Huawei greift Google Maps an: Neuer Schachzug schafft es bis nach Deutschland

3 Minuten
Huawei begegnet US-Sanktionen mit eigenen Mobile Services. Diese wurden nun um eine lang ersehnte Anwendung ergänzt: Petal Maps. Damit will Huawei eine Alternative zu Google Maps bieten und sein Ökosystem stärken – auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen.
Petal Maps: Alternative zu Google Maps
Huawei Petal MapsBildquelle: Huawei

Huawei hat in letzter Zeit viele Schläge einstecken müssen. Als Folge des Handelsstreits zwischen China und den USA dürfen US-Unternehmen keinen Handel mehr mit Huawei treiben und auch ausländische Zulieferer wurden teilweise unter Druck gesetzt. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei, dass Huawei auch nicht mit dem Android-Entwickler Google Geschäfte tätigen kann und darum keine Google-Dienste wie Gmail, den Play Store oder die Navigationssoftware Google Maps auf seinen neuen Smartphones installieren darf. Als Reaktion darauf hat Huawei seinen eigenen Services massiv ausgebaut – und nun gibt es auch eine Alternative zu Google Maps: Petal Maps.

Petal Maps: Das kann der neue Kartendienst von Huawei

Eine wichtige Anwendung, die bisher unter den Huawei-Mobile-Services fehlte, ist eine Navigationssoftware. Diese Lücke hat Huawei nun mit Petal Maps ebenfalls geschlossen. Die Funktionen, die der Kartendienst bietet, ähneln dabei zu großen Teilen denen von Google Maps. So können Nutzer beispielsweise schlicht in Petal Maps nach Restaurants und anderen Orten Suchen und diese in ihren Favoriten speichern. Auch lässt sich jederzeit die Navigationsfunktion aktivieren, die dich unter Beachtung von Echtzeit-Informationen zum (öffentlichen) Verkehr ans Ziel bringt. Wer eine 3D-Ansicht bevorzugt, kann diese ebenfalls in der Huawei-Kartenapp aktivieren und auch der Blickwinkel lässt sich je nach Wunsch anpassen.

Wer nach außergewöhnlichen Alleinstellungsmerkmalen sucht, wird ebenfalls fündig: Nutzer können Huaweis Petal Maps nämlich per Gestensteuerung bedienen. Dazu muss man zunächst die Hand vor das Smartphone halten. Sobald ein entsprechendes Symbol auf dem Display erscheint, lassen sich beispielsweise die Ansicht oder der Zoom mittels lediglich einer Handbewegung ändern. Das funktioniert aktuell jedoch nur mit den Smartphone-Serien Huawei Mate 40, Mate 30 und P40 (jeweils mit EMUI 11).

Huawei-Navigation bisher nur eingeschränkt nutzbar

Petal Maps findet sich bereits jetzt in der Huawei AppGallery und kann auch heruntergeladen sowie installiert werden. Allerdings befindet sich die Anwendung aktuell noch im Beta-Stadium und steht darum nur den neusten Huawei-Smartphones zur Verfügung. In Zukunft wird sich dies allerdings natürlich ändern. Insgesamt soll Petal Maps in über 140 Ländern verfügbar sein und auch Deutschland ist natürlich mit von der Partie. Das Kartenmaterial stammt vom niederländischen Hersteller von Navigationssystemen TomTom und ist somit ebenfalls auf einem hohen Niveau.

In puncto Sicherheit und Datenschutz verspricht Huawei, dass sämtliche lokale Regulierungen beachtet werden. Zudem sind die Standortdaten per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert und sollten somit nicht von Dritten eingesehen werden können.

Deine Technik. Deine Meinung.

7 KOMMENTARE

  1. Es fehlt mir schon EXTREM schwer meine genau Daten Google zu überlassen aber ich bin auf die Zeitleiste beruflich angewiesen.
    Aner sie jetzt in den Händen der CPR zu legen? Niemals!

  2. Google ist deshalb noch lange nicht im Bedrängnis. Die Macht, die Google aufgrund der Daten hat, ist unantastbar. Verkehrsdaten, Community-Meldungen, Vorhersagen… All das ist nur aufgrund der Daten möglich und deshalb wird Google in den westlichen Ländern immer Vorreiter sein, es sei denn die Daten werden frei zugänglichlich

  3. Konkurrenz belebt das Geschäft und wie man wissen sollte sind Monopole sowie es die letzte Jahre verstärkt wurde auch keine erstrebenswerte Lösung. Von daher finde ich es gut, dass Huawei die Not zur Tugend macht und mutig nach vorne prescht. Wenn es einer schaffen sollte, ein weiteres Ökosystem neben den beiden Monopolen von Google und Apple zu etablieren, dann Huawei. Ich traue es ihnen zu. Denn schlecht sind ihre Produkte nicht und innovativ sind sie auch. Microsoft hat es damals mit den an sich tollen Windows Phones von Nokia ja nicht hinbekommen, weil sie viel zu halbherzig bei der Sache waren. Das ist Huawei definitiv nicht, die stecken momentan alles rein, was geht. Abgesehen davon ist bis dato nichts bewiesen, dass Huawei ein Sicherheitsrisiko darstellt. Und einem Google oder Apple sollte man auch nicht blind vertrauen. Da geht es am Ende auch nur ums Geld. Ich würde lachen, wenn Trump mit dieser ganzen Bann Aktion am Ende dafür gesorgt hat, dass seine beiden US Vorzeige Unternehmen am Ende einen unabhängigen Rivalen noch stärker gemacht hat und ein 3. System auf dem Markt etabliert wird. Wie zu Beginn gesagt, Konkurrenz belebt das Geschäft, von daher würde ich es Huawei wünschen, dass sie es packen.

    • „nichts bewiesen, dass Huawei ein Sicherheitsrisiko“ Brauch doch auch nicht. China ist ein totalitärer Staat mit Durchgriff auf alle Unternehmen. Das Wort Datenschutz existiert im Chinesischen gar nicht, glaube ich. Alle Firmen sind gesetzlich zur Zusammenarbeit mit dem Staat verpflichtet. Der Staat brauch nicht nach Daten fragen, er fordert sie einfach nur an. Was wird hier eigentlich geglaubt, wie ein totalitärer Staat funktioniert?

      • Wir haben weltweit sehr fähige IT Experten, wieso hat bis jetzt niemand irgendeinen signifikanten Beweis hervorbringen können, um die Aussage zu stützen? Dann wäre ja alles gut. Hier wird einfach auf politischer Ebene versucht ein Exempel zu statuieren. Es hat nichts mit der Technik zu tun. Und das ist daran bedenklich. Ich wiederhole mich, schlecht ist das technisch gebotene von Huawei nicht, im Gegenteil sie sind so einigen westlichen Unternehmen voraus. Da ist die wirtschaftliche Angst eines Trumps usw. begründet. Wenn es nur um den Staat und das Prinzip geht, dann dürften wir mit so einigen Ländern keine Geschäfte mehr machen. Wieso werden all die anderen „Schurkenstaaten“ nicht in diesem Umfang thematisiert oder boykottiert. Stattdessen werden mit diesen Ländern munter Geschäfte gemacht. Auch von unserer Regierung aus. Ich sage nur Waffen usw.

  4. Petal Maps …….Klasse…..weg von Google, aber die sollten ihre it Kräfte erst mal auf eine lauffähige corona-warn App fokosieren.

  5. Dann lieber das europäische Here now – auch kostenlos und mit vielen Autoherstellern an Bord gute Stauumfahrung und den Navteq Satelliten daten

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL