Hier baut die Telekom jetzt Millionen Glasfaser-Anschlüsse

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Die Telekom macht ernst, was den Glasfaser-Ausbau angeht und hat jetzt nach Berlin den Ausbau von Glasfaser in drei weiteren Großstädten angekündigt. Auch drei Millionen FTTH-Leitungen in ländlichen Gebieten sollen entstehen. Doch es knirscht im Detail.
Glasfaser-Leerrohr
Glasfaser-LeerrohrBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Vor einigen Wochen erst hat die Telekom angekündigt, in der Hauptstadt Berlin eine Million Glasfaserleitungen bis in die Haushalte legen zu wollen. Als erste Gebiete nannte sie dabei das östlich gelegene Karlshorst oder auch das zentral gelegene Hansaviertel. Jetzt macht sie die nächsten Ausbaupläne öffentlich und will so bis Ende 2024 insgesamt zehn Millionen Haushalte mit FTTH versorgen.

Ein Baustein dieses Plans: Bis Ende 2025 will der Bonner Konzern mehr als einer Million Haushalten und Unternehmen in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main bauen. Dabei werden 540.000 der Leitungen in der Hansestadt, 160.000 Anschlüsse am Rhein und 375.000 Leitungen am Main ausgebaut. In keiner der Städte erreicht die Telekom damit alle Haushalte.

Bestehende Infrastruktur als Basis

In den Metropolen trifft die Telekom dafür auf überwiegend gute Voraussetzungen, wie sie selbst sagt. Denn in weiten Teilen der Städte existieren umfangreiche Leerrohrsysteme. Das bedeutet weniger Baustellenlärm und Verkehrseinschränkungen.

Parallel zum Ausbau urbaner Zentren soll es aber auch auf dem Land vorangehen. Mit Unterstützung der Bundesregierung und der Länder ermöglicht dieses Programm Glasfaseranschlüsse in unterversorgten ländlichen Gebieten, die wirtschaftlich nicht zu erschließen sind. Die Telekom hat in diesem Zusammenhang im vergangenen Jahr mehr als 150.000 Haushalte mit FTTH versorgt. Im laufenden Jahr will die Telekom über 200.000 Haushalten und Unternehmen im unterversorgten ländlichen Raum Anschlüsse an ihr Glasfaser-Netz ermöglichen. Das Volumen dieser Projekte beläuft sich auf über eine Milliarde Euro. Hinzu kommt der wirtschaftliche Eigenausbau, sodass bis Ende 2025 mehr als drei Millionen Haushalten im ländlichen Raum direkt per Glasfaser online gehen können sollen. Hinzu kommen die Leitungen der Wettbewerber.

Ausbau mit Hindernissen für die Kunden

In Hamburg baut die Telekom bereits ins Alsterdorf und im nördlichen Teil von Winterhude. Die ersten rund 30.000 Haushalte können jetzt schon schnelle Glasfaser-Produkte bestellen. Die Bauarbeiten konzentrieren sich auf die Verlegung der Leerrohre zu den Häusern und Gebäuden. Wenn dann die erforderlichen Genehmigungen der Eigentümer und Vermieter vorliegen, werden in die Leerrohre die einzelnen Glasfaserleitungen in die Häuser und Gebäude gelegt. Genau hier ist aber immer noch der Problempunkt beim Glasfaserausbau.

In den Ausbaugebieten will die Telekom per Postwurfsendung über ihre Möglichkeiten informiert.  Ob das reicht, darf allerdings bezweifelt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Bewohner aktiv werden. Denn nur wer sich rechtzeitig für einen Glasfaser-Tarif der Telekom entscheidet, bekommt den Hausanschluss kostenfrei. Ein Anschluss bei einem Wettbewerber kommt nicht in Frage. Zu befürchten ist daher, dass viele preissensitive Kunden sich die Glasfaserleitungen entgehen lassen.

Zudem muss auch noch der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft mitspielen. Denn sobald der Auftrag aufgenommen wurde, kontaktiert die Telekom den oder die Vermieter.  Wenn er oder sie dem Ausbau zugestimmt hat, wird vom Telekom Service eine sogenannte Auskundung vor Ort durchgeführt. Dabei wird abgestimmt, wo die Leitungen im Objekt verlegen werden können. Erst wenn das Auskundungsprotokoll von den Eigentümern unterschrieben wird, beginnt die Telekom mit dem Ausbau des Objektes. Ein einfaches Bestellen bei der Telekom oder einem anderen Anbieter wie heute bei der Telekom geht also nicht.

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