Huawei Betriebssystem HongMengOS als HarmonyOS vorgestellt

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Richard Yu präsentiert HarmonyOS
Richard Yu präsentiert HarmonyOSBildquelle:
Huawei hat ein neues Betriebssystem vorgestellt, das geräteübergreifend, schlank und performant sein soll. Die Chinesen starten jedoch nicht auf dem Smartphone-Markt, sondern in anderen Bereichen. Trotzdem ist davon auszugehen, dass Huawei mit HarmonyOS den Frontalangriff auf Googles Android vorbereitet.

Es heißt also HarmonyOS. Das ist die eigentliche Überraschung bei der Vorstellung des neuen Betriebssystems von Huawei. Das Software-Paket hieß in der vergangenen Gerüchtephase schon HongMengOS, ArkOS oder oakOS. Doch nun ist der Name festgelegt und man kann sich auf die Inhalte konzentrieren. Doch die sind noch schwammig. Richard Yu will wohl noch ein paar Geheimnisse bewahren, bevor der Chef der Privatkunden-Sparte von Huawei die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem auf den Markt bringt. Sie sollen apropos später im Jahr gezeigt werden. Die erste Version von HarmonyOS bekommt einfach ein 1.0 hinzugefügt.

Der lange Anlauf zum Angriff

Yu führte bei der Präsentation am Freitag weiter aus, dass HarmonyOS in den kommenden drei Jahren weiter ausgebaut wird und bis dahin unter anderem in Wearables und in Autos zum Einsatz kommen wird. Bei all dem wird das Wort Smartphone nicht einmal in den Mund genommen. Hier hält man sich also noch am stärksten zurück. Die Frage ist nun, hält man sich bei der Entwicklung zurück oder bei der Kommunikation der Pläne? Man kann davon ausgehen, dass nicht nur der Handelsstreit Chinas mit den USA zu einer beschleunigten Entwicklung beiträgt, sondern auch der Plan der chinesischen Regierung, technologisch möglichst autark zu werden.

HarmonyOS – Apps für alle Plattformen

Huawei hat HarmonyOS von Grund auf neu gestaltet und konnte so laut eigener Aussage eine Mikrokernel-Architektur erschaffen. Sie erlaube ein sicheres, schlankes und performantes System, das über verschiedene Plattformen funktionieren soll. Der Kernel der Software soll 1.000 Mal kleiner sein, als der Linux-Kernel, der hinter anderen Betriebssystemen steckt.

Man will bei Huawei sogar etwas geschafft haben, woran Microsoft noch vor wenigen Jahren katastrophal gescheitert ist: Apps sollen vom Entwickler nur einmal programmiert werden und dann auf allen Geräten mit HarmonyOS gleich laufen.

Open Source aus China

Huawei kündigt an, dass man das Betriebssystem als Open Source System aufziehen wird. Die Zentrale steht dabei in China, jedoch sei jeder Programmierer und Entwickler aufgerufen und eingeladen. Neue Betriebssysteme, die sich nicht an den großen App-Marktplätzen App Store und Play Store von Apple beziehungsweise Google bedienen können, haben ein großes Problem und scheitern an ihm regelmäßig. Die App-Versorgung ist beim Neustart einer solchen Plattform meist nur eingeschränkt. Das führt zu einem sehr langsamen Wachstum der Nutzerzahlen. An denen messen jedoch die App-Betreiber die Wichtigkeit des Systems. Und so begeben sich Betriebssysteme in eine negative Spirale aus wenigen Nutzern und weniger Apps.

Huawei könnte diesen Bann brechen. Der chinesische Smartphone-Riese hat bereits ein funktionierendes Ökosystem, in das das neue Betriebssystem eingebettet werden kann. Dort tummeln sich auch schon einige Nutzer und mit der Marktmacht Huaweis könnten schnell viele Nutzer dazu kommen.

Ob es eine Chance am Markt hat, wird Huaweis Strategie zeigen. Vorerst begnügen sich die Chinesen mit der Smartphone-Peripherie. Der Frontalangriff auf Googles Android wird wohl noch eine Weile dauern.

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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist Redakteur bei inside digital. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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