Huawei: "Nie wieder Play Store auf unseren Smartphones" - oder doch?

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Für Huawei war der Konflikt mit den USA Fluch und Segen zugleich. Durch das Verbot den Play Store und andere Google-Dienste auf ihren neuen Smartphones zu installieren, brachen die Verkäufe in Europa und anderen westlichen Ländern zusammen. In China hingegen stellte sich die Bevölkerung fast schon patriotisch hinter Huawei und die Verkäufe stiegen an. Doch wie geht es jetzt weiter?

Nachdem sich Huawei im vergangenen Jahr sehr zurückhaltend über die Pläne für die Zukunft geäußert hat, gewährte ein Mitarbeiter im Rahmen eines Pressegespräches in Wien detailliertere Einblicke. Doch Huawei will diese nicht unkommentiert lassen.

Gegenüber der österreichischen Zeitung Der Standard gab er bekannt: Selbst wenn die USA den Handelsbann aufheben sollten, werde man nicht mehr zu den Google-Diensten zurückkehren und somit auf den Play Store und alle weiteren Google Anwendungen verzichten. Der Grund dafür ist recht Simpel. Man wolle sich nicht erneut in die Abhängigkeit der US-Regierung begeben.

Dritter Player neben Android und iOS

Dem Interview zu Folge möchte Huawei neben iOS und Android zum dritten großen Player werden und ihr eigenes System auf den Markt bringen. Dabei setzen sie jedoch weiterhin auf den Open-Source-Code von Android um eine Kompatibilität zu bestehenden Android-Apps zu wahren.

Weiterarbeit mit Google geplant

Nachdem sich die Nachricht auf den Google-Verzicht verbreitet hatte, ruderte man in einem weiteren Statement ein wenig zurück. So betont Huawei, dass man weiterhin mit Google zusammenarbeiten wolle. Das widerspricht sich jedoch nicht mit der vorangegangenen Meldung, da man auch ohne Google-Dienste mit Google zusammenarbeiten müsste. Schließlich will Huawei weiterhin auf den Open-Source-Code von Android setzen und bisher verkaufte Geräte weiterhin mit dem PlayStore und System-Updates versorgen.

„Ein offenes Android-System sowie Ökosystem ist nach wie vor die erste Wahl von Huawei.“ Huawei Deutschland

Entsprechend äußerten sich auch Huawei-Sprecher anderer Märkte – insbesondere Deutschland und Niederlande. Insgesamt scheint es widersprüchliche und verschiedene Versionen zu geben. Huawei Deutschland hat sich jetzt noch einmal deutlich positioniert: „Ein offenes Android-System sowie Ökosystem ist nach wie vor die erste Wahl von Huawei. Wird uns die Nutzung davon allerdings verwehrt, sind wir in der Lage ein eigenes Betriebs- und Ökosystem zu entwickeln.“ Das ist zum einen eine Kampfansage an die USA. Zum Anderen will man sich die Tür zum geregelten Android-Betriebssystem wohl offen lassen.

Huawei Mobile Services im Mittelpunkt

Um ein eigenes Ökosystem aufzubauen, nimmt der chinesische Hersteller viel Geld in die Hand. Drei Milliarden US-Doller (2,7 Milliarden Euro) will Huawei in die Entwicklung der Huawei Mobile Services stecken. Dabei handelt es sich um eine Alternative zu den Google Play Services. Diese werden von Entwicklern in Apps eingebaut um essenzielle Funktionen wie Standortbestimmung, Logins oder Push-Nachrichten zu ermöglichen. Auch außerhalb Chinas investiert man. So ist eine Milliarde Dollar angedacht, um Entwickler für die neue Plattform zu gewinnen und Werbung dafür zu machen.

AppGallery ersetzt den Play Store

Um den Playstore zu ersetzen, setzt Huawei auf ihren eigenen Store, die AppGallery. Diese enthält bereits jetzt einige bekannte Apps wie zum Beispiel Asphalt 9 oder die MeinMagenta App der Telekom. Der Store ist bereits seit einigen Jahren auf den Smartphones des chinesischen Herstellers vorinstalliert und auf dem neusten Flaggschiff dem Huawei Mate 30 bereits die einzige komfortable Möglichkeit an Apps zu kommen.

Die Huawei AppGallery enthält viele bekannte Apps

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2 KOMMENTARE

  1. Was muss man nehmen, um einen solch miesen Bericht zu verfassen.
    Das einzige kann eigentlich nur Geld von Huawei sein, die damit billige Werbung machen und Euch finanzieren.
    „Wir werden nie wieder zum Play Store zurückkehren…“ … was für ein dummes Geschwätz von diesem Saftladen. Sobald Donald den „Bann“ entsprechend oder sogar ganz aufhebt, werden die ersten Geräte mit den Google-Diensten präsentiert. Wer das Geschwätz von denen glaubt, hat die Lügereien in den vergangenen Jahren vergessen oder ignoriert.
    Der Rest ist nur BlaBla, doch den absoluten Abschuss hat sich der Schreiberling selber geleistet und zwar mit dem billigen Versuch die „App-Galerie“ ins positive Licht zu rücken…

    „Diese enthält bereits jetzt einige bekannte Apps wie zum Beispiel Asphalt 9 oder die MeinMagenta App der Telekom. Der Store ist bereits seit einigen Jahren auf den Smartphones“

    1. „einige“ … ganze 2 wurden aufgeführt und dann die, die wohl die wenigsten interessieren. Apps wie Facebook, Instagram oder natürlich auch WhatsApp, also die die tatsächlich Millionen von Menschen jeden Tag stark nutzen, sind NICHT verfügbar.
    2. „seit einigen Jahren auf den Smartphones“ … und dann schafft dieser Konzern es nicht, die o.g. Apps zu integrieren oder anzubieten
    3. Was natürlich überhaupt nicht erwähnt wird weil es ja peinlich und negativ ist, ist die Tatsache, der der Laden beim Starten der App-Galerie für !3! Sekunden Werbung einblendet, die man nicht stoppen oder überspringen kann.

    Die Geräte sehen sicherlich gut aus und sind es auch aber dieser Laden, dessen Politik, Vorgehensweise, Geschwätz und was noch alles dazu gehört, ist unterste Schublade.
    Im Westen werden sie immer weiter verlieren, wenn Sie nicht den offiziellen Weg zu den Google-Diensten finden weil ein „eigenes Betriebssystem“ (auf ANDROID-Basis) wird sich nur bei den Hardcore-Jüngern durchsetzen.
    Die große Masse will den Google Play Store, G-Mail u.s.w., ohne groß rumbasteln zu müssen.
    Ist wie bei den Automobilen … Opel versucht immer etwas, vielleicht auch anders zu machen und schwingt dabei große Reden, doch am Ende sind sie immer der Verlierer weil die große Masse zum Golf von Volkswagen (z.B. Samsung oder XIAOMI) setzt.

  2. Und von wem wird Nuvolari bezahlt? Ausserdem gibt es Menschen, die in fast 50 Jahren noch nicht einen Kraft durch Freude Wagen (VW) gefahren haben.
    Ich bevorzuge Apple und BMW.

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