Huste in dein Smartphone und es sagt dir, ob du Corona hast

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Fieber, Müdigkeit und trockener Husten gehören zu den häufigsten Symptomen für eine Coronavirus-Erkrankung (COVID-19). Doch wann deutet ein Husten tatsächlich auf Corona hin? Das soll dir dein Smartphone bald sagen können.
Huste in dein Smartphone und es sagt dir, ob du Corona hast
Huste in dein Smartphone und es sagt dir, ob du Corona hastBildquelle: Blasius Kawalkowski

Die Grippesaison hat im Oktober begonnen und dauert bis Mitte Mai 2021. Im Herbst und Winter erkranken Menschen aber nicht nur an der Grippe. Auch eine Erkältung mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit tritt oft auf. Das Problem: Husten ist auch eines der häufigsten Symptome für eine Corona-Infektion. Wie soll man also den Unterschied zwischen einer eher harmlosen Erkältung und der Atemwegserkrankung COVID-19 unterscheiden, ohne sich gleich testen zu lassen? Hinzu kommt: Viele Menschen sind infiziert, obwohl sie keine erkennbaren Symptome aufweisen.

Stell dir vor, du hustest in dein Smartphone und es sagt dir, ob du am Coronavirus erkrankt bist. Was absurd klingt, soll demnächst Realität werden. Forscher am Massachusetts-Institut für Technologie (MIT) haben eine künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die anhand des Hustens erkennen kann, ob eine Corona-Erkrankung vorliegt. Dazu muss noch nicht einmal der Verdacht bestehen, an Corona erkrankt zu sein. Die KI erkennt auch bei Menschen ohne Symptome am Husten, ob sie an der Lungenkrankheit leiden. Was das menschliche Ohr nicht entziffern kann, schafft nach Angaben der Forscher die KI.

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Corona-Erkennung ist sehr genau

Dazu haben die Wissenschaftler am MIT erzwungene Hustenaufzeichnungen gesammelt, die Personen ohne Symptome freiwillig über Webbrowser oder das Smartphone aufgenommen und eingereicht haben. Anschließend haben die Forscher eine Reihe neuronaler Netze entwickelt, die feine Veränderungen hinsichtlich Stimmstärke und Atemleistung erkennen. Mithilfe dieser Daten erkennt die KI, ob eine Corona-Erkrankung vorliegt. In ersten Tests soll die KI das sehr genau feststellen können. Das Forscher-Team am MIT soll das Modell mit zehntausenden Hustenproben trainiert haben. Bei 98,5 Prozent aller Huster soll die KI richtig liegen.

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Es gibt dabei allerdings eine Einschränkung: Die Technologie eignet sich nicht zur Diagnose bei Menschen, die bereits Symptome aufweisen, da sie möglicherweise andere Erkrankungen haben, die ein ähnliches Verhalten hervorrufen. Zwar soll die KI durchaus in der Lage sein, auch hier Unterschiede feststellen zu können. Allerdings lässt sich bislang kein genaues Urteil über eine mögliche Corona-Erkrankung fällen.

Die Hust-App kommt

Die Wissenschaftler arbeiten daran, die KI in eine benutzerfreundliche App für das Smartphone zu verpacken. Demnächst soll es also möglich werden, eine App im Play Store und Apple App Store herunterzuladen, ins Smartphone zu husten und anschließend zu sehen, ob man Corona hat. Die Forscher schlagen sogar vor, dass dieses Vorgehen Pandemien ein Ende setzen könnte. Dazu müsste die App stets im Hintergrund zuhören. Doch das dürfte die Datenschützer auf den Plan rufen.

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