Huawei-Bann: Weitere 90 Tage Gnadenfrist

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Kann ich mein Huawei-Smartphone auch in Zukunft noch nutzen wie bisher? Erhält mein Huawei-Handy noch Updates? Bringt Huawei auch in Zukunft noch Smartphones nach Deutschland? Fragen wie diese erhält die Redaktion von inside digital fast täglich. Grund sind die Unsicherheiten, die durch einen Handelsstreit zwischen China und den USA ausgebrochen sind. Nun gibt es zumindest vorübergehend gute Nachrichten aus Amerika. 
Huawei Feuerstelle
Bildquelle: Hayo Lücke / inside handy

Technologie-Unternehmen aus den USA, zum Beispiel Google, dürfen momentan auf Geheiß der US-Regierung eigentlich keine Geschäfte mit dem chinesischen Huawei-Konzern machen. Denn die USA verdächtigen China, Huawei-Hardware über Hintertüren für Spionagezwecke zu nutzen. Dadurch sehen die USA die nationale Sicherheit gefährdet, obwohl es dem Vernehmen nach keine stichhaltigen Beweise gibt. Huawei streitet die Vorwürfe schon seit Monaten ab.

USA verlängern Gnadenfrist für Huawei

Gäbe es seit Mitte August nicht eine Ausnahmegenehmigung, wäre es zum Beispiel Google untersagt, geschäftliche Beziehungen mit Huawei zu pflegen. Die Folge: Auf neuen Smartphones, die noch nicht ausgeliefert wurden, dürfte Huawei eigentlich keine Google-Dienste mehr installieren. Zugriff auf Google Maps, Gmail oder auch den Google Play Store mit seinen unzähligen Apps dürfte Käufern von neuen Huawei-Smartphones ohne die Ausnahmegenehmigung nicht (mehr) gewährt werden.

Jetzt teilte das amerikanische Handelsministerium in Washington mit: Die Ausnahmeregelung bleibt weitere 90 Tage in Kraft. Für drei Monate ist es US-Unternehmen also weiter erlaubt, bestimmte Geschäfte mit Huawei abzuwickeln. Das heißt für Huawei, dass der chinesische Konzern weiter Zulieferprodukte von US-Unternehmen kaufen kann.

Für dich heißt das im Umkehrschluss nichts anders als: Alles bleibt so, wie du es gewohnt bist. Wenn du dir ein Huawei-Smartphone kaufst, bekommst du wie gewohnt Updates, du kannst auf alle Apps zugreifen, die du nutzen möchtest und darfst dein Huawei-Smartphone schlicht so weiter nutzen, wie du es aus der Vergangenheit kennst.

Was in Zukunft passiert, kann natürlich niemand verlässlich sagen. Huawei selbst betont, dass bereits ausgelieferte Geräte in jedem Fall weiter Sicherheitsupdates bekommen sollen – über das „Android Open Source Project.

Huawei muss leiden

Wie hart der Handelsstreit mit den USA aber das Huawei-Geschäft tatsächlich torpediert, zeigt ein Blick auf das Huawei Mate 30 und seine Schwestermodelle. Obwohl schon Mitte September vorgestellt, sind die Top-Smartphones bis heute offiziell in Deutschland noch nicht verfügbar. Das verhagelt natürlich auch die eigentlich aussichtsreiche Bilanz im Weihnachtsgeschäft.

Zuletzt hatte es geheißen, das Mate 30 (Pro) könnte Mitte Dezember in Deutschland in den Handel kommen. Ohne Google-Dienste, stattdessen ausgestattet mit Huawei-Software, die Zugriff auf viele Apps möglich macht. Bis heute ist von einem Verkaufsstart in Deutschland aber nichts zu sehen. So oder so: Es sind schwere Zeiten für Huawei und die Verunsicherung bei Verbrauchern bleibt.

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