Huawei trotzt Trump (noch): Starke Zahlen im Q3

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Huawei hat seine Quartalszahlen für die Sommermonate 2019 verkündet. Dabei zeigt sich, dass Huawei weiter starke Zahlen vorweist, auch wenn man sich im Detail sehr zurückhaltend gibt. Doch eines ist klar: Der Absatz von Smartphones ist gestiegen. Der Handelskrieg ist aber noch nicht ganz auf dem Endverbrauchermarkt angekommen. Wie lief es also im Q3 bei Huawei?
Huawei Mate 30 Pro in der Hand
Test des Huawei Mate 30 Pro: Die Front und das DisplayBildquelle: Michael Büttner

Huawei hat seine Geschäftszahlen für das Q3 2019 im laufenden Jahr bekannt gegeben, hält sich aber mit detaillierten Informationen stark zurück. Zumindest in Sachen Smartphone-Verkäufe ist die Zurückhaltung unbegründet. Huawei gibt einen Gesamtausstoß von Smartphones im Jahr 2019 von 185 Millionen Geräten an. Sie verteilen sich auf die ersten drei Quartale wie folgt: Mit grob 59 Millionen Stück liegen die beiden ersten Quartale gleichauf. Im dritten Quartal 2019, also von Juli bis September des laufenden Jahres, lieferte Huawei satte 67 Millionen Smartphones aus. Huawei nennt keine genauen Zahlen, welche Modelle das Unternehmen wo und in welcher Menge verkaufen konnte.

Huawei Q3 2019: Handy-Absatz steigt – Umsatz fällt

Beim Umsatz verkündet Huawei einen bisherigen Gesamtbetrag für 2019 von 610,8 Milliarden Chinesische Yuan, also rund 77,7 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 24,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2018. Der Gewinn teilt sich auf die ersten drei Quartale relativ gleichmäßig auf. Auf 23,7 Milliarden Euro im Q1 folgten 28,8 Milliarden Euro in Q2 und darauf resultierend rund 25,2 Milliarden Euro im dritten Q3. Den Gewinn gibt Huawei in Prozent an und beziffert ihn auf 8,7 Prozent über dem bisherige Jahr 2019. Er lag im ersten Quartal noch bei glatt 8 Prozent.

Neben den reinen Geschäftszahlen des Q3 2019 gibt Huawei auch einen Einblick in die Entwicklung des 5G-Geschäfts und das eigenen Ökosystem. Hier will Huawei vor allem zeigen, dass man auch ohne die Google-Services und den 5G-Markt in den USA auskommt. Auf beides muss Huawei zurzeit verzichten. Die US-Regierung und allen voran der US-Präsident Donald Trump verhindern seit geraumer Zeit, dass Huawei-Technik im 5G-Netz der USA verbaut wird. Die Begründung liegt in der Nähe Huaweis zur chinesischen Regierung. Amerika befürchtet Spionage des Reichs der Mitte über die Technik von Huawei. Trotzdem hat Huawei nach eigenen Angaben 60 Verträge für 5G-Ausbauten mit großen Netzbetreibern in der Tasche. Man habe mittlerweile 400.000 aktive 5G-Antennen ausgeliefert (Massive MIMO).

Huawei Q3 2019 könnte letztes gute Quartal werden

Beim Thema Google-Services setzt Huawei sein eigenes Ökosystem entgegen. Das Mobile Services Ökosystem ist laut Huawei in 170 Länder erhältlich und wird von 1,07 Millionen Entwicklern unterstützt. Trotzdem gibt es massive Zweifel aus der Branche, dass sich Huawei-Smartphones ohne die Google-Services auch außerhalb von China gut verkaufen werden. Die Zukunftsform ist hier der entscheidende Faktor, denn bisher gibt es noch kein Smartphone, das Huawei außerhalb von China ohne die Google-Services verkauft.

Das Huawei Mate 30, das Mate 30 Pro und das Mate 30 RS Porsche Design sind die ersten Modelle, die ohne US-Lieferung im Software-Bereich auskommen müssten. Doch bisher werden sie nur in China verkauft. Sollten die US-Sanktionen jedoch weiterlaufen, muss Huawei auch dauerhaft auf das eigene Ökosystem setzen. Bisher hat das noch wenig Auswirkungen auf die Geschäftszahlen, wie am Huawei Q3 2019 zu erkennen ist. Das wird sich aber mit der Zeit ändern, wenn die bisherigen Geräte langsam veralten und Kunden nach neuen Modellen verlangen. Durch einen Halbjahrestakt von Neuvorstellungen im Flaggschiffbereich ist Huawei also unter Zeitdruck. Spätestens mit dem Nachfolger des Huawei P30 Pro, dem Huawei P40 und P40 Pro sollte der Konflikt gelöst werden, sonst könnte Huawei einer ungewissen Zukunft entgegengehen.

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