Google hat Nutzer-Standorte an Mobilfunk-Netzbetreiber gegeben

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Dass Google Daten sammelt, ist hinreichend bekannt. Jetzt aber wurde auch ersichtlich, dass Google offenbar zwei Jahre lang die Standortdaten seiner Android-Nutzer an Mobilfunkanbieter weitergegeben hat. Das Ziel: Den Netzausbau optimieren.
Google-Logo auf Messestand.
Bildquelle: Rita Deutschbein / inside handy

Mobile Network Insights hieß das Programm, das Google dem Vernehmen nach inzwischen gestoppt hat. Der Stopp geht unter anderem auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zurück, die eine solche Weitergabe unzulässig macht.

Was hat Google weiter gegeben?

Google erfasst die Standortdaten aller Android-Nutzer. Und das ständig. So ist man in der Lage, beispielsweise für Google Maps sehr präzise Verkehrsinformationen zu gestalten. Es ist eine Win-Win-Situation: Der Nutzer gibt seinen Standort preis und erfährt dafür, wo zu viele andere Nutzer sind und es gerade Stau gibt. Google kann ein gutes Produkt anbieten und so Reichweite aufbauen.

Die erhobenen Daten bei Google Maps sind anonymisiert. Das heißt, du als Nutzer siehst nicht, wer dort im Stau steht, welches Auto er fährt oder welches Netz er hat. In dieser Form hat Google wohl auch die Daten an die Mobilfunker weltweit weitergegeben. Damit wissen die Mobilfunker durch die Daten, dass sich Leute an bestimmten Standorten aufgehalten haben. Sie wissen, wie viele es waren und zu welcher Zeit. Es seien aber keine Informationen zum Mobilfunknetz oder gar zu einzelnen Nutzern übermittelt worden heißt es.

Was machen die Mobilfunker mit den Daten?

Die Netzbetreiber sehen in ihren eigene Netzen, wo sich Kunden (grob) aufhalten. Für eine präzise Analyse bräuchten sie Zugriff auf das Handy und GPS. Da sie das nicht haben, konnten sie mit den Google-Daten auf wenige Meter und Minuten genau herausfinden, wo sich signifikante Menschenmassen bewegen. Und das sogar dort, wo ihr eigenes Netz möglicherweise gar nicht verfügbar war. Mit den Daten haben die Netzbetreiber die Möglichkeit, die Netze bedarfsgerechter auszubauen.

Sind meine Daten betroffen?

Es ist derzeit nicht bekannt, ob deutsche Netzbetreiber die Daten von Google bekommen haben. Da aber von einer weltweiten Erhebung die Rede ist, wäre eine Ausnahme in Deutschland zumindest verwunderlich. Auch, weil die Netze hier immer noch eine Menge Nachholbedarf in Sachen Qualität haben.

Quellen:

Bildquellen:

  • Google Logo: Rita Deutschbein / inside handy
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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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2 KOMMENTARE

  1. jo, wo ist denn nun das Problem? Ich finde es doch nur vernünftig, wenn die Provider und Anbieter ihre Systeme und Angebote damit verbessern können. Ich bin sogar mit interessiert daran, dass zum Beispiel die Netzanbieter ihren Netzausbau anhand der Daten optimieren Genauso freue ich mich, wenn Google meine Bedürfnisse kennt und mir das oft kostenlos oder sehr günstig im täglichen Leben weiterhilft.
    VLG:Machiste

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