Geheimer Aufbau: Huawei und das Mobilfunknetz in Nordkorea

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Huawei-Logo auf Scheibe
Die „Washington Post“ berichtet, dass der chinesische Hersteller Huawei beim Aufbau des Mobilfunk-Netzes in Nordkorea geholfen hat. Dies könnte die Beziehung zu den USA und den andauernden Handelsstreit mit dem Land weiter verschärfen. Bisher gab es keine offiziellen Hinweise auf eine Verbindung zwischen Nordkorea und Huawei.

Die Beziehung zwischen Huawei und den USA ist aktuell nicht besonders gut. Mehrere Wochen nach dem Ausbruch des Embargos gegen den chinesischen Hersteller war man aber langsam wieder auf einem Weg der Besserung. So sollten interessierte US-Unternehmen die Möglichkeit erhalten, für begrenzte Zeit weiter mit Huawei handeln zu dürfen. Eine Aufhebung des Banns sollte es jedoch nicht geben – auch wenn US-Präsident Donald Trump auf dem G20-Gipfel so etwas andeutete.

Der begrenzte Waffenstillstand zwischen Huawei und den USA könnte nun aber in Gefahr sein. Wie die „Washington Post“ am Montag berichtet, soll der chinesische Hersteller heimlich dabei mitgeholfen haben, das Mobilfunknetz in Nordkorea aufzubauen und zu betreiben. Dies habe die Zeitung dank Quellen und internen Dokumenten herausgefunden. Demnach habe Huawei zusammen mit dem staatlichen Unternehmen Panda International Information Technology Co Ltd. aus China an einer Vielzahl an Projekten mitgearbeitet. Insgesamt acht Jahre sollen beide Firmen in Nordkorea tätig gewesen sein.

Nordkorea: Schon ZTE spürte den Zorn der USA

Laut dem Bericht sollen beide Unternehmen ihr Büro in der Hauptstadt Nordkoreas, Pjöngjang, schon im Jahr 2016 geräumt haben. Damals begann das Handelsministerium der Vereinigten Staaten auch mit einer Untersuchung möglicher Verbindungen zwischen dem Kommunikations-Hersteller und dem asiatischen Land. Offiziell habe man sich dazu jedoch nie geäußert. Keines der Unternehmen noch das Handelsministerium wollten sich zu dem Bericht der „Washington Post“ äußern.

Wie es Unternehmen ergehen kann, die mit Nordkorea handeln, zeigt der Handelsstreit zwischen den USA und dem chinesischen Hersteller ZTE. Wegen Geschäften mit Nordkorea und dem Iran musste das Unternehmen eine Rekordstrafe von 1,2 Milliarden Dollar zahlen, verantwortliche Mitarbeiter entlassen und anderen die Bonus-Zahlungen streichen. Nachdem dann laut der US-Regierung dennoch Boni ausgezahlt wurden, ging man mit einem Embargo gegen ZTE vor. Das zog sich über mehrere Monate, fand jedoch Mitte Juli sein Ende. Damals setzten die USA erneut Strafzahlungen in Milliarden-Höhe sowie Entlassungen durch.

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