Huawei will verkaufte Android-Handys per Update auf HarmonyOS umstellen

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Auf Huawei-Smartphones läuft demnächst ein neues Betriebssystem. Das hauseigene HarmonyOS wurde als Alternative zu Googles Android und Apples iOS entwickelt. Doch was bedeutet das für Besitzer von Android-betriebenen Huawei-Geräten? Erhalten sie ein Zwangs-Update?
HarmonyOS Betriebssystem
Huawei HarmonyOSBildquelle: Huawei

Huaweis Smartphone-Chef Richard Yu hat kürzlich im Rahmen eines Events wichtige Details zum 2019 angekündigten Betriebssystem HarmonyOS enthüllt. Demnach werden in den kommenden Monaten zahlreiche Handys ein Update auf HarmonyOS erhalten. Aktuell nutzen diese noch das Google-Betriebssystem Android. Doch innerhalb eines Jahres sollen insgesamt 100 Huawei-Geräte (inklusive zahlreicher Smartphones und Tablets) zu HarmonyOS wechseln. Bei zahlreichen, neueren Mobiltelefonen wie den Huawei Mate40-, P40– und Mate30-Serien wurde die Aktualisierung bereits jetzt angestoßen.

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HarmonyOS vs. Huawei Zukunftsversprechen

Der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt seit seinem Beginn im Jahr 2019 dafür, dass neue Huawei-Smartphones ohne Google-Dienste wie Google Maps, Gmail oder Google Calendar auskommen müssen. Auch der Zugang zum Play Store wird verwehrt – doch das gilt nur für neue Modelle. Ältere Geräte bis hin zum Huawei P30 Pro – sowie einige minimal abgeänderte Versionen – können Anwender hierzulande derweil nach wie vor ohne jegliche Einschränkungen nutzen. Das gehört zu Huaweis Zukunftsversprechen, welches das chinesische Unternehmen als Reaktion auf die Sanktionen gab.

Nun hat Huawei seine HarmonyOS-Update-Lawine gestartet. Und diese soll auch ältere und Android-fähige Modelle bis hin zum 2017 vorgestellten Huawei P10 überrollen. Nach der Aktualisierung werden Nutzer keinen Zugriff mehr auf Google-Dienste haben – allerdings gilt das zunächst nur für den chinesischen Markt. Aktuell ist noch unklar, ob und wie Huawei sein neues Betriebssystem im europäischen Raum verbreiten möchte. Für deutsche Huawei-Nutzer wird sich folglich zumindest in naher Zukunft nichts ändern. Ein weiterer Teil des Zukunftsversprechens ist zudem, dass Huawei Android auf seinen Smartphones nicht automatisch deinstalliert.

HarmonyOS: Geräteübergreifende Funktionen

Nach Angaben von Huawei soll HarmonyOS viele Vorteile mit sich bringen. Beispielsweise sollen Widgets App-Interaktionen „völlig neu definieren“. Damit soll es möglich sein, Informationen anzeigen zu lassen und wichtige Funktionen zu verwenden, ohne dass die App hierfür geöffnet werden muss. Darüber hinaus sollen Nutzer viele Services geräteübergreifend verwenden können. Beispielsweise soll ein Klick ausreichen, um die Audio- oder Videowiedergabe auf andere Geräte zu übertragen. Auch kannst du das Tablet in einen zweiten Notebook-Bildschirm verwandeln oder den Laptop-Bildschirm auf dein Tablet spiegeln – so viel zu den beworbenen Funktionen.

Grundsätzlich hat die Code-Analyse des Portals Ars Technica jedoch ergeben, dass HarmonyOS zu großen Teilen auf dem Code von Android basiert. Die Unterschiede könnten somit deutlich geringer ausfallen, als es den Anschein hat. Ob das schlussendlich ein Nach- oder ein Vorteil für die Endverbraucher ist, muss sich noch zeigen.

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3 KOMMENTARE

  1. Neben dem Duopol aus Android und iOS wäre ein weiteres mobiles Betriebssystem in der Tat wünschenswert, und sei es aus China.

  2. Bitte… HUAWEI MÖCHTE JEDEN USER ANBIETEN WECHSELN ZU KÖNNEN DESEB GERÄT DAFÜR NOCH STARK GENUG IST. VON ZWANG WURDE NIE GEREDET IHR HOCHGLANZ AFFEN

  3. Ja nur das HarmonyOS Android ist halt mit einer abgewandelter Oberfläche und paar anderen Änderungen.
    Das ist genau das gleiche wie Amazons FireOS (nur das bei Amazon die zugrundeliegende Android Version älter ist).
    Also am duopol tut sich nix.

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