Hyperscaler: Nächster Schritt für deutsches XXL-Rechenzentrum

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Wird in Deutschland ein neues Silicon Valley entstehen? Die Möglichkeit besteht, denn mitten im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen soll neben einem riesigen Rechenzentrum auch ein sich anschließender Technologiepark wachsen.
Blick in ein Rechenzentrum.
Rechenzentren gibt es viele. Aber einen neuen Hyperscaler errichtet man deutlich seltener.Bildquelle: Connect world / Shutterstock.com

Mitten im Dreieck zwischen Frankfurt (Main), Paris und Amsterdam soll im Rheinischen Revier unweit von Köln ein neues XXL-Rechenzentrum sichtbar werden. Und nicht nur das. Neben dem sogenannten Hyperscaler mit integriertem Datendrehkreuz soll der Standort auch zu einem neuen Digitalpark umgebaut werden. Und das mitten in einer durch die Gewinnung, Verstromung und Veredelung von Braunkohle geprägten Region. Jetzt gehen die Verantwortlichen einen nächsten Schritt.

Kompetenzgruppe informiert über aktuellen Stand der Dinge

Am 20. Oktober wird auf Schloss Bedburg eine Informationsveranstaltung des eco Verbands im Rhein-Erft-Kreis stattfinden. Der Verband der Internetwirtschaft möchte dort nicht nur gegenüber der Presse über den aktuellen Stand der Dinge informieren, sondern auch mit Interessengruppen aus Politik, Wirtschaft sowie Forschung und Entwicklung über die aktuellen Ausarbeitungen diskutieren. Es handelt sich um die erste Tagung der im eco neu eingerichteten Kompetenzgruppe Datacenter.

Tausende Jobs in neuem Digitalpark möglich

Und zu besprechen dürfte es dort einiges geben. Denn mit der Errichtung des neuen XXL-Rechenzentrums mitten im Herzen von Europa wächst nicht nur die digitale Kompetenz der Region und von ganz Deutschland, sondern es entstehen auch viele neue Arbeitsplätze. Das Wirtschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen rechnet damit, dass sich während der Bauphase rund 13.300 Arbeitsplätze ergeben.

Nach einer Fertigstellung der entsprechenden Gebäude, die für einen Betrieb eines riesigen Rechenzentrums notwendig sind, würden nach Berechnungen der Politik mehr als 5.100 neue Arbeitsplätze mit den neu errichteten digitalen Infrastrukturen im Rheinland verbunden sein. Allein knapp 3.500 in Nordrhein-Westfalen selbst. Alles natürlich nur unter Einbeziehung neuer Unternehmen, die sich rund um das neue Mega-Rechenzentrum ansiedeln müssten. Denn für den Betrieb eines Rechenzentrums allein bedarf es weit weniger Mitarbeitern.

Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) zeigt sich von dem Gesamtprojekt losgelöst von der Chance auf viele neue Jobs äußerst angetan: „Hier trifft Relevanz auf Chance. Der Strukturwandel eröffnet Momentum für technologischen Fortschritt und damit auch für den Aufbau dafür nötiger Infrastrukturen.“

Zentrale Lage in Europa als Standortvorteil für Hyperscaler

Dass die Wahl für das neue XXL-Rechenzentrum auf das Rheinland gefallen ist, hängt unter anderem damit zusammen, dass durch die Region große überregionale Glasfasertrassen verlaufen. Sie ermöglichen eine schnelle Verbindung zu den großen Internetknoten in Frankfurt (DE-CIX) und Amsterdam (AMS-IX). DE-CIX-Geschäftsführer Harald A. Summa ist überzeugt, die neuen nach EU-Standards entwickelten Infrastrukturen seien wichtig, „damit sich unsere Wirtschaft digital souverän entwickeln kann, ohne von global agierenden Internetkonzernen abhängig zu sein.“

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