Konjunkturprogramm: Drastische Maßnahmen für mehr Internet & Mobilfunk

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Bei einem Konjunkturpaket von stattlichen 130 Milliarden Euro fällt nicht nur was für dich ganz persönlich ab, sondern auch für den Netzausbau in Deutschland. Internet und Mobilfunk in Deutschland sollen besser werden. Wie genau, erfährst du hier.
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Bildquelle: Unitymedia

16 Milliarden Euro des gigantischen Konjunkturprogramms will die Regierung alleine in Digitalisierungsprojekte stecken. Klar, dass da auch Geld für die Netze dabei sein muss. Und so ergeben sich bei genauerem Hinsehen einige Projekte, bei denen du zwar nicht direkt durch staatliche finanzielle Hilfen gewinnst, aber von besseren Netzen profitieren kannst.

Besseres Mobilfunknetz im Zug

Die Mobilfunknetze in den Zügen der Deutschen Bahn und anderer Anbieter sind langsamer als sie sein könnten. Die Hintergründe dazu hatten vor einigen Wochen die Kollegen von Golem berichtet. In den Zügen wird zum Fahrbetrieb der GSM-R-Standard genutzt. Dieser funkt auf ähnlichen Frequenzen wie die öffentlichen Mobilfunknetze, die auch du nutzt.

Insbesondere das Frequenzband um 900 MHz ist hier jedoch problematisch, seit es auch für LTE genutzt wird. Bei nicht gut abgeschirmten GSM-R-Geräten stört LTE den Zugfunk. Deswegen müssen die Mobilfunkanbieter die öffentlichen Netze runterregeln. Mit 150 Millionen Euro will der Bund jetzt die Umrüstung unterstützen. In der Folge können Telekom, Vodafone und O2 ihre Netze entlang der 39.000 Kilometer Schienenwege verbessern.

Konjunkturprogramm für den 5G-Ausbau

Die Bundesregierung will den Mobilfunknetzausbau in Deutschland beschleunigen. Bisher dauert es bis zu zwei Jahre, bis ein Mobilfunkmast genehmigt und gebaut ist. Künftig soll das in drei Monaten passieren.

Damit der Bau von Sendemasten schneller geht, will Deutschland eine neue Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft gründen. Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes (MIG) soll Aufgaben der Bundesnetzagentur übernehmen. Mit 5 Milliarden Euro sollen die letzten weißen Flecken in Deutschland geschlossen werden. Mehr noch: Bis 2025 soll Deutschland ein flächendeckendes 5G-Netz bekommen. Details dazu bleibt man aber schuldig. So ist unklar, wie sich das flächendeckende 5G-Netz, das sich recht einfach mit der Umwidmung von Frequenzen erreichen ließe, definiert. Denn mit der Umwidmung von beispielsweise UMTS-Frequenzen wird man zwar einige, aber nicht alle Charakteristika von 5G erreichen.

Glasfaser-Ausbau

Der Ausbau von schnellen Internetleitungen auf dem Land ist oftmals nicht wirtschaftlich. Förderprogramme sollen helfen, dass dennoch jeder in Deutschland einen schnellen Internetanschluss per Glasfaser bekommt. Doch diese Programme sind oftmals zu kompliziert für die Gemeinden und Kommunen. Deswegen will die Bundesregierungen jetzt „das Fördersystem entbürokratisieren und weiterentwickeln sowie die notwendigen Mittel dafür bereitstellen“.

Technologieführer

Mit weiteren 2 Milliarden Euro aus dem Konjunkturprogramm will Deutschland dafür sorgen, dass das Land bei 5G „und perspektivisch 6G“ eine führende Rolle „in der Weltspitze als Technologieanbieter“ einnehmen kann. Der Staat will „innovative Unternehmen bei der Entwicklung und Erprobung neuer, softwaregesteuerter Netztechnologien gezielt fördern.“ Auch die Verbesserung beim Zusammenspiel von Netzkomponenten unterschiedlicher Hersteller steht hier zusammen mit der Durchsetzung offener Standards auf der Agenda. Das Stichwort für Branchen-Kenner: OpenRAN.

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