Keine Pornofilme mehr für Mastercard- und Visa-Nutzer

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Ein Skandal brachte die beiden Zahlungsdienstleister Mastercard und Visa dazu, ihre Geschäftsbeziehungen mit Pornhub zu beenden. Infolgedessen sind finanzielle Transaktionen auf der Plattform aktuell nicht möglich. Die Pornowebsite ergreift Maßnahmen.
Pornhub
Pornhub auf dem HandyBildquelle: Adobe Stock

Pornhub, eines der weltweit beliebtesten Portale für Pornofilme, bietet neben frei zugänglichen Inhalten auch kostenpflichtige Filme an. Um diese anschauen zu können, muss man unter anderem – ähnlich wie bei den meisten Videos-on-Demand-Portalen – monatlich einen gewissen Geldbetrag an Pornhub zahlen. Und diese Transaktion erfolgte bisher über eine Mastercard– oder einer Visa-Kundenkarte. Nun kündigten beide Anbieter an, dass ihre Kreditkarten nicht mehr für Zahlungen auf Pornhub genutzt werden können. Den Ausschlag dafür gab eine New-York-Times-Kolumne des Journalisten Nicholas Kristof.

Missbrauch von Minderjährigen auf Pornhub

In seinem Artikel berichtet Kristof über angebliche kinderpornografische Inhalte auf der Plattform. Darüber hinaus sollen sich auf der Website auch Videos von Vergewaltigungen und heimlich gefilmte Inhalte befinden. Diese Behauptungen wies Pornhub zurück, kündigte am Mittwoch allerdings dennoch umfassende Änderungen an. Demnach können nur noch verifizierte Nutzer Videos hochladen. Zudem hat die Pornowebsite die Download-Funktion gänzlich deaktiviert, damit gelöschte Videos nicht ohne weiteres auf dem heimischen Rechner abgespeichert und später wieder hochgeladen werden können.

Trotz dieser Maßnahmen entschied sich Mastercard laut Informationen von Business Insider dafür, die Handlungsbeziehungen mit Pornhub zu stoppen. „Unsere Untersuchung hat Verstöße gegen unsere Standards bestätigt, die rechtswidrige Inhalte auf ihrer [Pornhubs] Website verbieten“, sagte ein Mastercard-Pressesprecher gegenüber Business Insider.

Auch Visa soll die Finanzinstitute angewiesen haben, die Verarbeitung von Zahlungen über das Visa-Netzwerk auszusetzen, obwohl die Untersuchung hier noch nicht gänzlich abgeschlossen ist.

Pornhub zeigt sich enttäuscht

Pornhub gab in einer knappen Meldung an, über die von Mastercard und Visa getroffenen Maßnahmen enttäuscht zu sein – zumal die beiden Zahlungsdienstleister diese erst zwei Tage nach der Einführung der umfassenden Sicherheitsänderungen ankündigten. Darüber hinaus hob die Plattform hervor, dass diese Nachricht für hunderttausende Models, die sich ihren Lebensunterhalt auf der Website verdienen, erschütternd sei. Finanzielle Transaktionen auf der Seite seien aktuell vorübergehend deaktiviert. Lediglich die Einkünfte über Werbeeinnahmen seien nicht beeinträchtigt.

Mastercard führt derzeit dieselbe Untersuchung auch auf anderen Seiten durch, um gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

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