iPhone-Kamera in Gefahr: Apple warnt Motorradfahrer

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In einem Support-Dokument warnt Apple Motorradfahrer vor möglichen Problemen mit der iPhone-Kamera, wenn das Smartphone zum Beispiel fest am Lenker montiert wurde. Vibrationen können zu Defekten an empfindlichen Bauteilen führen.
iPhone am Motorradlenker
Die Befestigung des iPhone am Motorradlenker kann zu Defekten an der Smartphone-Kamera führenBildquelle: cloney / Pixabay

Apples iPhone-Kamera verfügt über viele kleine Bauteile, die unter anderem dabei helfen, ein scharfes Bild zu erzeugen. Dazu gehört beispielsweise die optische Bildstabilisierung, kurz OIS (Optical Image Stabilization). Um Bewegungen des Smartphones und daraus resultierende verschwommene Aufnahmen zu reduzieren, wird das Objektiv entsprechend bewegt oder abgefedert, um diese auszugleichen. Hinzukommt ein sogenannter Closed-Loop-Autofokus (AF) einiger iPhone-Modelle, dessen Sensoren ebenfalls unter anderem Vibrationen erkennen und die Position des Objektivs anpassen. Dies hilft dabei zum Beispiel eine Person scharf abzulichten.

iPhone-Kameras: Apple warnt vor Vibrationen durch Motorräder

All diese Technik kann jedoch durch äußere Einflüsse beeinträchtigt oder gar zerstört werden, wie Apple nun in einem Support-Dokument erklärt. Konkret warnt der iPhone-Hersteller davor, dass insbesondere Motorräder mit viel Hubraum oder großer Leistung starke Vibrationen erzeugen können. Diese können vom Motor an den Lenker oder das Chassis weitergegeben werden und die iPhone-Kamera im schlimmsten Fall unbrauchbar machen.

Laut Apple ist es daher „nicht empfohlen, ein iPhone aufgrund der Amplitude der Vibration in bestimmten Frequenzbereichen an Motorrädern mit Hochleistungs- oder Hochvolumenmotoren anzubringen“. Bei anderen Vehikeln, die geringere Vibrationen erzeugen, sollte man eine Befestigung nutzen, die diese reduzieren. Von einer regulären Nutzung der iPhone-Kamera über längere Zeit sollte man ebenfalls absehen, um die Risiken einer Beschädigung zu reduzieren.

Der Entwickler der beliebten Kamera-App Halide und begeisterter Motorradfahrer Sebastiaan de With hat auf Twitter eine weitere Erklärung der Problematik veröffentlicht. Er habe bereits mehrere iPhone-Kameras durch die Nutzung an seinem Motorrad zerstört. Insbesondere Dirt-Bikes mit nur einem Zylinder sollen laut de With für derartige Probleme sorgen.

Die kleinen Federn im Inneren der Kamerasysteme moderner Smartphones können durch derartige Vibrationen zerstört werden. Wenn eine dieser feinen Federn reißt, kann das Smartphone nicht länger korrekt das Bild stabilisieren. Das Resultat könnte dann unter anderem so aussehen wie im folgenden Video:

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Die gute Nachricht, zumindest für den Halide-Entwickler: Apple hat die iPhone-Kameras beziehungsweise das gesamte Smartphone in allen Fällen repariert. AppleCare dürfte für Motorradfahrer also eine gute Investition sein. De With weist außerdem darauf hin, dass dies nicht nur iPhones, sondern „alle modernen Smartphone-Kameras“ betrifft, die über derartige Systeme zur Bildstabilisierung verfügen.

Diese iPhone-Modelle sind betroffen

Laut Apple ist die optische Bildstabilisierung im iPhone 6 Plus, iPhone 6s Plus, iPhone 7 und neuer vorhanden. Das gilt auch fürs iPhone SE (2. Generation). Die Ultraweitwinkelkamera des iPhone 11 oder neuer beinhaltet kein OIS. Dies gilt auch für die Telefotokamera des iPhone 7 Plus und iPhone 8 Plus. Closed-Loop-Autofokus ist Bestandteil des iPhone XS oder neuer; dies beinhaltet ebenfalls das iPhone SE (2. Generation).

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