Konkurrenz für die Telekom: Stromriese steigt in DSL-Markt ein

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Scheinbar überraschend steigt ein großer Stromkonzern in den DSL-Markt ein und bietet ab sofort bundesweit schnelles Internet an. Was nach einer einfachen Vermarktungsmasche aussieht, ist tatsächlich Bestandteil einer Glasfaser-Strategie.
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Bildquelle: Pixabay

Ab sofort bietet der Energieriese EnBW in ganz Deutschland Internet-Leitungen mit 50, 100 oder 250 Mbit/s an. Dabei handelt es sich in der Regel um die Leitungen der Telekom, die das Unternehmen einkauft und unter eigenem Namen und zu eigenen Konditionen vermarktet.

Die drei verschiedenen Tarife beinhalten selbstverständlich eine Internet-Flatrate in der gebuchten Geschwindigkeit sowie eine Telefonflatrate ins deutsche Festnetz. Zur Markteinführung heißt es von EnBW: Die ersten neun Monate der Vertragslaufzeit gibt es einen kräftigen Rabatt. Allerdings muss man auch dazu sagen: Der reguläre Monatspreis ist kein wirkliches Schnäppchen. Wenn du bis zum 15. Mai 2021 zu EnBW DSL wechselst, bekommst du zusätzlich einen Bonus von einmalig bis zu 160 Euro. Gleichzeitig fallen aber Einmalkosten von 69 Euro für die Einrichtung an.

Auf Wunsch bietet dir EnBW für 5,99 Euro monatlich auch einen passenden Router. Diesen darfst du nach Ablauf der Vertragslaufzeit sogar behalten.

Die Tarife im Überblick

Der Einsteiger-Tarif mit 50 Mbit/s kostet zunächst 14,99 Euro, ab dem 10. Monat 36,99 Euro monatlich. Es gibt einen Bonus von 40 Euro. Der 100-Mbit/s-Tarif kostet regulär 39,99 Euro, in den ersten Monaten nur 19,99 Euro monatlich. Hier bekommst du 110 Euro Wechselbonus. Solltest du dich für den 250-Mbit/s-Tarif entscheiden, zahlst du stolze 49,99 Euro monatlich, in den ersten neun Monaten nur 29,99 Euro. Es gibt hier einen Wechselbonus von 160 Euro.

Rechnerisch zahlst du also pro Monat 27,07 Euro für den Einsteigertarif. Der 100-Mbit/s-Tarif ist mit rechnerisch 27,90 Euro kaum teurer. Der schnellste Tarif kostet rechnerisch 35,82 Euro im Monat. Es kommen Kosten für den Router und die Bereitstellung dazu.

Solange EnBW den Wechselbonus zahlt und die ersten Vertragsmonate rabattiert, kann der Anbieter preislich durchaus mit dem Wettbewerb mithalten. Das allerdings gilt nur für die Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren. Die regulären monatlichen Kosten sind vergleichsweise hoch, sodass ein Wechsel des Anbieters nach zwei Jahren sinnvoll erscheint.

Die Strategie

EnBW hat vor kurzem die Kölner Firma Plusnet in den Konzern integriert. Plusnet betreut bundesweit mehr als 25.000 mittelständische Geschäftskunden und betreibt bereits gigabitfähige Breitbandnetze für Stadtwerke sowie Wohnungswirtschaft.  Zukünftig nimmt das Unternehmen auch den eigenwirtschaftlichen und geförderten Ausbau sowie die Vermarktung eigener Glasfaser-Anschlussnetze für Gewerbe- und Privatkunden in Angriff.

EnBW ist mit der Tochter NetCom bereits in Baden-Württemberg als Anbieter aktiv. Mit Plusnet sollen die weiteren Bundesländer in Angriff genommen werden. Um sich einen Namen als Internetanbieter zu machen, ist der Einstieg in den DSL-Markt also durchaus konsequent. Die Tarife allerdings dürften mutiger sein.

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3 KOMMENTARE

  1. Schade, die EnBW-Tochter NetCom BW bietet hier 50 Mbit/s für 49,90 EUR, da könnte der EnBW Einsteigertarif für 36,99 EUR schon eine Alternative sein, aber offenbar vermarktet EnBW DSL nicht mal Anschlüsse aus dem eigenen Konzern.

  2. „in ganz Deutschland“… stimmt so aber nicht. Habe gerade mal versucht und meine Adresse wird nicht versorgt.

  3. Bei uns kann man es auch nicht buchen. Immerhin bekomme ich über die Telekom sagenhafte 2 Mbit. Wer braucht da schon 50 bis 250 Mbit

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