Huawei unter Druck: Jetzt sind auch die Kirin-Chips gefährdet

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Nächster Hieb gegen Huawei. Aufgrund der Auflagen der US-Regierung hat nun auch der Chip-Hersteller ARM seine Zusammenarbeit mit Huawei vorerst auf Eis gelegt. Und das obwohl das Unternehmen nicht in den USA, sondern in Großbritannien ansässig ist. Für Huawei könnte die Entscheidung von ARM schwere Folgen haben, denn das chinesische Unternehmen benötigt die ARM-Lizenzen für seine Kirin-Prozessoren.
Huawei-Stand auf der CeBIT 2018.
Bildquelle: Huawei

Laut einer internen Anweisung an seine Mitarbeiter, wird ARM „alle aktiven Verträge, Ansprüche auf Support und anhängigen Verabredungen“ mit Huawei stoppen. Davon betroffen ist auch die Marke Honor. Allerdings ist bislang noch unklar, ob die Entscheidung auch Auswirkungen auf bereits erteilte ARM-Lizenzen hat. Wäre dies der Fall, könnte das das Aus für die Entwicklung weiterer mobiler Geräte bedeuten. Denn in seinen Smartphones und Tablets verwendet Huawei seine eigens entwickelten Kirin-Chips, die auf der ARM-Architektur basieren.

Huawei wird in die Ecke gedrängt

Das Geschäfts-Aus durch ARM folgt der Bekanntgabe, dass auch Google vorerst die Zusammenarbeit mit Huawei stoppt. Der chinesische Konzern hat daraufhin beschlossen, sein eigenes Betriebssystem weiter voran zu treiben. Dieses soll mit Android-Apps kompatibel sein, wird wohl aber nicht vor 2020 einsatzfähig sein. Und selbst dann stellt sich die Frage, ob es in Europa wirklich eine Alternative zu Googles Android sein kann.

Auf der Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit hat sich der stellvertretende Vorsitzende von Huawei Technologies, Ken Hu, zu den aktuellen Ereignissen geäußert. „In den vergangenen Tagen wurden Huawei Beschränkungen auf Basis unbegründeter Anschuldigungen auferlegt, um unseren Geschäftsbetrieb zu stören. Für dieses Verhalten gibt es keinerlei Rechtfertigung.“ Er sieht in den Entwicklungen nicht nur einen großen Einschnitt in die Geschäftsbeziehungen von Huawei, sondern fürchtet auch, dass die „Schwarze Liste“ europäischen Unternehmen „großen Schaden zufügen“ könnte. Denn in Europa hat Huawei im Android-Smartphone-Markt einen Anteil von 20 Prozent.

Hu fürchtet, dass die Entscheidung der US-Regierung „einen gefährlichen Präzedenzfall“ darstellen könnte. Solche rücksichtslosen Entscheidungen widersprechen seiner Meinung nach den Werten der internationalen Geschäftswelt. Globale Lieferketten würden unterbrochen, der faire Handel gestört werden. „Wenn wir uns nicht gemeinsam mit diesen Themen auseinandersetzen, könnten in Zukunft auch jede andere Branche und jedes andere Unternehmen betroffen sein. Wir wollen keine neue Mauer bauen, weder im Handel, noch technologisch“, so Hu abschließend.

Chinesen machen gegen Apple mobil

Unterdessen heizt sich die Stimmung bei der chinesischen Bevölkerung offenbar auf. Viele Chinesen haben angekündigt, Apple künftig boykottieren zu wollen. Apple steht als amerikanischer Hersteller der iPhones und iPads in direkter Konkurrenz zu Huawei. Huawei-CEO Ren Zhengfei hat im Rahmen eines Interviews aber zur Ruhe gemahnt. Huawei zu lieben heiße nicht zwingend, Huawei-Smartphones zu kaufen, so seine Aussage. Er selbst würde seiner Familie iPhones kaufen, wenn er im Ausland sei.

Apple sieht sich laut Medienberichten derweil nach alternativen Fertigungsstätten außerhalb Chinas um. Ein Subunternehmen des Auftragsfertigers Pegatron fertigt demnach bereits ab Juni einige Bauteile für MacBooks und iPads in Indonesien statt in China. Bestätigt ist dies von offizieller Seite aber noch nicht. Apple fürchtet unter anderem, dass Trumps Regierung weitere Strafzölle erheben wird. Durch sie würden die iPhones in den USA noch teurer werden als sie es ohnehin schon sind.

Quellen:

Bildquellen:

  • Huawei Logo: Rita Deutschbein / inside digital
  • Honor 20: Rita Deutschbein / inside handy
  • Huawei CeBIT-Stand: Huawei
video
Motorola Razr 2019: Das Kult-Klapphandy ist zurück
Aus Gerüchten werden endlich Fakten. Motorola hat in der Nacht zu Donnerstag das Kult-Klapphandy Razr 2019 offiziell gemacht. "Die Neuerfindung einer Ikone" heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Und das ist nicht übertrieben. Denn mit dem Gerät beweist Motorola, dass man Smartphones mit biegsamem Display auch anders produzieren kann als es zuletzt Samsung und Huawei getan haben. 

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1 KOMMENTAR

  1. Etwas dümmeres als die Trumpsche Politik mit seinen Strafzöllen und Ristriktionen gegenüber amerikanischen Konkurrenten gibt es nicht. Trump disqualifiziert sich als Staatsoberhaupt mit wirtschaftlichen Sachverstand völlig. Denn, was wird passieren: Huawei wird nicht untergehen, zur Not mit staatlicher Unterstützung. Und wird am Ende ein eigenes Betriebssystem haben. Und wird damit zum dritten Player auf diesem Markt und wird dieses OS für die eigenen Handyprodukte ständig weiter optimieren. So wie Apple. Ich selbst bin überzeugter Apple-Nutzer weil mir das Android-Betriebssystem nicht gefällt. Aber wenn ein weiteres, vielleicht ein richtig eigenständiges, hinzu kommt, wird es eng für Apple. Und nun schließt sich der Kreis. Trump sägt an dem Ast auf dem die amerikanische Wirtschaft sitzt und zwar heftig. Sollten die Amerikaner ihn wiederum wählen … Na dann Prost. Etwas schlechteres kann diesem Planeten nicht passieren.

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