US-Sanktionen gegen Huawei: Dieser Konkurrent profitiert am meisten

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Die Sanktionen gegen Huawei aus Richtung USA haben in den vergangenen Monaten Fahrt aufgenommen. Immer wieder wurden Analysen vorgenommen, wie sich der Boykott auf Seiten des Herstellers, aber auch auf Seiten der Vereinten Nationen auswirken wird. Doch wie sieht es mit Huaweis Konkurrenz aus?
Huawei-Logo vor Lichterwand.
Bildquelle: Huawei

Berichte und Analysen darüber, ob und inwieweit Huawei von dem amerikanischen Boykott seiner Produkte Schaden nehmen wird, gab es in den vergangenen Wochen immer wieder. Wie die Branche sich dadurch verändert und inwiefern Huaweis Konkurrenz von den Verboten profitieren könnte, wurde jedoch noch nicht beleuchtet.

Analysten des Marktforschungsinstituts Canalys haben den Entwicklungen entsprechend ihre Prophezeiungen von Mai angepasst. Sie haben nicht nur die Verkaufszahlen nach unten korrigiert, sondern auch einen Profiteur der Lage ausgemacht. Die Marktforscher sehen Samsung als klaren Gewinner der Situation. Der Grund: Man erwarte, dass Samsung durch eine rasante Produktionssteigerung schnell auf die Situation Huaweis reagiert. Dem zugute komme auch die „aggressive Strategie“, die Samsung global fahre, so heißt es. Andere Hersteller werden vielmehr bis Ende des Jahres Zeit brauchen, um von den neuen Gegebenheiten Profit schlagen zu können, so die Analysten.

Nicole Peng, VP Mobility bei Canalys, meint, dass man in der Analyse beachten müsse, dass Hersteller Strategien aufgrund der momentan unsicheren Lage beschleunigen müssen. Das umfasse unter anderem die Verlagerung von Produktionsstätten in andere Länder, um so generell kurz- wie auch langfristige Auswirkungen minimieren zu können.

Rückläufige Verkaufszahlen

Die Entwicklungen rund um Huawei könnten ebenso die globalen Verkaufszahlen schwächen, prophezeit man. Insgesamt erwartet man einen Rückgang um 3,1 Prozent auf 1,35 Milliarden verkaufte Smartphone-Einheiten. Im Vergleich zum Vorjahr, wo der Rückgang bei 4,5 Prozent lag, fällt der Rückgang allerdings geringer aus. Positiv könnten sich nach Einschätzung der Experten allerdings die ersten 5G-Smartphones auswirken, sodass ein Marktwachstum von 3,4 Prozent erfolgen könnte.

Rückblick: Spionage-Vorwürfe standen am Anfang

Alles begann seinerzeit mit den Spionage-Vorwürfen gegen Huawei. Daraus entwickelte sich nicht nur ein Ausschluss aus dem 5G-Netzausbau in den USA sowie weiteren Ländern, sondern mittlerweile auch ein genereller Boykott in den USA. US-Präsident Trump legte amerikanischen Unternehmen das Verbot auf, nicht mehr mit Huawei zusammenarbeiten zu dürfen. Der Grund: die nationale Sicherheit.

Android-Entwickler Google und der Hersteller ARM schränkten die Zusammenarbeit bereits ein beziehungsweise kündigten sie auf. Bis zum 19. August hat Huawei in den USA zwar eine insgesamt 90-Tägige-Schonfrist bekommen. Man erwartet jedoch, dass danach strenge Sanktionen und Beschränkungen auf den Hersteller zukommen, die sich letztlich vor allem außerhalb des chinesischen Marktes bemerkbar machen dürften. Die Deutsche Telekom rät bereits jetzt von Huawei-Smartphones ab.

Wie Huawei-Nutzer sich verhalten können und welche Rechte sie haben, sind in einem separaten Artikel zusammengefasst.

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