für den deutschen Staat, bei den Frequenzversteigerungen durch mehr Wettbewerb, mehr Geld aus den Provider und indirekt aus den Endkunden (UNS), rauspressen kann.

    Viel sinnvoller für die Kunden für die Versorgung, wäre eine Kooperation nationale Roaming zwischen den Netzanbieter, bei den jeder der drei, auch die Maste der anderen mit nutzen kann.

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  2. Joko

    Wenn es in Deutschland űberall Handyempgang gäbe, wie z.b. in CSSR, dann hätte wir einen Erfolg. In anderen Ländern baut der Staat Handynetze und vergisst die Wald Flächen nicht…

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  3. Wolfgang

    Lebt jemand noch in der Vergangenheit? Die CSSR existiert seit mehr als 30 Jahren nicht mehr!

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