Huawei OS im Test: Eine Million Smartphones wurden bereits verschickt

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Das Betriebssystem soll schon „tausendmal getestet worden sein“, so eine Quelle. Dennoch starte der chinesische Hersteller gerade erst damit, Testexemplare weitreichend zu verbreiten. Eine Veröffentlichung kann sich demnach noch Monate hinauszögern.
Huawei-schriftzug auf einem P30 lite

Huaweis eigenes Betriebssystem hat viele Namen: „HongMeng OS“ soll es in China heißen, in Europa tauchte der Namen „Ark OS“ auf und vor Kurzem wurde der Titel „Oak OS“ für den internationalen Markt ins Spiel gebracht. Egal, wie die hauseigene Software des chinesischen Herstellers schlussendlich heißt: Für Huawei wurde das eigene operating system (OS) seit dem Streit mit den USA zum überlebenswichtigen Faktor. Wie die „South China Morning Post“ berichtet, befindet sich das Betriebssystem schon seit sieben Jahren in der Entwicklung. Die Geschichte dahinter liest sich wie ein Wirtschaftskrimi.

So soll sich damals die Führungsriege von Huawei in einer Villa an einem See nahe Shenzhen eingeschlossen haben, um über die Abhängigkeit von Android zu beraten. Schon damals erkannte die Gruppe rund um Gründer Ren Zhengfei, dass Streitigkeiten mit den USA dem Unternehmen wirtschaftlich massiv schaden könnten. Deshalb entschloss man sich, vorsorglich an einem eigenen Betriebssystem zu arbeiten. Hinter verschlossen Türen im eigenen Unternehmen werkelt seitdem eine Gruppe an Entwicklern an Huawei OS. Das Treffen im Jahr 2012 erhielt im Laufe der Jahre den Namen lakeside talks. Dokumente dazu lagen lange unter Verschluss.

Huawei OS: Eine Million Testgeräte ausgeliefert

Von der Existenz des hauseigenen Betriebssystems erfuhr die Öffentlichkeit erst im März dieses Jahres. Mittlerweile steht der Hersteller öffentlich zu Huawei OS. Von einem Marktstart der Software ist man jedoch noch einige Zeit entfernt, so die Aussagen verschiedener Huawei-Quellen. Aktuell sollen insgesamt eine Million Testgeräte mit HongMeng OS im Umlauf sein. Das berichtet zumindest der Finanzdienstleister Rosenblatt Securities unter Bezugnahme auf Zuliefererkreise.

Die Test-Software auf den Handys soll mit allen Android-Anwendungen kompatibel sein und bietet „verbesserte Sicherheitsfunktionen für persönliche Daten“. Dennoch habe man noch viel Arbeit vor sich: „Obwohl das Betriebssystem schon tausendmal im Entwicklerteam getestet wurde, fehle es noch an weitreichenden Testläufen mit Kunden“, so die „South China Morning Post“. Demnach sei die Software noch nicht marktreif.

Huawei selbst gab derweil bekannt, dass man sich erst einmal von seinem wichtigsten Ziel verabschiedet. Eigentlich wollte man bis zum vierten Quartal 2019 weltgrößter Smartphone-Hersteller werden. Dafür benötigt man nun aber mehr Zeit, sagte ein „hochrangiger Huawei-Manager“ laut der Nachrichtenagentur Reuters bei einer Branchenmesse in Schanghai.

Quellen:

Bildquellen:

  • Huawei P30 Topnewsbild: Simone Warnke/inside handy
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David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

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9 KOMMENTARE

  1. Ich will das auch testen. War auch schon bei Linux Tester. Immer besser als Google ale Daten hinterherschmeißen.

    markik

  2. Scheiss auf die usa, die Welt muss sich von der us-bevormundung loesen. China scheint dass einzige Land, was diesen Schritt unternimmt und Erfolge erziehl. Praesident Dumb ist dies jedoch nicht geheuer, daher die antisinitischen Ressentiments. Europa muss erwachen und wie China sich vom Joch der Terrorstaates usa loesen !

  3. Ich bin sehr gespannt auf Huaweis Betriebssystem. Habe angefangen mich auf den Verlust von Google vorzubereiten. Alternativen gibt es. Facebook und Instragram jucken mich nicht. Für WhatsApp habe ich mich in meinem Kreis auf WeChat geeinigt. Das ist auch chinesisch und Trump kann es nicht verhindern. Wenn die Amis es wollen, gibt es bald schon einen chinesischen Kontrahenten.

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