Huawei hat ein Problem: Ein alter Bekannter soll helfen

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Die US-Sanktionen bereiten Huawei immer mehr Probleme. Neue Smartphones dürfen weder Play Store noch Google-Dienste an Bord haben. Nun folgte die nächste Hiobsbotschaft, die das Herz des Smartphones zum Stillstand bringt.
Huawei leidet unter dem US-Bann
Huawei leidet unter dem US-BannBildquelle: Blasius Kawalkowski

Huawei wird hierzulande immer unbeliebter. Das zeigen neue Zahlen des Marktforschers Catalyst. Mittlerweile wurde das chinesische Unternehmen von seinem Sparringspartner Xiamoi überholt. Der Grund: Viele Smartphone-Nutzer hierzulande wollen kein Smartphone ohne Google-Dienste, Play Store und Co. Neben Samsung ist aus diesem Grund vor alle Xiaomi der große Gewinner. Doch die Probleme bei Huawei hören nicht auf.

Wie der Smartphone-Chef Richard Yu nun mitteilt, gehen Huawei aufgrund der US-Sanktionen die Prozessorchips aus. Bereits ab dem kommenden Monat soll der Smartphone-Hersteller aufgrund des anhaltenden wirtschaftlichen Drucks aus den USA keine eigenen Kirin-Prozessoren mehr herstellen können. Das Problem: Gemäß eines neuen US-Gesetzes müssen ausländische Hersteller, die zur Entwicklung ihrer Prozessoren US-amerikanische Technologien benutzen, eine Lizenz haben, bevor sie sie an Huawei weiterverkaufen. Und diese hat das Tochterunternehmen HiSilicon nicht.

„Die Produktion wird am 15. September eingestellt“, sagte Yu. Das kommende Huawei Mate 40, das im September erscheinen soll, könnte also das letzte Smartphone mit einem Kirin-Prozessor sein.

Huawei in der Klemme: So könnte die Hilfe aussehen

Diese Schock-Nachricht für Huawei bringt einen alten Bekannten auf den Plan. Einer der größten Prozessor-Hersteller auf dem Smartphone-Markt meldet sich und will helfen. Qualcomm versucht die US-Regierung davon zu überzeugen, Chipsätze an Huawei verkaufen zu dürfen, so das Wall Street Journal.

Dem US-Präsidenten Donald Trump dürfte das in die Karten spielen. Schließlich versucht er mit aller Macht, den Technologievorsprung der USA zu erhalten, indem er etwa Huawei oder TikTok mit Sanktionen und Drohungen schwächt. Einem US-amerikanischen Unternehmen wie Qualcomm die Tür zum chinesischen Prozessor-Markt zu öffnen, der bislang von HiSilicon dominiert wurde, würde ins Bild passen. Sollte Qualcomm die Lizenz erhalten, blühen Einnahmen in Milliardenhöhe. Das Unternehmen sagt, der Markt sei jährlich bis zu 8 Milliarden US-Dollar wert.

Spionage? Davor haben die USA wirklich Angst

Die Alternative: Samsung

Sollte sich die US-Regierung mit ihrem Plan durchsetzen, Huawei-eigene Prozessoren durch Qualcomm-Chips zu ersetzen, könnte bereits das P50 mit einer Snapdragon-CPU auf den Markt kommen. Allerdings hat Huawei noch andere Optionen. Mit Samsung und MediaTek gibt es in Asien zwei weitere Chip-Hersteller, die Huawei mit Prozessoren beliefern könnten.

Übrigens: Huawei nutzte bislang nahezu ausschließlich Prozessoren der eigenen Tochter HiSilicon. Zum Start der P-Reihe 2012 allerdings brachte man das Ascend P1 mit Qualcomm-Chip in den Handel. Der chinesische und der amerikanische Hersteller kennen sich also.

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