ING: So bleibt dein Konto kostenlos

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Die ING informiert aktuell ihre Kunden mit einem Schreiben über Änderungen. Diese betreffen hauptsächlich die Kosten des Kontos. Wer auf das Schreiben nicht reagiert, muss demnächst für sein Konto bezahlen. Wir zeigen dir, was du beachten musst, damit dein Konto kostenlos bleibt.
ING: So bleibt dein Konto kostenlos
ING: So bleibt dein Konto kostenlosBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Die Zeit von kostenlosen Konten scheint gezählt. Waren Direktbanken wie die ING, DKB oder Comdirect lange die kostenlose Alternative zu Sparkassen und Co., da sie etwa nie Kontoführungsgebühren verlangten, ziehen viele nun die Reißleine. Neben Negativzinsen verlangen viele Banken nun auch weitere Gebühren, wie beispielsweise für die Girokarte. Auch die ING, die größte Direktbank Deutschlands, erhebt jetzt deutlich früher Negativzinsen und will Kosten auf seine Kunden abwälzen.

ING: Negativzinsen umgehen

Die ING teilte vor Kurzem ihren Kunden in einem Schreiben mit, dass man das Geld sicher anlegen wolle. Dabei entstünden durch den negativen Einlagenzins der EZB (Europäische Zentralbank) und den negativen Renditen am Kapitalmarkt hohe Kosten für die Direktbank. Trotz eines Gewinns, der im vergangenen Jahr bei fast 700 Millionen Euro lag, gibt man die Kosten an die Kunden weiter. Und das, so die ING selbst, wird sich in naher Zukunft voraussichtlich auch nicht ändern.

Das Girokonto im Handy: Smartphone-Banken im Vergleich

Ab dem 1. März 2022 erhebt die ING ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent pro Jahr. Das gilt für Guthaben über 50.000 Euro. Wer bei der ING ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto – die ING bezeichnet dieses als Extra-Konto – hat, kann dort jeweils bis zu 50.000 Euro liegen haben, ohne Strafzinsen zahlen zu müssen. Beispiel: Hast du auf dem Girokonto 2.000 Euro und auf dem Tagesgeldkonto der ING 55.000 Euro liegen, müsstest du Strafzinsen zahlen. Schichtest du aber etwa 5.000 Euro vom Extra-Konto auf dein Girokonto um, umgehst du das Verwahrentgelt.

Da Sparer derzeit ohnehin nur 0,001 Prozent Zinsen auf das Tagesgeldkonto erhalten – also im Jahr gerade einmal 50 Cent bei einem Guthaben von 50.000 Euro -, fällt das nicht schwer ins Gewicht. Somit kannst du auf beiden Konten insgesamt bis zu 100.000 Euro sparen. Doch kommst du hier oder da darüber, werden Strafzinsen fällig. Hast du beispielsweise 55.000 Euro auf einem Konto, erhebt die ING Strafzinsen nicht auf das gesamte Guthaben, sondern nur auf den Teil, der über dem Freibetrag liegt, also 5.000 Euro.

Girocard kostet bald knapp 12 Euro

Wer ein Konto bei der ING hat, besitzt zwei kostenlose Karten: die Girocard und die VISA Card. Doch ab März 2022 verlangt die Direktbank eine Gebühr für die Girocard – also die ehemalige EC-Karte. „Die erste Belastung erfolgt im April“, erklärt die ING. Dann werden 99 Cent pro Monat fällig. Auf Jahr hochgerechnet sind das knapp 12 Euro. Der einzige Weg, diese Gebühr zu umgehen, ist, die Girocard zu kündigen. Das können Kunden der ING ab sofort im Online-Banking und in der Banking-App der ING machen. Über den Browser erreichst du die Kündigungsfunktion über „Einstellungen“ → „Karten“ → „Girocard“. Klickst du auf „Verwalten“, kannst du die Karte kündigen. Diese wird dann sofort deaktiviert. Die Kündigung in der App ist ebenfalls unter „Karten“ möglich.

EC-Karte sperren: Viele machen diesen Fehler, den du unbedingt vermeiden solltest

Eine Kündigung der Girocard ist unproblematisch, da die VISA Card weiterhin kostenlos bleibt und die Funktionen der Girocard abdecken kann. Zudem war und ist nur mit ihr das Abheben von Geld an fast allen Automaten in Deutschland kostenlos. Mit der Girocard ist das nur an ING-Geldautomaten möglich. Der Vorteil der Girocard ist jedoch: Du kannst in vielen Geschäften – beispielsweise bei dm, Netto, Aldi Süd, Rewe oder Penny Markt – ab 5 Euro Einkaufswert, bis zu 200 Euro kostenlos abheben.

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17 KOMMENTARE

  1. Marc S.

    … und Girocard ist die einzige Möglichkeit, die Bargeld Einzahl Funktion an einigen ING Geldautomaten zu nutzen. Das geht nicht mit Visa.

