Kamera unter dem Display: Oppo zeigt die Zukunft der Selfies

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Der chinesische Smartphone-Hersteller Oppo hat auf dem MWC Shanghai seine neuste Errungenschaft in Sachen Kamera und Display gezeigt: Die Frontkamera der zukünftigen Oppo-Smartphones verschwindet demnach komplett hinter dem Display. Das bringt einige Vorteile aber auch Nachteile. So hat Oppo die Probleme gelöst.
Prototyp eines Handys mit einer Kamera unter dem Display
Oppos Full-View-Panel mit Kamera unter dem DisplayBildquelle: Oppo

Der chinesische Handyhersteller Oppo stellt in den vergangene Monaten schon einige aufsehenerregende Neuigkeiten vor. Neben einer keilförmig ausklappbaren Frontkamera hat man auch einen 10fach-Zoom gezeigt. Nun ist die nächste Technologie dran: Dieses Mal macht Oppo die Notch oder Pop-Up-Kameras überflüssig. Die Chinesen verstecken die Kamera auf der Front des Smartphones kurzerhand hinter dem Display.

Kamera unter dem Display: Das zeigt Oppo

Wer nun auf ein neues Smartphone mit der Display-Technologie gehofft hat, wird enttäuscht. Auf der Messe in Fernost hat Oppo kein marktreifes Gerät dabei. Vielmehr wurde die Technologie anhand von Prototypen gezeigt. Die Kamera lugt laut The Verge durch ein neu entwickeltes Displaymaterial mit veränderter Pixelstruktur. So gelangt Licht hindurch und trifft hinter dem Panel auf das Objektiv der Kamera. Dahinter steckt laut Oppo ein Sensor, der vergleichsweise groß ist und eine weit geöffnete Blende bietet.

Schon vor wenigen Wochen hat Oppo die Technologie in einem Tweet angeteasert. Damals hielt man jedoch noch hinter dem Berg, wie man genau die Kamera hinter dem Display funktioniert.

Die Probleme der Hinter-Display-Kamera

Mit der Technologie entstehen einige Probleme. Oppo ist jedoch überzeugt diese im Griff zu haben. So soll die Anzeigequalität des Displays nicht schlechter sein als beim Rest des Panels und die Touch-Funktion weiter gewohnt funktionieren. Hier entsteht ein weiteres Problem, das technisch kaum gelöst werden kann. Durch Fingerabdrücke und Schmierer wird die Aufnahmequalität nämlich getrübt. Doch sie wird auch durch das vorgelagerte Display eingeschränkt. Diese Qualitätseinbusen räumt Oppo auf der Messe ein, verspricht aber durch Algorithmen, also durch Software-Bearbeitung, Trübungen, Farbstiche und Flares herausrechnen zu können. Heraus komme laut Oppo eine mit den Mitbewerbern vergleichbare Qualität.

Das erste Smartphone mit Hinter-Display-Kamera

Oppo hat auf der Messe vorerst nur die Technologie gezeigt. Ein Smartphone soll aber auch folgen. Oppo nennt die berühmte „nahe Zukunft“ als Zeitraum. Lange wird es also nicht mehr dauern. Spätestens zur IFA in Berlin Anfang September wird es die Technologie wohl in einem marktreifen Gerät geben.

Ist die Kamera unter dem Display der nächste große Wurf?

Mit der neuen Technologie hat Oppo sein Konzept für die Zukunft der Selfies in den Ring geworfen. Alle Hersteller versuchen sich zurzeit an solchen Technologien. Das Ziel ist dabei immer das Gleiche: Ein Display möglichst komplett ohne Ränder zu haben. Samsung setzt dabei auf Löcher im Display oder eine rotierende Rückkamera, OnePlus hat beim OnePlus 7 Pro eine Pop-Up-Kamera verbaut und Huawei sowie Apple verbauen weiter eine klassische Notch.

Die designerisch eleganteste Lösung ist zweifelsohne die Unter-Display-Kamera. Wenn es Oppo schafft, die bauartbedingten Qualitätseinbußen durch intelligente Lösungen auszubügeln, könnte sie die Zukunft der Selfie-Kameratechnik bei Smartphones sein.

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1 KOMMENTAR

  1. Schlechte Lösung, denn ich habe keinen Einfluss mehr im Falle eines Hacks. Beim Ausfahren/ Ausschieben entscheidet man selbst, ob die Frontkamera aktiviert wird.

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