Android-Alternative: Huawei will europäisches Smartphone-Ökosystem

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Kein anderes Unternehmen ist so stark von dem Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen wie Huawei. Die Folgen sind mitunter drastisch. Die Smartphone-Verkäufe gehen zurück, das neue Huawei Mate 30 kommt ohne vorinstallierte Google-Apps auf den Markt und - vielleicht am schlimmsten - die (potenzielle) Kundschaft verliert das Vertrauen in die Marke. Jetzt hat Huawei-Chairman Eric Hu eine neue Idee.
Das Logo von Huawei vor lila Leuchtstoffröhren
Huawei soll von Schwarzer Liste entfernt werdenBildquelle: Rita Deutschbein / inside digital

Der Vorsitzende setzt sich in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ für die Etablierung eines europäischen Ökosystems für Smartphones und andere elektronische Geräte ein. Erste Details will Huawei nach Aussagen Hu’s bis zum Jahresende oder spätestens Anfang 2020 geklärt haben. Er sagte der Zeitung: „Wenn Europa ein eigenes Ökosystem für smarte Endgeräte hätte, würde Huawei es benutzen.“

Huawei will mit europäischen Partnern zusammenarbeiten

Nach Ansicht von Hu sollen auch die Open-Source-Systeme Android OS und die Huawei-Entwicklung Harmony OS Teil dieses Ökosystems sein. „Das von Europa aufgebaute Ökosystem könnte auch US-Anwendungen einbeziehen und weltweit eine Rolle spielen“, ist der Huawei-Manager überzeugt. Huawei spreche diesbezüglich schon mit einigen Partnern, Hu wollte gegenüber dem „Handelsblatt“ aber keine konkreten Namen nennen. Gleichwohl betonte er: „Wir sind bereit, langfristig zu investieren.“

Das drohende Handelsverbot amerikanischer Firmen mit Huawei sieht der Chairman zumindest nach außen gelassen. „Wir sind nicht von den Übergangsfristen der US-Regierung abhängig. (…) Wir können in der Produktion vollständig ohne Komponenten von US-Unternehmen auskommen.“ Man werde stattdessen auf Bauteile von Firmen aus anderen Teilen der Welt setzen.

Handelsstreit zwischen USA und China – Huawei erwartet keine schnelle Lösung

Dass der Handelsstreit zwischen China und den USA schon bald ein Ende finden könnte, glaubt Hu im Übrigen nicht: „Wir müssen uns mit der Tatsache abfinden, dass wir noch lange mit dem US-Druck leben müssen.“ Man werde sich aber trotzdem weiterentwickeln können.

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