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  2. Steffen Trentzsch

    Ich würde sie nicht kündigen. Ihn verschiedenen Läden, werden keine Kreditkarten genommenen. Und mit 12 Euro im Jahr kann man leben, wenn ich allein an den Spritpreis denke. Das ist der wahre Preistreiber.

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    • Henry

      Die EC/Maestro unbedingt behalten! Die 12 EURO pro Jahr… ja mein Gott!? In vielen Geschäften, Behörden usw. in Deutschland wird man (noch) wie ein Blödmann angeschaut, wenn man die VISA Karte zückt! 😉

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  3. Lester

    Wie ist es eigentlich bei Bürgerämtern oder anderen öffentlichen Einrichtungen? Soweit ich weiß, kann man dort nicht mit Visa oder gar bar bezahlen, sondern nur mit EC. Was wäre eine Alternative?

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  4. Helmut

    auch Banken müssen Gewinne erwirtschaften. Aber diese Art der Gewinnmaximierung ist für mich kritisch. Denn so sicher das „Amen“ in der Kirche ist- so sicher werden die Kosten weiter erhöht und die Freibeträge gesenkt! Ganz sicher!

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  5. Simon

    Bei dm gibt es auch Bargeld mit Visa, ab einem Artikel

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  6. L.E.

    Also ganz ehrlich. Bei anderen Banken kostet die Girocard auch mindestens 10€ im Jahr. Und nicht alle Kontofunktionen sind mit der Visacard möglich. Also bleibt nichts anderes möglich als die Girocard zu behalten.

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  7. Tim K.

    Ich bin seit über 20 Jahren dort und habe meine Girocard so gut wie noch nie benutzt, obwohl ich als Flugbegleiter viel im Ausland bin. Es gibt genug kostenlose Alternativen.

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  8. Petra K

    Es handelt sich ja nicht um eine VISA Kreditkarte, sondern nur um dir debit-Karte (Umsätze werden sofort dem Konto belastet). Ich hab sie schon mal mit der ec-Karte verwechselt und das Bezahlen ging trotzdem. Da ich zwei Girokonten habe, brauche ich die DiBa-ec-Karte sowieso nicht. Im nicht europ. Ausland wird meist eine „echte“VISA-Kreditcard verlangt als Kaution für Hotel,Mietwagen etc. Da nehm ich mir diese lieber dazu und kündige die ec-Karte.

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  9. Dieter G.

    Das man an fast allen Automaten mit der Visacard der Ing Geld abheben kann, das war mal. Immer weniger Banken sperren diese Karte für das Abheben von Bargeld – und mit der EC-Karte ist es zwar möglich, aber nur mit Gebühren. Da bleibt nur noch die Möglichkeit in den Geschäften wie REWE Geld „mitzunehmen“. Geht aber nur bis 200€. Das Konto bei der Ing hat damit viel an Attraktivität verloren.

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  10. Mike

    Habe meine Girocard seit Jahren ungenutzt Zuhause liegen.
    Wenn ich sie nun endlich loswerden kann und dabei noch kosten aus dem Weg gehe, umso besser.

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  11. Icke

    Leider wird die Visacard nicht überall akzeptiert. Heute erst wieder passiert.
    12 Euro pro Jahr ist nicht teuer aber wahrscheinlich kommen dann noch neue Kontoführungsgebühren dazu.

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  12. Duke

    Keine Bank kann was für die Zinspolitik der EZB. Außer Investment und Aktien kann doch eine Bank gar keine Gewinne mehr erzielen. Die Microgebühren für die Verwaltung der Kundengeschäfte. Lächerlich. Lieber Mal über die Inflation nachdenken. Die kostet wesentlich mehr.

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  13. Andy.K

    Ich brauche die EC-Karte nicht, habe sie noch nie gebraucht. Das Konto bei der Ing habe ich nur als Zweitkonto, um bisschen flexibler zu sein und die Möglichkeiten einer kostenlosen Kreditkarte zu haben und eine eigenes Wertpapierdepot bisschen managen zu können. Mit der Kreditkarte bezahle ich hin und wieder online was, die ist mir schon wichtiger. Bargeld brauche ich nicht von dem Konto, da kann ich mir was zurücküberweisen auf das Konto der Sparkasse, zu dem man beispielsweise zu den üblichen Kontoführungsgebühren noch extra für eine Kreditkarte zahlen müsste.

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  14. Ari

    Kosten auf die Girocard, ist der Anfang vom Ende.
    Nur zwei Möglichkeiten sehe ich:
    Karte kündigen oder weg von der ING

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  15. Jörg

    12 Euro im Jahr. Das sind 6-7 Liter Super. Hier möchte ich mal an die Verhältnismäßigkeit erinnern. Die 99 Cent pro Monat sind vollkommen in Ordnung. Ein Brötchen kostet schon 32 Cent.

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  16. Holger

    Ist mir nicht ganz klar, wie man nach dem diesjährigen BGH-Urteil zum AGB-Änderungsmechanismus Gebühren ohne konkrete Zustimmung des Kunden rechtssicher erhöhen/ einführen kann.

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