Gigaset kämpft an (fast) allen Fronten gegen sinkende Umsätze

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Gigaset hat neue Zahlen für die erste Hälfte des laufenden Jahres vorgelegt. Und die könnten mit Blick auf die Smartphone-Sparte wahrlich besser ausfallen. Auch mit klassischen Festnetz-Telefonen hat Gigaset schon auf erfolgreichere Zeiten geblickt. Im Smart-Home-Segment läuft es erfreulicher - auf einem allerdings vergleichsweise schwachen Niveau. Ein Überblick.

Zwischen Januar und Juni hat Gigaset im laufenden Jahr 107,1 Millionen Euro umgesetzt. Das waren 11,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Den meisten Umsatz macht Gigaset weiterhin mit klassischen Festnetztelefonen: 76,4 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Umsatzminus hier allerdings 11 Prozent. Auch die Geschäftskundensparte rutschte beim Umsatz im ersten Halbjahr um 12,3 Prozent auf 24,9 Millionen Euro ab. Vor allem wegen Umsatzrückgängen in Frankreich, Italien, Spanien und der Schweiz, wie es seitens Gigaset heißt.

Gigaset verkauft weniger Smartphones

Mehr als 22 Prozent weniger setzte Gigaset im Smartphone-Segment um. Hier fiel der Umsatz im Jahresvergleich von 5,4 auf 4,2 Millionen Euro. Trotzdem beabsichtigt Gigaset, seine Position im Smartphone-Markt auszubauen. Das soll vor allem mit preiswerten Einsteiger-Smartphones für 119 bis 279 Euro gelingen. Kürzlich stellte Gigaset zudem ein neues Outdoor-Smartphone vor, das vor allem durch sein hohes Gewicht und einen vergleichsweise großen Akku beeindruckt.

Einziger Geschäftsbereich, der bei Gigaset gegenwärtig Wachstum ausweist: Smart Home. Hier stieg der Umsatz um 14,3 Prozent, wie dem aktuellen Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Klingt nach viel. Allerdings fand das Wachstum auf vergleichsweise geringem Niveau statt. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres setzte Gigaset mit Smart-Home-Produkten nur 1,6 Millionen Euro um. Das ist verglichen mit den übrigen Geschäftsbereichen eine recht kleine Summe.

Gigaset schrumpft sich gesund

Unter dem Strich machte Gigaset im ersten Halbjahr des laufenden Jahres rund 500.000 Euro Gewinn. Zwischen Januar und Juni 2018 musste der Konzern noch einen Fehlbetrag von 100.000 Euro ausweisen.

Blickt man nur auf das zweite Quartal des laufenden Jahres, ging der Umsatz bei Gigaset im Vergleich zum Jahr 2018 von 69,91 auf 61,25 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig verbesserte sich aber das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 6,01 auf 8,53 Millionen Euro.

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2 KOMMENTARE

  1. Dass Gigaset mit Smartphones keinen großen Erfolg hat, sollte keinen wundern. Deren aktuell „schönstes“ und mit einer Notch versehenen halbwegs „modernstes“ Smartphone kostet 199 EUR bietet zwar eine Full-HD+ Auflösung bei 6,2 Zoll aber dann einen Prozessor vom eher Unbekannten Hersteller Spreadtrum, nur 32 GB internen Speicher und NUR 2 GB RAM (Arbeitsspeicher).
    Für weniger bekommt man beim (XIAOMI) Redmi Note 7 u.a. einen starken Snapdragon 660 von Qualcomm, 64 GB internen Speicher und 4 GB RAM.

    „Made in Germany“ hin oder her … mit diesen technisch veralteten Komponenten zu diesem Preis, kann man in der heutigen Zeit niemanden anlocken.
    Außerdem werden die Geräte von XIoami über mehrere Jahre unterstützt.
    Die nächste Schwachstelle von Gigaset.

  2. Hätte man die Gigaset Schnurlostelefone früher nicht bei der Telekom zum Vertrag angeboten, wäre die Firma nie so groß geworden. Hab meiner Mutter kürzlich ein neues schnurloses von Panasonic gekauft. Trotz reichhaltiger Funktionen relativ einfaches Menü, kein Vergleich zu dem wirren, ja unlogisch aufgebauten Menü von Gigaset.
    Die Smartphones von Gigaset sind vlt. nicht schlecht Aber erstens fehlt es dann doch irgendwo an einem entscheidenden Punkt (zu wenig RAM, Speicherplatz, Kamera, Display) und vor allem sind sie zu teuer. Bei gleichem Preis finden sich unzählige Alternativen, die besser ausgestattet sind.
    Und, zumindest was die Smartphones betrifft: KEIN made in Germany! Die Komponenten werden von überall her zugekauft und nur in Deutschland zusammengebaut. Also “assembled in germany“

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